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Zwischengas-Verbot

Was erwartet uns in Silverstone?

Red Bull Auspuff 2011 Foto: xpb 24 Bilder

Der erste Schritt der neuen Auspuff-Regel brachte kaum Verschiebung. Für das totale Verbot ab Silverstone erwarten Experten größere Auswirkungen. Für die Fahrer wird es auf jeden Fall ungemütlicher.

29.06.2011 Michael Schmidt

Red Bull siegt weiter. Auch nach der Verordnung, dass die Motoreinstellungen zwischen Training und Rennen nicht mehr geändert werden dürfen. Wenn überhaupt, dann hat sich höchstens im Mittelfeld etwas getan. Renault rutschte ab, Force India sah stärker aus. Doch das kann auch mit der Strecke zu tun haben. Oder einfach damit, dass Renault ein Fehler beim Abstimmen des Autos unterlief. So wie Mclaren. Fahrer wie Techniker waren sich schon vor dem GP Europa einig. "Das Verbot eines speziellen Qualifikationsmodus für Motor und Auspuff wird alle ungefähr gleich treffen." So ist es auch gekommen.

Wird Red Bull-Vorsprung schrumpfen?

Silverstone wird eine andere Geschichte. Da glaubt selbst Fernando Alonso an größere Verschiebungen im Feld. Darüber zu diskutieren, wen es am meisten und wen am wenigsten betrifft, ist müßig. "wir wissen ja alle nicht genau, was die anderen machen", ernüchtert McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh jene Optimisten, die hoffen, dass damit die Überlegenheit von Red Bull gebrochen sein wird.

"Es wird vorher wieder viel spekuliert werden", prophezeiht Sebastian Vettel. Er will sich überraschen lassen, wer nach Silverstone am meisten lacht. Und wer die FIA für die Regeländerung verflucht. Red Bull-Technikchef Adrian Newey tut es jetzt schon: "Ferrari wird am meisten profitieren."

Gut möglich, dass die Formel 1-Gemeinde bis zum Nürburgring warten muss um zu sehen, wohin die Reise geht. Silverstone ist ein flüssiger Kurs mit hohem Vollastanteil und nur vier harten Bremsmanövern. Da spielt es keine entscheidende Rolle, wenn beim Gaswegnehmen plötzlich der Auspuffstrahl ausbleibt, was dann im Diffusor zu Abtriebsschwankungen führen wird.

Abtriebsverlust im Heck muss kompensiert werden

Die Fahrer können sich auf jeden Fall auf etwas mehr Arbeit im Cockpit freuen. Es wird auf jeden Fall mehr Dreher in dem Bremszonen geben. Lewis Hamilton juxt: "Die Autos werden beim Bremsen und Einlenken dramatisch an Stabilität verlieren. Sie werden sich so fahren wie unser McLaren bei den Wintertests. Wenigstens haben wir schon Erfahrung damit."

Rubens Barrichello prophezeit, dass die Ingenieure neue Wege bei der Fahrzeugabstimmung finden müssen. "Wer seitlich in den Diffusor bläst, der hat sein Auto ziemlich kopflastig abgestimmt, weil der Auspuffstrahl für zusätzlichen Abtrieb gesorgt hat, auch beim Bremsen. Ab Silverstone müssen wir mit dem Anpressdruck wieder mehr Richtung Heck gehen."

Nick Heidfeld hofft, dass der weit vorne mündende Auspuff seines Renault eine Chance ist: "Wir werden die geringsten Balanceverschiebungen haben, weil wir die Auspuffgase in der Fahrzeugmitte einleiten." Newey schüttelt sein Haupt: "Wenn er sich da mal nicht täuscht. Ich würde sagen, dass Renault seinen Auspuff nur deshalb dort platziert hat, weil man so am meisten von der permanenten Unterstützung der Strömung profitiert."

Rückkehr zu alter Technik?

Die Teams werden in Silverstone nicht nur mit der Abstimmung reagieren. Williams überlegt, den alten Unterboden wieder auszupacken, bei dem der Auspuff mehr in die Mitte bläst. Force India könnte das auch, doch hält fürs erste an der seitlich mündenden Lösung fest. "Die hat so ein Heidengeld gekostet. Es wäre Wahnsinn, diese Entwicklung einfach so wegzuwerfen", sagt Sportchef Otmar Szafnauer.

Auch McLaren bleibt dem seitlich mündenden Auspuff treu, "weil beim Gasgeben ja immer noch Auspuffgase in den Diffusor fließen. Zur seitlichen Abdichtung des Bodens werden wir nach anderen Möglichkeiten suchen, künstliche Wirbel zu erzeugen", bekräftigt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Timo Glock bleibt gelassen. "Wir haben nie von dieser Technik profitiert. Bei uns bleibt alles beim alten."

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