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Nick Heidfeld im Interview

"Einer der ärgerlichsten Crashs der Karriere"

Nick Heidfeld - Formel E 2014 Foto: Formel E 26 Bilder

Nick Heidfeld gehörte im ersten Formel E-Rennen der Geschichte die Hauptrolle gemeinsam mit Nicolas Prost. Beide Piloten kollidierten beim Kampf um den Sieg in der letzten Kurve der letzten Runde. Durch den Feindkontakt überschlug sich Heidfeld und landete mit seinem Auto in der Barriere. Glücklicherweise blieb er unverletzt. Im Interview geht der Mönchengladbacher auf die Unfallsituation ein.

13.09.2014 Andreas Haupt
Nick Heidfeld, sie hatten einen schweren Crash beim Kampf um den Sieg. Schildern Sie uns bitte ihre Sicht auf den Unfall.

Heidfeld: Ich habe mir nach dem Boxenstopp, der mich von Platz vier auf zwei gebracht hat, Energie gespart, um am Ende pushen zu können. Das hat ganz gut geklappt. Ich hatte nach Kurve 19 Windschatten und war so nah dran an Nicolas wie noch nie. Das war die beste Chance, an ihm vorbeizuziehen, und der Angriff war aus meiner Sicht gut vorbereitet. Er ist zunächst leicht in die Mitte gezogen, was ok war. Dann hat er aber weiter nach links gelenkt und ist in mich gefahren. Danach war ich nur noch Passagier.

Wie haben Sie sich auf den Aufprall vorbereitet?

Heidfeld: Ich habe die Hände vom Lenkrad genommen und die Muskeln angespannt. Dann hoffst du nur noch, dass es nicht so schlimm wird, wie du befürchtest. Ich war überzeugt, dass es schlimm wird. Am Ende wurde ich aber zum Glück positiv überrascht.

Welche Teile Ihres Körpers schmerzen besonders?

Heidfeld: Ich war nach dem Unfall beim Arzt und habe mich durchchecken lassen. Eigentlich tut mir nur die linke Wade weh. Morgen werden wohl aber noch Nackenschmerzen hinzukommen.

War es einer der schlimmsten Unfälle Ihrer Karriere?

Heidfeld: Von außen betrachtet, war es sicher einer der schlimmsten, ja. Von den Schmerzen her aber nicht. Oft ist es so, dass das, was brutal aussieht, für die Fahrer gar nicht so schlimm endet. Bei einem Überschlag geht viel Energie verloren. Viel heftiger ist ein frontaler Aufprall, der das Auto direkt abbremst. Es war aber definitiv einer der ärgerlichsten Unfälle meiner Karriere. Es gibt nur ein einziges erstes Formel E-Rennen in der Geschichte. Ich habe mich von Platz sechs nach vorne gearbeitet und hätte es gewinnen können. Vor der letzten Kurve stand ich kurz vor dem Sieg.

Haben Sie mit Nicolas Prost gesprochen? Wenn ja, was sagt er zu dem Vorfall?

Heidfeld: Wie das so oft ist: zwei Fahrer, zwei verschiedene Meinungen. Wenn man sich die Fernsehbilder anschaut, ist es aber offensichtlich. Er hat von der Rennleitung eine Strafe erhalten und wird im nächsten Rennen zehn Plätze zurückgestuft. Ich bin froh, dass also nicht nur ich die Situation so gesehen habe. Dennoch: Die Strafe bringt mir im Nachhinein nichts mehr. Ich muss aber auch sagen: Nicolas ist mein Freund, und ich weiß, dass er es nicht absichtlich gemacht hat.

Wie war Ihr Rennen bis zu dem Unfall?

Heidfeld: Super. Die Quali lief etwas enttäuschend mit Platz sechs (Anm. d. Red.: Startplatz fünf wegen Strafversetzung von Franck Montagny), aber ich konnte mir gleich in der ersten Ecke außen herum Karun Chandhok schnappen. Vom Energielevel war ich top, ich hätte sogar den ersten Stint noch eine Runde länger fahren können, aber der Funk war ausgefallen. Mit dem zweiten Auto habe ich - wie gesagt - Energie gespart für eine Schlussattacke.

Wie beurteilen Sie das erste Rennen und das ganze Drumherum gesamt?

Heidfeld: Es war so, wie ich es mir erhofft habe. Die Stimmung war super und das Rennen spannend bis zum Schluss. Wichtig ist, dass wir gesehen haben, dass die Autos sicher sind, und die Strecken ebenso.

Ist die Formel E nicht zu langsam?

Heidfeld: Natürlich sind wir nicht so schnell wie die Formel 1. Wenn wir das wären, würde uns die FIA auf solchen Kursen gar keine Genehmigung geben. Für die Stadt sind wir schnell genug. Es ist immer schwierig, Autos voll am Limit zu bewegen. Und wir sind alle gute Fahrer und Topteams.

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