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Jules Bianchi

Jules Bianchi - Marussia - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 9. Mai 2014 Foto: xpb

Jules Bianchi ist ein französischer Rennfahrer, der 2014 in seine zweite Saison für Marussia in der Formel 1 geht. Wir stellen Ihnen den schnellen Youngster vor, dessen Weg in die Königsklasse von Ferrari begleitet wurde.

Jules Bianchi hatte 2013 endlich den Sprung in ein Formel 1-Stammcockpit geschafft. Bis es soweit war, musste der Franzose allerdings Geduld beweisen. Wir bei vielen Piloten begann die Rennkarriere im Kart. Eigentlich war der Weg schon damals vorgezeichnet. Opa Mauro Bianchi wurde drei Mal GT-Weltmeister. Großonkel Luciano Bianchi fuhr 19 Mal in der Formel 1, landete dabei einmal auf dem Podium (Monaco 1968) und gewann im gleichen Jahr auch den 24h-Klassiker in LeMans.

Jules Bianchi mit schnellem Aufstieg

Die Fußstapfen für Jules Bianchi waren somit groß. Früh machte sich der talentierte Mann aus Nizza daran, die Erwartungen zu erfüllen. 2007 fuhr er in der französischen Formel Renault 2.0 seine erste Saison in einem großen Monoposto und wurde dabei direkt Meister. Nicolas Todt, der Sohn von FIA-Präsident Jean Todt, wurde schnell auf den Youngster aufmerksam und managt seitdem die Karriere.

Stufe zwei in der Formel-Karriere startete 2008 in der Formel 3-Euroserie. In der Meisterschaft wurde er als Rookie Dritter. Dabei musste er sich nur Nico Hülkenberg und Edoardo Mortara geschlagen geben. Beim prestigeträchtigen F3 Masters in Zolder sorgte Bianchi mit einem Sieg für Schlagzeilen. 2009 legte er noch einen drauf. Mit neun Siegen gewann der damalige ART-Pilot überlegen den Titel.

Dank der Verbindungen von Nicolas Todt, der auch Manager von Felipe Massa ist, wurde auch Ferrari auf Bianchi aufmerksam. Die Italiener nahmen das junge Talent in ihre Nachwuchsförderung auf. Im Dezember 2009 durfte Bianchi auch direkt in Jerez erstmals ein Ferrari Formel 1-Auto testen. Viele erwarteten, dass er schnell zu einem Nachfolger von Massa aufgebaut werden sollte.

Bianchis Karriere gerät etwas ins Stocken

Der nächste logische Schritt war der Aufstieg in die GP2 im Jahr 2010. Die meisten Experten gingen damals schon von einem schnellen Durchmarsch in die Formel 1 aus. Doch so schnell ging es dann doch nicht. Im ersten GP2-Jahr konnte Bianchi die Erwartungen mit Rang drei in der Meisterschaft noch einigermaßen erfüllen. Einen Schreckmoment musste er beim Rennen in Ungarn überstehen: Bei einem Crash brach er sich einen Lendenwirbel. Doch die Verletzung verheilte zum Glück schnell.

Vor der Saison 2011 wurde Bianchi als offizieller Ersatzfahrer von Ferrari aufgestellt. Parallel sollte er weiter in der GP2 Erfahung sammeln. Im zweiten Jahr in der Serie rechneten viel mit dem Titel für Bianchi. Doch daraus wurde nichts. Nur eine Pole Position und ein Sieg bedeuteten am Ende erneut Rang drei in der Meisterschaft - nur knapp vor Charles Pic und Giedo van der Garde. Romain Grosjean holte sich 2011 überlegen den Titel.

Trainingseinsätze für Force India

Bei den Young Drivers Tests in Abu Dhabi durfte Bianchi seit seinem ersten Einsatz 2009 regelmäßig einmal pro Jahr den F1-Ferrari fahren. Ab 2012 stieg der Formel 1-Kilometerstand dann etwas schneller an. Bianchi wurde bei Force India geparkt und durfte dort im Rahmen der Freitagstrainings regelmäßig Grand Prix-Luft schnuppern.

Neben den ersten Gehversuchen in der Formel 1 versuchte Bianchi in der Formel Renault 3.5 letzte Zweifel an seinem Talent zu beseitigen. Am Ende verpasste er aber auch hier den Titel. Der Holländer Robin Frijns hatte am Ende vier Zähler Vorsprung auf Vizemeister Bianchi.

Trotzdem hielt Ferrari an seinem Junior-Piloten fest und versuchte Bianchi in der Winterpause bei Force India mit aller Gewalt zum Stammfahrer zu machen. Dafür bot man sogar einen Rabatt für eventuelle Motorenlieferungen für 2014 an. Doch am Ende verzichtete Force India nach langen Diskussionen auf die Dienste von Bianchi und Ferrari. Stattdessen bekam Adrian Sutil das Cockpit.

Bianchi 2013 mit Marussia in der Formel 1

Kurz sah es so aus, als würde Bianchi wieder leer ausgehen. Doch dann ging plötzlich bei Marussia eine Tür auf. Weil der eigentlich eingeplante Stammpilot Luiz Razia versprochene Sponsorengelder nicht liefern konnte, wurde sein Platz kurzerhand an Bianchi vergeben. Bei Marussia wurde der Franzose direkt als neue Nummer eins neben dem zweiten Rookie Max Chilton aufgestellt.

Seinen Teamkollegen dominierte Bianchi den Großteil der Saison über. Mit dem unterlegenen Marussia sprang für den Franzosen trotzdem nichts Zählbares heraus. Sein 13. Rang beim Großen Preis von Malaysia, dem zweiten Saisonlauf, sollte sein bestes Ergebnis bleiben. Dreimal musste Bianchi seinen Marussia MR02 vorzeitig abstellen: in Monaco, Deutschland und Japan. Insgesamt spulte er 998 Runden ab, was 5.113 Kilometern entspricht.

In der Saison 2014 geht Bianchi erneut für Marussia an den Start. Eine Sternstunde erlebten er und sein Team beim legendären GP von Moncao. Nach einer beherzten Fahrt fuhr der Franzose an 9. Stelle liegend über die Ziellinie und sicherte Marussia die ersten zwei WM-Zähler überhaupt. Durch das Resultat belegt der Rennstall vier Rennen vor Saisonende den 9. Platz in der Konstrukteurswertung. Bianchi selbst liegt auf 16. Rang in der Fahrer-WM.

Beim GP von Japan wurde Bianchi Opfer eines schweren Unfalls. Der Formel 1-Fahrer verlor auf nasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen Rennwagen, rutschte von der Strecke und krachte vorwärts in einen tonnenschweren Bergekran. Dabei wurde sein Marussia heftig beschädigt. Bianchi zog sich schwere Kopfverletzungen zu.

Für das Jahr 2016 hatte Ferrari italienischen Medienberichten zufloge anvisiert, dem 25-Jährigen ein Stammcockpit bereitzustellen. Der scheidende Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sagte: "Ich bin sehr traurig über das, was Bianchi passiert ist. Er ist ein junger Mann, von dem wir dachten, er würde unser Pilot der Zukunft sein. Er wäre für die nächsten Jahre perfekt gewesen."

(Stand : 10/2014)

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