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Rubens Barrichello

Der "perfekte Wasserträger", der "Rekordmann" oder aber auch der "ewige Zweite" - Rubens Barrichello hat in seiner Karriere viele nicht immer positive Spitznamen verliehen bekommen. Im Herbst seiner langen Karriere bleibt allerdings festzuhalten, dass nur wenige Piloten so viele Erfolge in der Formel 1 vorweisen können.

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Foto: Daniel Reinhard

Ganz im Zeichen seines großen Idols Ayrton Senna stieg Rubens Barrichello mit neun Jahren im Kartsport ein. Acht Jahre und fünf nationale Meistertitel später wechselte der talentierte Brasilianer zunächst in die südamerikanische Formel Ford und schließlich in die europäische Formel Opel Lotus. Nach dem Meistertitel bereits in der Rookie-Saison setzte sich der kometenhafte Aufstieg 1991 auch in der Britischen Formel 3-Meisterschaft fort, die er ebenfalls auf Anhieb gewann.

Trotz einiger Anfragen aus der Formel 1 sammelte der sympathische Mann aus Sao Paulo 1992 noch ein weiteres Jahr Erfahrung in der Formel 3000. Nach dem dritten Platz fühlte sich der mittlerweile in Großbritannien wohnhafte Barrichello schließlich bereit für den Sprung in die Königsklasse.

Helm und Flagge
Helm von Rubens Barrichello Brasilianische Flagge

Mit dem nicht gerade konkurrenzfähigen Jordan-Team begann die Formel 1-Karriere 1993 allerdings nicht gerade aussichtsreich. Nur in sechs der 16 Saisonrennen sah Barrichello überhaupt die Zielflagge. Beim vorletzten Saisonrennen in Japan gab es immerhin die ersten zwei WM-Zähler.

Die zweite Saison startet da schon deutlich besser: Nach einem vierten Platz zum Auftakt konnte der Brasilianer beim Pazifik GP in Japan auf Rang drei erstmals das Treppchen besteigen. In der WM-Wertung stand er plötzlich auf Position zwei hinter Michael Schumacher. Aber schon beim darauffolgenden Rennen in Imola schlug das Schicksal gleich doppelt zu. Im Training beendete ein heftiger Crash zunächst beinahe die Karriere von Barrichello. Im Rennen verunglückte dann sein großes Idol Ayrton Senna tödlich.

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Sportlich konnte der Brasilianer diese zweite Saison allerdings als Erfolg verbuchen. In Belgien startet Barrichello erstmals von der Pole Position und war zum damaligen Zeitpunkt der jüngste Pilot aller Zeiten dem das gelang. Mit insgesamt 19 Punkten beendete er die Saison auf Rang sechs der Fahrerwertung. Ein zweiter Platz in Kanada 1995 stellte den Höhepunkt seiner letzten beiden Jahre bei Jordan dar, in denen er den Aufwärtstrend mit den Plätzen elf und acht in der Gesamtwertung nicht fortsetzen konnte.

1997 folgte der Wechsel zu Stewart-Ford, wo es zunächst alles andere als rund lief. Einem zweiten Platz in Monaco standen sage und schreibe 14 Ausfälle gegenüber. Nur dreimal schafften es Fahrer und Auto über die volle Distanz. Mit sechs Zielankünften, zwei davon in den Punkten, ging es auch 1998 nur schleppend voran. Erst 1999 gelang der Durchbruch, als Barrichello gleich dreimal aufs Podium fahren konnte. Der siebte Platz im Gesamtklassement blieb nicht unbemerkt und so verpflichtete Ferrari-Rennleiter Jean Todt den Brasilianer als Ersatz für Mika Salo.

Als Teamkollege von Michael Schumacher folgten die erfolgreichsten Jahre in der Karriere von Rubens Barrichello. Schon in der ersten Saison bei den Roten feierte Rubinho unter Tränen seinen ersten GP Sieg in Hockenheim. Gleich neun Mal stand der Ferrari-Neuling auf dem Treppchen und beendete die Saison als Vierter. Nach einem dritten Platz in der darauffolgenden Saison wurde Barrichello 2002 Vizemeister hinter Schumacher. Trotz immerhin vier Rennsiegen und 77 WM-Punkten konnte er seinen ungleich erfolgreicheren Teamkollegen mit 144 Zählern nie wirklich gefährden.

Obwohl die Rollen bei Ferrari klar verteilt waren blieb Barrichello insgesamt sechs Jahre bei der Scuderia. 2004 konnte er erneut eine Vizemeisterschaft hinter Schumacher feiern, blieb aber von den Erfolgen und der Wertschätzung im Team immer in dessen Schatten. Das war auch der Hauptgrund, warum Barrichello bereits im August 2005 ankündigte, in der kommenden Saison zu Honda-Team zu wechseln.

Nach einem respektablen siebten Platz und mehreren Punkte-Ankünften in der ersten Saison mit den Japanern folgte ein langsamer Abstieg. Der absolute Tiefpunkt folgte 2007, als Barrichello nicht einmal einen einzigen WM-Zähler kassierte. Das war ihm nicht einmal in der Anfangszeit bei Jordan und Steward passiert, als nur die ersten sechs Fahrer Punkte sammelten.

Auch 2008 war das Auto alles andere als konkurrenzfähig. Beim chaotischen Regenrennen in Silverstone stand Barrichello immerhin noch ein letztes Mal auf dem Podium. Der eigentliche Höhepunkt fand allerdings schon beim fünften Rennen in der Türkei statt, als Rubinho den Rekord von 257 GP-Starts, gehalten von Riccardo Patrese, einstellen konnte.

In der Winterpause vor der Saison 2009 sah bereits alles nach einem ungewollten Karriereende aus, als der Honda-Rennstall seinen Rückzug aus der Formel 1 bekanntgab. Doch Teamchef Ross Brawn übernahm die Mannschaft in Brackley und vertraute auch weiterhin auf die Dienste des Routiniers.

Eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellte. Denn Barrichellos Karriere bekam in der Saison 2009 nochmal einen enormen Aufschwung. Zwar blieb er am Ende mit dem dritten Platz in der WM wieder der ewige Zweite hinter Weltmeister und Teamkollege Jenson Button, doch der Brasilianer hatte bis zum Ende der Saison noch realistische Chancen auf den Titel. Insgesamt feierte Barrichello zwei Siege. Für 2010 sucht Barrichello eine neue Herausforderung bei Williams. Dann wird er an der Seite von Formel 1-Neuling Nico Hülkenberg der erfahrenere Pilot sein.

Persönliche Daten
Geburtstag: 23. Mai 1972
Alter: 38
Geburtsort: Sao Paulo
Nationalität: Brasilien
Offizielle Website: www.barrichello.com.br
 
Statistik und Daten
Debüt: 1993,
WM-Titel: 0
Starts: 285
Siege: 11,   Ø 4 Prozent
Punkte: 607,   Ø 2.13 Punkte/Rennen
Pole-Positions: 14
Schnellste Runden: 17
Stärken
  • Erfahrung
  • kann Auto optimal abstimmen
  • guter Qualifier
  • Regenspezialist
Schwächen:
  • zu stark abhängig vom Auto
  • jammert etwas zu viel rum
 

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Fahrer Punkte
1. Fernando Alonso
Scuderia Ferrari
25
2. Felipe Massa
Scuderia Ferrari
18
3. Sebastian Vettel
Red Bull
12
4. Nico Rosberg
Mercedes GP
10
5. Michael Schumacher
Mercedes GP
8
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