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Trackwalk Formel E in Peking

Fahrer erwartet Stop-and-Go-Kurs

Formel E - China - Peking - 1. Rennen - Trackwalk - Rennstrecke - Formula E Beijing ePrix - 12.09.2014 Foto: ams 59 Bilder

Das erste Formel E-Rennen findet auf einer Strecke rund um das Olympiastadion von Peking statt. Der Kurs fordert aufgrund seines Layouts vor allem die Bremsen sowie die Abgabe- und Aufnahmefähigkeit der Batterien. Besonders knifflig dürfte für die Piloten die letzte Kehre werden.

12.09.2014 Andreas Haupt

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit steht die neugegründete Rennserie Formel E in den Startlöchern. Am Samstag werden die elektrisierten Fahrzeuge erstmals im Rennbetrieb unterwegs sein - auf einer Strecke, die sich rund um das Olympiastadion von Peking schlängelt. Auf einer Runde, deren Distanz 3,44 Kilometer beträgt, können die Piloten alles aus ihren maximal 200 kw (272 PS) starken Rennern holen. Über die Renndistanz von 25 Runden oder 86 Kilometern heißt es: mit maximal 150 kw (rund 200 PS) auskommen und mit dem Strom haushalten.

Überholchancen vor 90-Grad-Ecken

Aufgrund der begrenzten Batteriekapazität betreiben die Fahrer ähnlich wie in der WEC oder der Formel 1 das sogenannte Lift-and-Coast – also das Lupfen des Gaspedals vor dem eigentlichen Bremsvorgang. Dadurch kann Energie gespart werden. Doch Vorsicht: Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für den Verfolger. "Wenn einer früher vom Pedal geht, und du auf dem Gas bleibst, kannst du vorbeikommen", erklärt Daniel Abt, der für das deutsche Team Abt Sportsline auf Punktejagd gehen wird.

Das Layout des chinesischen Kurses ist einfach gestrickt. Es zeichnet sich aus diversen engen Biegungen – zumeist im 90 Grad Winkel – oder Schikanen. Insgesamt gibt es sieben Rechts- und 13 Linkskehren "Das ist ein klassischer Stop-and-Go-Kurs. Also nichts Außergewöhnliches. Drumherum sieht es wegen der Olympia-Anlage aber ganz cool aus", findet der junge Kemptener, der neben der Formel E auch in der GP2 fährt.

Diskussion um 2. Schikane

Als beste Überholmöglichkeit bietet sich laut Bruno Senna, dem Neffen von F1-Legende Ayrton Senna, die erste Rechtsbiegung oder der vorletzte Linksknick an. Daniel Abt sieht generell Chancen vor 90-Grad-Kehren. Einerseits wegen der unterschiedlichen Lift-and-Coast-Strategien, andererseits weil hier ein fehlgeschlagener Angriff nicht gleich in der Leitplanke oder der Tecpro-Schutzbarriere endet, sondern in einer der vielen Auslaufzonen. "Die Schikanen könnten etwas zu eng und gefährlich für Ausbremsmanöver sein."

Diskutiert wurde nach der ersten Streckeninspektionen vor allem über die zweite der insgesamt vier Schikanen. "Die ist wohl ein bisschen zu schnell geraten", meinte Bruno Senna. Die Reaktion der Rennleitung folgte prompt. Damit die Piloten nicht zu hart über den ersten Abweiser der Schikane rumpeln, wobei womöglich der E-Renner ausgehoben werden könnte, brachte man sieben Poller zur Entschärfung an. Und wo liegt die schwierigste Stelle? "Die letzte Kurve könnte tricky werden", prognostiziert Abt. "Wenn man einmal falsch einlenkt, knallt es sofort."

Batterien der Formel E-Autos stark gefordert

Durch die Charakteristik des Stadtkurses in Peking, der permanentes Beschleunigen und Abbremsen verlangt, dürften die Batterien während an ihr Maximum gelangen. Während beim Tritt aufs Gaspedal dem Speicher Elektrosaft entzogen wird, kann während des Bremsvorgangs – entweder über die Betätigung der Bremse oder dem Fingerzug an einem Lenkradhebel (Paddle) – Energie zurückgewonnen werden. Maximal erlaubt sind 200 kw pro Session.

Inwiefern das Lenkradpaddle, das nur die Hinterreifen über den Elektromotor abbremst, eingesetzt wird, klärt sich nach den Trainingssitzungen. Soviel ist aber schon klar. Bei Abbremsen aus hohen Geschwindigkeiten ist der Tritt auf die Bremse unumgänglich. Über das Paddle lässt sich das Auto nicht stark genug verzögern, weshalb es weniger verwendet werden sollte.

Fan-Boost nicht am Rennstart?

Vor dem ersten Rennen steht in der Formel E auch der Fan-Boost in der Debatte. Besonders während des Starts dürfte die 30-kw-Zusatzpower für die drei von den Fans gewählten Fahrern ein großer Vorteil sein. Und möglicherweise auch zu Chaos, oder einem Crash führen. Daher beraten die Teams und die Renndirektion darüber, den Push-to-Pass-Hebel erst nach der ersten Runde betätigen zu dürfen.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die Strecke in Peking Kurve für Kurve.

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