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  1. #1
    Frischling dingovandyke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Daumen runter Porsche 911 Typ 996: Motorschaden nach 90.000 km

    Seit 17 Jahren fahre ich Porsche 911, seit 15 Jahren bin ich Kunde im Porsche Zentrum 5 Seen in Gilching-Argelsried. Mein aktueller Wagen ist mein 4. Porsche, mein 3. aus dem Zentrum 5 Seen. Es handelt sich um ein Carrera Cabriolet 4S vom Typ 996; das Fahrzeug hatte Erstzulassung im Jahr 2003 und etwa 90.000 km Laufleistung. Der Wagen steht jetzt mit einem Motorschaden im Porsche Zentrum 5 Seen; gemäß Kostenvoranschlag ist ein Austauschmotor fällig, Reparaturkosten etwa € 19.000. Mit weiteren Folgeschäden und Erweiterung der Reparaturkosten, etwa für ein neues Getriebe ist zu rechnen. Voraussichtlicher Gesamtschaden: nicht unter € 25.000.
    Eine Kulanzleistung wird von dem Porsche Zentrum 5 Seen, aber auch vom Kundenmanagement ("After Sales Management") der Porsche Deutschland GmbH ausgeschlossen, noch nicht einmal eine Teilübernahme der Kosten ist verhandelbar. Den gleichen Schaden haben in meinem Bekanntenkreis 2 weitere Halter/innen eines Porsche 911 Typ 996, wobei der einen Dame noch kurz vor Eintritt des Motorschadens in einem anderen Porsche Zentrum in Bayern nahegelegt worden war, ihr zu diesem Zeitpunkt noch einwandfreies Fahrzeug schnellst möglich zu veräußern! Der Qualitätsmangel ist also bei Porsche bestens bekannt.
    In Internetforen ist zu lesen, dass erschreckend viele Besitzer eines 996 im Alter von 6-8 Jahren und mit einer Laufleistung von 80-100.000 km das gleiche Problem haben - hier werden auch Werkstätten genannt, in denen mit besserem und vor allem deutlich preisgünstigerem Service der Mangel beseitigt werden kann. Entlarvend für das Defizit an Qualität und Robustheit dieses Autos ist übrigens auch, dass ein gebrauchter Austauschmotor praktisch nicht beschaffbar ist, weil die wenigen geeigneten gebrauchten Motore aus Unfallfahrzeugen aufgrund der hohen Nachfrage sofort vergriffen sind.
    Bei meinem Fahrzeug kam der Schaden nicht "wie aus heiterem Himmel": 6 Wochen vor dem Motorschaden hatte ich das Auto wegen eines leisen Klappergeräusches und beginnendem Ölverlust im Porsche Zentrum 5 Seen vorgestellt. Reparaturkostenvoranschlag damals schon € 9.000; auf meine verärgerte Reaktion und mein Unverständnis wurde mir gesagt, ich könne das Fahrzeug noch 5.000 km fahren und müsse dann mit den ersten Reparaturmaßnahmen beginnen. Nur 3.000 km später kam dann das triste Ende meiner Ära als Porsche-Fan, -fahrer und -besitzer, denn von einer Marke, die nur von ihrem historischen Image lebt, aktuell aber nur noch minderwertige Qualität abliefert, kann man sich nur schnellst möglich und wenn es sein muss, halt auch mit Schaden trennen.
    Wenn man bedenkt, dass andere, speziell Hersteller von Importfahrzeugen 7 Jahre Garantie für ihre Autos gewähren und ein anderer deutscher Premiumhersteller (BMW) mit einer Gebrauchtwagengarantie von 8 Jahren nach der Erstzulassung werben, dann muss man sich nur über die Arroganz eines ehemals Vorzeigeherstellers wundern, der ja nun - ebenfalls als Folge eines fatalen Realitätsverlustes des Managements - von VW übernommen wird und von dort hoffentlich wieder frühere Tugenden verordnet bekommt. Der Kommentar von Porsche mir gegenüber, ein Auto sei nun einmal ein Gebrauchsgegenstand, der natürlichen Verschleißerscheinungen unterliegt, ist angesichts eines kapitalen Motorschadens nach 90.000 km und 7 Jahren Laufzeit vollkommen abgehoben und spiegelt das Bild einer Servicewüste wieder.
    Ich kann nur jeden Besitzer eines 996 und jeden Interessenten an einem gebrauchten 996 eindringlich vor dem Risiko des Motorschadens jenseits der Laufleistung von 80.000 km warnen: Sie laufen Gefahr, einen verheerenden wirtschaftlichen Schaden zu erleiden!

  2. #2
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    Du fährst einen sieben Jahre alten Oldtimer im Wert von 30k und möchtest jetzt, dass dir das Werk einen neuen Motor mit Getriebe für 25k schenkt, richtig? Das wird nicht klappen, nicht bei Porsche und nirgendwo. Denn genau das ist ja einer der wichtigsten Gründe, warum gebrauchte Porsche indessen sehr erschwinglich sind. 993er sind teurer...

    Das Thema selbst ist im Forum lange bekannt, es handelt sich um Probleme mit dem Kurbelwellensimmering und mit gebrochenen Zwischenwellen. Zuletzt wurde das hier erwähnt: http://www.auto-motor-und-sport.de/f...9-nardo-2.html

    Ich frage mich, warum du Porsche lange Jahre fährst und dich kein Stück davon interessierst. Ich bin selber in acht Jahren vier 911 gefahren und wohnte damals unweit von dir. Ich war natürlich immer bei Roitmayr mit dem Wagen, zu LOTEC hätte ich auch hingehen können. Dort wären beim Service selbstverständlich entsprechende Maßnahmen ergriffen worden. Aber was willst du bei den Schickeria-Wastln im Porsche-Zentrum? Da gehen nur Leasing-Fürsten hin, die alle drei Jahre spätestens neu bestellen.

    Ich sage nur: Selber schuld, du hast dich nicht um den Wagen geschert. Autos brauchen Liebe, sagt schon Walter Röhrl.
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  3. #3
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    Hallo
    das Problem mit den Motoren von Porsche egal ob es Boxster oder 996 ist ist ja bei Porsche schon lange bekannt. Ich hatte einen Kunden aus Zürich mit einem 996 das Fahrzeug hatte 48000 KM gelaufen und die Laufbuchse des 6 Zyl war gerissen. Auf anfrage bei Porsche wurden die Unterlagen des Fahrzeuges gepüft und nachden auch noch zwei Herren aus der Gewährleistungsabteilung sich den Schaden bei mir angeschaut haben kam dann die ablehnung das Fahrzeug wäre zu alt.

    Ich habe dann die Laufbuchse des Motors erneuert und den Motor komplett überhollt läuft wie ein Uhrwerk

  4. #4
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    Ist richtig. Die Laufbüchse hatte ich vergessen zu erwähnen. Wenn das passiert, dann ist es immer die Laufbüchse im sechsten Zylinder, also hinten rechts, die gefährdet ist. Es scheint ein konstruktives Problem vorzuliegen, da alleine die thermische Beanspruchung bei Wasserkühlung als Erklärung nicht ausreicht.

    Die luftgekühlten 911er konnte man als sorgfältiger Fahrer gut über 300.000 km fahren. Also ein Autoleben lang. Frühe Versionen konnte man bei Kettenspannerklackern auf die problemlosen hydraulischen Carrera-Kettenspanner umrüsten. Zu der Zeit konnte man im Ferrari alle 30.000km noch 5000 DM in der Inspektion versenken ohne dass je ein Motor sechsstellig geworden wäre. Ein Alltagssportwagen war nur der 911.

    Das ist er heute sowieso nicht mehr. Bei Regen, Seitenwind und schnellen Autobahnkurven fährt ihn jeder moderne Diesel-PKW ab. Dazu scheint mit Beginn der Wasserkühlung die Standfestigkeit deutlich problematischer geworden zu sein. Gleich drei signifikante, mechanische Motorprobleme, nämlich neben der Laufbuchse sechster Zylinder der Kurbelwellendichtring und Probleme mit der Zwischenwelle, nämlich Undichtigkeiten an den Simmeringen und Brüche, sind mir bekannt. Sie stellen für mich dem Motorenbau kein gutes Zeugnis aus und lassen Zweifel an der Ingenieurkompetenz im Hause Porsche aufkommen. Es soll sogar vereinzelt 997 Facelift-Modelle mit Motorschaden geben. Bestätigt sich das, frage ich mich, warum man in 15 Jahren nicht einen Motor standfest bekommt.

    Farrari dagegen hat sich vom zentralen Zahnriemen getrennt und lässt jetzt standfestere Triebwerke erwarten. Traurig, wie sich einstige Verhältnisse ins Gegenteil verkehren....
    Geändert von RGGB (19.08.2010 um 06:59 Uhr)
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  5. #5
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    Na also, RGGB, das hört sich doch schon viel durchdachter und richtig konstruktiv an. Wer - wie ich - 17 Jahre lang zufrieden so ein Auto fährt, kann bei der Pflege bis dahin nicht so viel falsch gemacht haben und braucht kein Internetforum und keine klugen Ratschläge von Alleswissern. Wenn dann ein kapitaler Schaden aufgrund eines offenbar unumstrittenen Qualitätsdefizites eintritt und der Hersteller bzw. Händler sich in der beschriebenen Weise kompromissunfähig erweist, dann sollte man andere vor ähnlichen wirtschaftlichen Verlusten warnen. Das habe ich getan und eigentlich ist damit für mich das Thema Porsche erstmal ausgelutscht bis unter neuem Management die Firma vielleicht auch wieder zuverlässige Autos produziert und zu früheren, erstklassigen Serviceleistungen zurückfindet.
    Noch ein Hinweis zum Schluss: Einen Porsche mit 7 Jahren Laufzeit als "Oldtimer" zu bezeichnen entspricht der Denkweise bei Porsche. Das genau hatte ich mit "abgehoben" bezeichnet. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt und in Porsche-Zentren wird solch ein Fahrzeug übrigens nicht mit "30 k", sondern je nach Ausstattung und Zustand in einem Preissegment von knapp 40-50.000 € gehandelt. Wer in solch ein Fahrzeug dann investiert, muss nach meinen Erfahrungen damit rechnen, zeitnah ungefähr 50% des Kaufpreises in Reparaturen zu investieren. Ich möchte nur meinen Teil dazu beitragen, dass neben solchen Insidern, Verzeihung "Meinungsmachern" wie Dir auch weniger vorbelastete Freunde eines eigentlich wunderschönen Sportwagens dieses Wissen in Ihre Planungen einbeziehen können.
    Und nun noch viel Freude "bei der Vermehrung der gewonnenen Einsichten" (M. Illner)

  6. #6
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    Zitat Zitat von dingovandyke Beitrag anzeigen
    In Internetforen ist zu lesen, dass erschreckend viele Besitzer eines 996 im Alter von 6-8 Jahren und mit einer Laufleistung von 80-100.000 km das gleiche Problem haben - hier werden auch Werkstätten genannt, in denen mit besserem und vor allem deutlich preisgünstigerem Service der Mangel beseitigt werden kann. ...
    Bei meinem Fahrzeug kam der Schaden nicht "wie aus heiterem Himmel": 6 Wochen vor dem Motorschaden hatte ich das Auto wegen eines leisen Klappergeräusches und beginnendem Ölverlust im Porsche Zentrum 5 Seen vorgestellt.
    Du missverstehst mich. Ja, Porsches Motoren sind offenbar keine Qualität mehr. Aber wenn ich so einen Mist von dir lese, schwillt mir der Kamm.

    Jetzt machst du dich schlau, wo alles passiert ist. Das hättest du vor Jahren machen müssen. Zumal die Sache zum Zeitpunkt deines Kaufs schon bekannt war. Übrigens ist das Thema auch durch den Blätterwald gerauscht, hier mal AutoBild von 2/2006 Probleme bei Porsche - Ein schmieriges Problem - News - autobild.de Da muss man schön gehörig schnarchen, um nicht aufgerüttelt zu werden. Um dann z.B. eine der von mir genannten Werkstätten zur Stammwerkstatt zu machen. Der Schaden hätte vermieden werden können.

    Wenn man schlechte Zähne hat, muss man halt rechtzeitig beim Zahnarzt investieren. Nur morgens und abends putzen führt zum Gebiss. Und dann die Eltern für das schlechte Erbmaterial verklagen, wird nicht auf Gewinn gehen.

    Übrigens verkennst du die Gebrauchtwagenpreise. 30k ist der Ankaufswert, also wenn du verkaufst. Du erwähnst die zu versteuernden Verkaufspreise eines Markenhändlers plus Garantie unverhandelt. Das ist ein himmelweiter Unterschied.
    Geändert von RGGB (20.08.2010 um 08:50 Uhr)
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  7. #7
    Frischling yeti21 ist in Verruf geraten
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    kannst Du mir vielleicht weiterhelfen. fahre auch einen 996 und bin eigentlich immer bei den 4Seen . . . wen meinst du mit Roitmayr??

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