Und es ist schon wieder passiert: der nächste Downsizing-Flop! Das Auto mit der höchsten PS-Zahl, den meisten Zylindern und dem mit Abstand größten Hubraum verbraucht in der Realität am wenigsten. Es kostet mich richtig Mühe, mich nicht aufzuregen. Bin selbst eineinhalb Jahre ein downgesizetes Auto gefahren und kann die Zahlen des Tests bestätigen. Nicht exakt in dieser Fahrzeugklasse, aber wenn man Fahrzeuge des gleichen Gewichts und ungefähr der gleichen Stirnfläche vergleicht, ist der Sauger häufig sparsamer in der Realität als der Turbo, trotz mehr Zylindern.
Ein Aufschrei geht durchs Volk, dass BMW seine Reihensechser einmottet in den unteren bis mittleren Fahrzeugklassen. Daran ist ja aber nicht BMW schuld. Daran schuld haben unsere Gesetzgeber. Flottenverbrauch muss runter, sonst Strafe. Dass das dem realen Verbrauch nichts bringt, ist scheinbar wurscht. Der eine oder andere wird nun vielleicht den auf dem Papier CO2-armen C kaufen, bläst aber deutlich mehr CO2 in die Luft wie der 3er-Fahrer mit schönem Sechszylinder. Und für den Quatsch wird er noch mit der niedrigeren Kfz-Steuer belohnt.
Schade, dass das Volk beim Downgesize nicht so reagiert wie bei E10. Den Schrott einfach stehen lassen. Versteht mich nicht falsch. Innovationstechnisch sind die modernen Motörchen sicher auf der Höhe der Zeit. Und ja, ich weiss auch, dass vier Zylinder weniger innere Reibung erzeugen als sechs. Ich sage ja auch nicht, dass die Idee schlecht ist. Aber so lange unsere Autos 1,5 Tonnen und mehr wiegen, haut es einfach nicht hin.
Es gab schon mal einen Artikel dazu in ams, dass wir uns über kurz oder lang von einem satten Tür-Plopp verabschieden müssen. Alles raus aus dem Wagen, was man nicht braucht, so eben auch Dämmung. Wir müssen ja nicht zurück auf Taunus-Passat-1-Niveau mit 900 kg, aber irgendwo in der Mitte wird es gehen müssen.
Und solange das nicht so ist, hoffe ich, dass mein Sechszylinder-Sauger noch seeeehhr lange hält.
Downsizing in der Polo-Klasse, okay, aber für den Mercedes haut es ja nun überhaupt nicht hin. 1,8 Liter bringen die Kilos nur mit Mühe voran (ganz zu schweigen von dem 1,4T von VW im Tiguan, Passat oder Superb, der mit 1,6 Tonnen zu kämpfen hat).
Ich habe einen ähnlichen Beitrag schon des öfteren geschrieben, aber ich ärgere mich auch jedes Mal wieder, wenn es so deutlich wird wie in diesem Test der Mittelklasse-Coupes.
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Ergebnis 1 bis 10 von 40
Thema: A5 / 3er / C
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06.06.2011 11:37 #1
A5 / 3er / C
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06.06.2011 12:42 #2Meinungsmacher
- Registriert seit
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- Beiträge
- 1.236
Hallo Christian
Grundsätzlich hast Du absolut recht: Was nützt Downsizing, wenn zwar im Prospekt eine lustige Nummer steht die in Tat und Wahrheit nix mit der Realität zu tun hat?
(Hinweis an AMS: Warum solche 'Betrügereien' zwar in den Beschleunigungswerten anprangern, aber bei den Verbräuchen und den CO2-Ausstössen nicht????)
Und es ist so, dass dies vor allem mit der Reduktion des CO2-Ausstosses auf Gedeih und Verderben zu tun hat. Nur: Der Grund ist IMO ein anderer. Denn: Hat die Autolobby so toll jahrelang behauptet, dass sie die CO2-Reduktion auf der Flotte ohne Hybrid, Elektro-Motoren etc. hinbekommen würde und entsprechend die Lobby-Arbeit in D und Brüssel entsprechend hochgefahren hatte, stellt man nun völlig überraschend (wirklich?) fest, dass dies offenbar doch nicht geht. Denn, wie Du richtig bemerkst: Um 1,4t in unter 10sec. von 0 auf 100 zu beschleunigen, braucht es in einem 1,4l oder gar 1,2l Motörchen Drehzahl und massiven Ladedruck, aber beides kostet Sprit.
Wenn ich mich dann noch umschaue und feststelle, dass der neue Einser schwerer ist als der alte, der alte 190er mit der 2l-Maschine, ABS und Automat 1'240kg schwer war, ein C200 Classic 1'365 kg und die neue C-Klasse 200CGI satte 1'505 kg schwer ist, soll mir bitte einer erklären, wo der Fortschritt (durch Technik, von mir aus) geblieben ist.
Ist es vielleicht nicht so, dass die Herren Automobil-Hersteller sich lieber auf Nebenschauplätzen wie 'Welche Option könnten wir noch reinquetschen, die keine Sau braucht?', damit das Gesamtgewicht in die Höhe jagen und das Downsizing ad absurdum führen?
Dabei sind es dann übrigens wieder die Lobbyisten der Hersteller, die für tiefere Steuern für die Grossen mit den kleinen Maschinen weibeln, denn hätten die keine Steuererleichterung würde sie käumlich einer kaufen.
Das Plop mit den Türen kann man auch anders haben. Es gibt mittlerweile auch im Bereich des Dämmmaterials Fortschritte. Nur. Mach mal eine Seitentüre bei einem Premiumhersteller auf (vor 2 Wochen das letzte Mal gemacht, da ein Fensterheber eines 5 Jahre alten A6 verabschiedet hat): Da sieht es immer noch aus wie vor Jahrzehnten. Danke dann.
Wohin es ad extremis gehen könnte, hat Grip mal mit einem Volvo C30 2,5 T gezeigt, der bis zu 35% weniger verbrauchte, in dem einfach mal all das ausgeräumt wurde, was man nicht brauchte.
Nur schon das abkleben von grossen Löcher in der Carrosserie bringt locker 15% ... ohne jede Komforteinbusse. Aber da muss jeder noch so grosse Lüftunglöcher spazieren fahren, weil das Auto dann noch viel schneller aussieht.
Derselbe Irrsinn mit breiten Felgen. Warum nur? Damit man auch garantiert jedes Schlagloch erwischt? Dabei ist bewiesen, dass mit 10mm weniger als original bereift rund 6 - 8% Minderverbrauch zu realisieren sind ... in der Regel mit erhöhtem Komfort. Und wieder Gewicht gespart.
Nur: DAS erzählt Dir KEIN Verkäufer, keine Autozeitschrift. Denn: Damit macht man sich ja den Markt und das Geschäft kaputt. Interessant aber, dass der Proll mit seinem gepimpten, runtergelassenen und breit bereiften Golf VI 2,0 Bluemotion genau gleich viel Steuern bezahlt wie Opa Schmidt, der auf 185er Reifen umgerüstet hat. Müsste hier was geändert werden?
Ich bleibe aber dabei:
- Verbesserungen wären möglich ohne signifikante Abstriche bei Komfort und Luxus.
- Verbrauchsminderungen wäre möglich ohne aufwendige Anpassungen bei Motoren/Getrieben.
Gruss
Sam
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07.06.2011 12:04 #3IchwarPiefkeGast
Ganz einfach, weil AMS dann die von ihr so hofierten Hersteller der Roßtäuscherei überführen müsste und würde.
Aber auch beim Crerateur du Malheur ist es nix anderes. In unserem Bekanntenkreis wird ein Scenic TCE 130 gefahren.
Hier wird die Leistung aus 1,4l Hubraum per Turbo generiert.
Der Wagen wiegt ca. 80kg mehr als unser ehemaliger Scenic 2,0 16v mit 135 PS. Verbrauch des TCE liegt bei 9,8l im Durchschnitt nach mittlerweile 22 TKM.
Fahrprofil ist ziemlich identisch mit unserem EX Scenic, da es sich um eine Arbeitskollegin meiner Frau handelt und wir im selben Kral wohnen.
Unser alter Sauger hat über die 67TKm, den wir ihn bewegten einen Verbrauch von 8,85 l auf 100km gehabt.
So viel dann zum Thema Fortschritt. es lebe das Downsizing......Geändert von IchwarPiefke (07.06.2011 um 12:10 Uhr)
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07.06.2011 21:37 #4
Ja Sam, Wasser auf meine Mühlen ... der ganze Quatsch gehört verboten oder per Luxussteuer minimiert ...
Das Problem ist der Verbraucher ... mit welcher Leidenschaft z.B. W 212 Fahrer ihre Kisten tiefer/breiter/schneller/härter machen wollen, grenzt an Mantaismus ... ob wir immer blöder werden ... ich bin ratlos ...
... und frage mich, ob endlich die 205er für meine Kiste zugelassen werden, damit ich von den 225ern runter komme ... das Fahrrad hat 35 mm, da dürfte es gern etwas mehr sein ...
Gruß
Ulrich
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08.06.2011 16:59 #5
Warum noch mal ne Luxussteuer? Sorry - aber das halte ich ja nun im Bereich der persönlichen Freiheit angesiedelt. Ausserdem bezahlen die Pimpcar-Besitzer ja schon ne Luxussteuer im höheren Verbrauch. Zudem kurbeln sie die Wirtschaft in sinnloser Anschaffung zusätzlicher anderer Reifen, Felgen, Fahrwerke, Spoiler etc an.
Man muss es doch nicht mitmachen! Zudem hat man doch schon beim Neukauf das Menschenrecht, die serienmäßige, aufpreisfreie Reifen/Felgen-Kombi nehmen zu dürfen und die breiten Flachwalzen als geschriebene Option im Zubehörkatalog zu ignorieren!
Ab und zu halte ich es so, Probleme, die keine sind, links liegen zu lassen..
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08.06.2011 21:50 #6Meinungsmacher
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- 20.06.2007
- Beiträge
- 1.236
Das, lieber Portago, stimmt jetzt aber nur bedingt.
Denn: Durch den Fakt, dass die Jungs mehr CO2 rausblasen, kommen alle an die Kasse.
CO2-Steuer (CH), zusätzliche Steuer auf sogenannte *dreckige* Fahrzeuge.
Du siehst: Da werden danach alle Autofahrer über einen Kamm geschert.
Frage nun: Wer ist nun an was Schuld?
Gruss
Sam
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08.06.2011 22:06 #7
Die Italiener zahlen schon seit langem Luxussteuer für Fahrzeuge mit mehr als zwei Litern Hubraum ... wir kommen über die CO2 Abgabe da ja auch langsam heran ... darüber hinaus habe ich kein Verständnis dafür, das "Manager", welche im Berufsleben ernste Arbeit abliefern müssen, sich wie die Narren aufführen, wenn es um Motorleistung, Tieferlegung und Felgendimensionen ihrer "Dienstwagen" geht ... in meinem Betrieb würden solche Leute gar nicht erst eingestellt, da es ihnen offensichtlich an einer abgeklärten Haltung zur Sinnhaftigkeit von Investitionen mangelt ..,
But ... just my humble opinion ...
Gruß
Ulrich
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08.06.2011 22:37 #8
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08.06.2011 22:44 #9
Das hat schon in den Siebzigern dazu geführt, dass Karren, die hier mit 3 und mehr Litern Hubraum ausgeliefert wurden, in Italien fast genauso leistungsstark mit Zweiliter-Turbomotoren an der damaligen Explosionsgrenze angeboten wurden. Ferrari, zB 208 GT oder Dino 208 GT 4. Dito diverse Maseratis (Merak etc.).
Ergebnis war, dass diese Maschinen unter Turbodampf ungebührlichst soffen und so bis ca 70.000 km ihr Leben sukzessive aushauchten. Meist nicht auf einen Schlag, sondern schleichend und siechend - damit es schön teuer wurde.
Die Erkenntnis daraus kann nur lauten, dass ein Land sich tunlichst hüten sollte, die Eseleien eines anderen zu übernehmen und zu implementieren..
Gruß portago
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09.06.2011 05:45 #10
Genau, auch den ersten CLK gab es mit 2 Litern und 193 Kompressor-PS ... Das das heute ganz gut funktioniert, zeigen die aktuellen kleinen Vierzylinder.
Und ... ein Italiener aus den Siebzigern mit mehr als 70TKM auf der Uhr war schon ein Wunder ... da reichte schon der 125er mit der Doppelnockenwelle ... von den Alfas und Lancias ganz zu schweigen ...
Aber schöne Maschinen waren sie ... die Italiener kauften damals, wenn es nur irgend ging, die kleinen /8er ...
Gruß
UlrichGeändert von Ulrich (09.06.2011 um 05:52 Uhr)


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