Saab war, als sie von GM gekauft wurden, faktisch pleite. Es wurden so viele Autos verkauft, dass das Geschäft am laufen bleiben konnte, aber für eine Neuentwicklung war schon Jahre vor dem Einstieg von GM nicht ansatzweise genug Geld da. Daher auch die extrem lange Bauzeit des 900ers (und technisch eng verwandten Vorfahren 99) von 1968 bis 1994 - das sind satte 26 Jahre! Insofern wurde Saab damals schon vor der Pleite gerettet.
Das Problem war nur, dass GM mit der Marke eigentlich nie wirklich etwas anfangen konnte. Die Marke war in den USA nahezu unbekannt, und um sie dort efolgreich zu etablieren hätten es die Produkte mit BMWs oder Mercedes' qualitativ aufnehmen müssen, und dazu waren sie nicht in der Lage. Schliesslich haben sie ihre eigene Luxusmarke Cadillac damals auch nicht in dieser Liga spielen lassen (können)....
Aber man hatte bei GM ja immer schon das Gefühl, dass sie das Europageschäft weder sonderlich gut verstehen noch verstehen wollen. Europa war immer schon das ungeliebte Stiefkind, dass nie das durfte, was die eigenen Töchter dürfen. Der Markt für Opel wird aus Angst vor hausinterner Konkurrenz auf Europa beschränkt. Dafür bekommt Opel umgekehrt Chevy praktisch als direkten Konkurrenten vor die Nase gesetzt.
Saab hätte einen fähigen Mann an der Spitze gebraucht, der das Geschäft versteht und die Amis kennt. Nur so hätte man die Marke fortbestehen lassen können. Man hätte sie konsequent mit Opel-Technik versehen müssen, wo man es nicht merkt, ohne dass man darüber redet wieviel Gleichteile man hinbekommen hat (damit rühmen sich heute ja noch viele Manager........), und hätte bei der sonstigen Verarbeitung mit Blick auf Audi, BMW und Mercedes richtig gelegen. Das war den Amis aber zu teuer, da sie ja selber schon Jahre vor der eigenen "Insolvenz" nur noch damit zugebracht haben, das Geschäft irgendwie am laufen zu halten.
Die Modellpalette war klein, etwas zu klein, aber eine Luxus-Nischenmarke wie Saab es richtigerweise hätte sein sollen braucht auch keine 30 Modelle... ein paar feine Modelle hätten gereicht und man wäre damit deutlich erfolgreicher gewesen. Gute Ideen gab es ja nicht wenige, Saab hat in den letzten Jahren unter GM Ägide ja ein paar absolut begeisternde Showcars auf die Beine gestellt. Nur für die Serie haben sie nicht viel entwickelt, warum auch immer. Denke mal auch hier wird das Problem die Mutter gewesen sein, die die Mittel dafür nicht bereit gestellt hat.
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Thema: Saab
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10.01.2012 14:26 #11
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11.01.2012 08:16 #12Aktivposten
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Warum nur strebt dann Fiat-Chrysler eine Allianz mit PSA an, wie auf der AMS-HP heute zu lesen ist? Komisch, wo doch alles rosarot und blumig ist...
Volvo = Geely
Jaguar = Tata
Mit Ford haben die schon seit Jahren nix mehr am Hut, seit deren "Premier Automotive Group" so grandios gescheitert ist.
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11.01.2012 08:21 #13Aktivposten
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11.01.2012 08:24 #14
Das ändert aber nichts an der Richtigkeit von hansams Aussage. Solche Entwicklungen sind nicht gerade erst in den letzten 2 Jahren angestossen worden, die laufen schon ein paar Jährchen länger und sind noch unter Ford-Ägide ins Rollen gebracht worden. Wenn heute eine Firma eine Marke weiterverkauft, dann heisst das auch, dass in der Pipeline befindliche Projekte weiter unterstützt werden, evtl sogar zu Ende entwickelt werden.
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11.01.2012 10:30 #15Meinungsmacher
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Und, im Falle von Volvo, sogar eine richtige Erfolgsgeschichte werden.
Fiat/Chrysler und PSA:
Fiat und PSA haben schon seit langer, langer Zeit (Ende 80er Jahre) Zusammenarbeitsverträge auf den verschiedensten Levels.
Die Entwicklung des Common-Rail-Motors war so eine, der Eurovan eine andere, die Nutzfahrzeuge sogar noch länger.
Daher ist es logisch, dass man sich mal wieder darüber unterhält. Das haben sie übrigens auch vor 9 Jahren schon, dort sind die Verhandlungen aber im Sand verlaufen.
Der Grund: Ja, man könnte gut miteinander, muss aber nicht. Fiat sucht nach Allianzen, weil Sergio unbedingt seine 6 Mio. Autos verkaufen will und er auch ein Standort ausserhalb von Italien sucht. Wir wissen ja alle, dass die schon länger ausserhalb produzieren, aber Sergio sucht eine Alternative, um auch den Firmenstandort wechseln zu können. Heute ist er zu sehr vom italienischen Heimmarkt abhängig, und der Staat sowie die Gewerkschaften haben im am Gängelband. Dazu: Man hat in Asien als einer der wenigen grossen keinen strategischen Partner.
PSA ist eine hübsche Braut mit schönen Töchtern und viel Potential, sonst würde auch BMW nicht mit denen kooperieren.
Aber ich sag's nochmals: Keiner von beiden MUSS, und daher würde auch keine von den Marken verschwinden.
Saab musste, weil es, wie barcode schon richtig gesagt hat, die Marke per se schon lange am sterben war.
Wahnsinn übrigens: Wenn man einen neuen 9-4X will, kriegt man keinen Abschlag. Die Dinger lassen sich also offenbar doch verkaufen ....
Gruss
Sam



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