Danke an Jens Dralle für den sehr gut recherchierten Artikel zur Lage bei Saab. Er unterschiedet sich wohltuend von den wenig informativen Kurzberichten anderer Medien. In der Tat wäre es jammerschade, wenn diese Automarke verschwinden würde. Individuelles und zeitloses Design verbunden mit hoher Produktqualität findet man längst nicht überall. Einen Saab kann man auch 10 oder 20 Jahre nach seiner Erstzulassung mit Freude fahren und anschauen - dazu gibt es im gleichen Heft ja auch einen passenden Artikel. Dagegen gehört nicht viel Phantasie dazu, den momentan so hochgejubelten koreanischen Modellen ein sehr kurzes Verfallsdatum vorherzusagen, und zwar sowohl in stilistischer wie auch in qualitativer Hinsicht.
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Thema: Saab
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07.01.2012 17:42 #1Gelegenheitsschreiber
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Saab
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08.01.2012 00:15 #2Aktivposten
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Na, wenn Saab so erhaltenswert sein soll, warum haben die dann nie viel Autos verkauft ?
Saab war früher ein Rüstungskonzern mit angehängter Autosparte, deshalb verstand ich die vielen Sympathien für Saab früher nie so ganz. Und einen verteuerten Opel hat doch eigentlich nie jemand ernsthaft gewollt.
Der Niedergang war doch vorauszusehen, keinerlei Marktgespür, nachlassende Qualität, Technik aus dem GM-Regal und das gepaart mit hohen Preisen und geringer Marktpräsenz (ich kenne keinen Saab-Händler weit und breit).
Die Koreaner halte ich für viel gefährlicher als Du glaubst. Vor allem für VW, Toyota und Peugeot. Weil sie genau die Angebote haben, die der Markt will (Autos, Preise, Garantien). Die würden sich nie so in technische Sackgassen verzetteln wie VW.
Gruß
Markus
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08.01.2012 21:22 #3Gelegenheitsschreiber
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Warum Saab erhaltenswert sein soll ? Vielleicht auch deshalb, weil Vielfalt den Automarkt bereichert. Ich finde es immer schön, wenn es interessante Alternativen zu den Mainstream-Produkten gibt. Die Technik aus dem GM-Regal halte ich nicht für einen Nachteil. Schließlich hat auch ein Audi und sogar ein Bentley VW-Technik und bei Volvo und Jaguar werden nach wie vor Ford-Komponenten verbaut. Ohne Großserienteile geht es auch in der Premiumkategorie nicht, entscheidend ist, was man daraus macht. Sicher hat Saab da in der Vergangenheit auch manchen Fehler gemacht, aber die Autos haben nach wie vor respektable Qualitäten und das Image der Marke ist immer noch stark. Auch in diesem Punkt hat Jens Dralle recht.
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09.01.2012 18:52 #4Meinungsmacher
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Einspruch, Euer Ehren!
Saab ist mMn nicht erhaltenswert, denn Saab ist nicht mehr Saab, seit GM dort regiert bzw, die Marke hat wissentlich sterben lassen. Und an der zerfledderten Leiche hat wohl niemand ernsthaftes Interesse, da kein eigenes (Marken-)Profil mehr vorhanden ist. Siehe die elend lange Hängepartie mit Spyker, den Chinesen usw...
Aus allen GM-Regalen Teile zusammensuchen und dann eine Saab-Karosse drüberzustülpen genügt nicht, schon gar nicht, wenn man sich im oberen Preissegment seiner Klasse bewegen will. Als alleiniges Alleinstellungsmerkmal ist der Zündschlüssel neben der Handbremse übriggeblieben... Wenn ich eine 9-3-Limousine sehe, dann sehe ich einen verkleideten Vectra, aber keinen Saab. Sorry!
Und nun ist eben Schluss.
Es sind schon ganz andere Marken von der Bildfläche verschwunden: Simca, Talbot, Matra, fast alle Engländer - die Liste liesse sich noch weiterführen.
Richtig, es gibt Audi-Komponenten bei Lambo, und auch VW-Komponenten bei Bentley usw. Aber stets sind sie eindeutig als solche zu erkennen. Was ich aber in der Tat lächerlich finde, dass man in einem Jaguar Ford-Schalter fand - und das bei einem Vielfachen des Preises eines Focus... Da hätte man für ein paar Hundert Pound Sterling Eigenes entwicklen können, was den Endpreis nicht nach oben geschossen hätte.
Ein Audi ist ein VW, ein Skoda ist ein VW, ein Seat ist ein VW, dennoch hat jede einzelne Marke ihre spezifischen Unterschiede. Hier kann man sehen, dass es nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, wenn ein grosser Konzern dahinter steht, wenn die Strategie stimmt.Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt...
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10.01.2012 07:52 #5
Ich gebe dir recht, dass soetwas ein Fauxpas ist. Allerdings kostet jeder noch so kleine Schalter sehr schnell Millionen in der Entwicklung, weil du ihn a) entwickeln musst, b) testen musst und schliesslich c) die Werkzeuge machen musst. Alle 3 Schritte hast du bei einem Übernahmeteil schon erledigt und bezahlt.
Bei den Stückzahlen, die Jaguar hat und hatte, wird es sich schlicht rechnerisch nicht gelohnt haben. Und das ist des Pudels Kern, klar ist es immens wichtig, dass man ein Auto richtig bepreist und Gewinn macht sowie den Kunden nicht finanziell überfordert. Aber leider haben immernoch zu oft die Finanzmanager das letzte Wort...size matters
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10.01.2012 08:55 #6Aktivposten
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Spannende und sachliche Diskussion. Jeder hat auf seine Art Recht. Gators ersten Beitrag kann ich genau so unterschreiben, Wort für Wort.
Jeff Costello hat ebenso Recht, dass die Koreaner natürlich gefährlich sind. Es gibt genug "Der-ist-genauso-gut-wie´n-Golf-aber-viel-billiger-und-hat-alles-drin"-Experten, denen völlig egal ist, was sie da kaufen und die für europäische Traditionsmarken kein Interesse haben. Dem provokanten Verweis auf die "technischen Sackgassen" von VW (meinst Du G-Lader oder W8-Motoren?) kann man entgegen halten, dass VW trotz allem heute glänzend dasteht.
Und Captalfa hat natürlich ebenso Recht, wenn er darauf verweist, dass die Marke Saab von GM nie gepflegt wurde und deshalb in dieser Form nicht erhaltenswert erscheint.
Wie ich in einem anderen Teil des Forums schon ausführte, mache ich mir große Sorgen um fast alle europäischen Traditionsmarken außerhalb D´s. Peugeot-Citroen steht auf Dauer - so denke ich - im globalen Wettbewerb einfach zu schwach da, ist wohl mittelfristig ein Kandidat für Übernahme oder zumindest enge Kooperation (mit BMW?). Jaguar, Volvo und nun auch Land-Rover verraten gerade ihre Markenwerte, werden damit austauschbar und verprellen ihre Stammkundschaft ohne durch besondere Qualitäten Neukunden in nennenswerter Zahl anlocken zu können. Rover ist chinesisch, Lancia bald nur noch ein Label, Alfa droht auch die Amerikanisierung.
Das Schlimme für Autoliebhaber ist: jede dieser Marken hatte Stil und einen unverwechselbaren Charakter. Saab wird nicht die letzte große Marke sein, die über die Wupper geht. Dafür kann der geneigte Kunde bald aus Dutzenden von koreanischen, chinesischen, indischen, malayischen, vielleicht auch bald thailändischen oder vietnamesischen Marken wählen, die alle den selben austauschbaren Schrott verscherbeln.
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10.01.2012 09:19 #7Meinungsmacher
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Hallo Octavio
Das sehe ich für einige der von Dir genannten Marken nicht ganz so eng.
Volvo und Jaguar sind unter dem Mantel von Ford hervorragend gediehen. Volvo hat letztes Jahr mehr als 20% mehr verkauft, global. Jaguar wird mit eigenständigen Autos und Design, das sich durchaus auf Augenhöhe der Konkurrenz befindet, gut gehalten. Dasselbe gilt für LandRover, die mit dem Evoque das derzeit heisseste Eisen im Feuer haben. In der Schweiz z.B. sind alleine von dem Modell bereits 2 Jahres-Kontingente 2012 verkauft.
Peugeot-Citroen haben, im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern aus Europa, die Nase bei den alternativen Antrieben sehr, sehr weit vorn. Und deswegen werden sie, genau wie auch Volvo dank deren E-Drive, deren neuen 4-Zylindermotoren (2l Turbo mit 280PS gekoppelt mit Hybriden für 40km autonom als Stromer), ganz sicher nicht untergehen. Die sind zu gut gerüstet.
Das BMW sich da einhängt ist Beweis genug, das die Technologie der Franzosen sich nicht zu verstecken braucht.
Fiat muss sich schon alleine wegen seines sehr starken Kleinwagen- und Nutzfahrzeuge-Bereichs keine Sorgen machen. Juwelen wie Ferrari und Maserati runden da auch nach oben hervorragend ab.
Zurück zu Saab:
GM fischt mit Opel in denselben Gewässern/Gründen, in denen sie Saab auch platziert haben.
Design-technisch ist der 9-3 Kombi sicher etwas vom schönsten, was es als Kombi gibt. Auch der neue 9-5 ist sehr sexy, der 9-4x ebenfalls hübsch anzusehen.
Qualitativ sind sie alle auf der Höhe der Zeit, nur, wie schon von den Vorschreibern beschrieben, technisch zu beliebig und vom Preis verglichen mit der verwendeten technischen Basis zu teuer.
Und: Saab hat nicht mehr die sagenhafte Aura des automobilen 'Apple', die die Marke noch in den 80ern umgab, die Andersartigkeit, die der Anblick eines 900ers auslöste. Der 9-3 ist noch anders, der 9-5 war über 10 Jahre lang auch optisch ein aufgeblasener Omega, toier und mühsam dazu (Stichwort mangelnde Traktion auf der Vorderachse, was sich bei Saab als 'Snowmobile' nicht gut macht).
Als Fan schwedischer Autos tut mir das natürlich sehr weh.
Aber: Dagegen kann man nur was tu, wenn man sich die Marke selbst kauft.
Das taten aber die wenigsten, und vor allem auch die nicht, die heute den Niedergang der Marke bejammern.
Gruss
Sam
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10.01.2012 11:32 #8Aktivposten
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Saab hat schon vor GM viele Strategiefehler gemacht - weit mehr als Volvo.
Saab hatte keinen Kombi im Angebot, als viele Individualisten wie Architekten oder Lehrer ihre Autos auch nach Freizeitnutzen kauften. Der Saab 95 war ja vor dem Kombi-Trend.
Saab bot keinen Diesel an, als dieser schon längst hoffähig war.
Saab verpasste den SUV-Trend völlig.
Saab 96 und 95 sowie 99 wurden ersatzlos gestrichen, eine halbwegs breite Modellpalette gabs nie.
Die Übernahmen von Saab durch GM bewies ja nur, dass man bei GM auch nicht viel mehr vom Autogeschäft verstand.
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10.01.2012 12:23 #9Aktivposten
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Na, dann ist ja alles in Butter. Dann muss sich ja niemand Sorgen machen.
Findest Du das eigentlich witzig oder gestattet eine schweizerische Tastatur die Kombination von "e" und "u" nicht?
Ich denke, man darf Autos attraktiv und die zugehörigen Marken sympathisch und erhaltenswert finden, auch wenn sie dem persönlichen Anforderungsprofil nicht entsprechen.
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10.01.2012 13:50 #10Meinungsmacher
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Ja, ich denke, da diese Marken ihre Alleinstellungsmerkmale zementiert haben, passiert denen kaum was.
Die bleiben erhalten. Und man kann über Ford lästern wie man will, aber: Zu ihren Töchtern tragen sie Sorge und lassen ihnen die lange Leine. Wie soll man sonst erklären, dass die bei Jaguar mit dem XKR bauen dürfen, deren Kollegen bei Volvo Hybride verbauen, wie es sonst keiner tut und neue Benzinmotoren entwerfen, die alles bisherige in den Schatten stellen sollen?
http://www.tagesanzeiger.ch/auto/gel...story/26632599
Ja, das erste. Du weisst doch: Man ist nur dann ein Super-Held, wenn man sich selbst für super hält.
Einverstanden, ohne Einsprache, auch wenn ich mal einfach so bezweifle, dass hier überhaupt jemand ein Auto nach seinem Anforderungsprofil kauft.
Im Gegenteil, mit der 900/9-3-Familie wird wohl die schönste Fliessheck-Limousine aller Zeiten verschwinden .... und das schönste Cabrio sowieso. Was war der 900er SwissEdition, ganz in weiss, natürlich, mit dunkelblauem Stoffverdeck doch für ein herrlich schönes Cabrio, das schönste 4-sitzige der Welt. Ein Traum. Ja, dafür lohnt es sich, eine Träne zu verdrücken und traurig zu sein.
BTW: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama...story/19185184
Gruss
SamGeändert von hansam (10.01.2012 um 14:19 Uhr)


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