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Alfa Romeo 155 im Check

Rotzig-frecher Alfa zum kleinen Preis

Alfa Romeo 155 2.0 Twin Spark, Seitenansicht Foto: Arturo Rivas 12 Bilder

Im Gegensatz zu seinem einst sehr populären Nachfolger 156 fand der Alfa Romeo 155 in Deutschland trotz DTM-Erfolgs nur wenige Käufer. Sein Design war ebenso umstritten wie seine Qualität - vor allem bei Elektrik und Bremsen.

03.09.2015 Franz-Peter Hudek 1 Kommentar Powered by

Karosserie-Check

Im Vergleich zu früheren Alfa-Modellen wie Alfasud oder Giulietta (Typ 116) ist der Alfa 155 relativ gut gegen Rost geschützt. Trotzdem können am Unterboden hinter den Vorderrädern, an den C-Säulen unten, an den Schwellern unter den Kunststoffanbauten sowie im Heckbereich unter den Seitenverkleidungen Rostfelder entstehen.

Gelegentlich kann auch der vordere Fußraum durch ein undichtes Heizungssystem in Mitleidenschaft gezogen werden. Hier den Bodenteppich anheben. Wer einen Klassiker der Zukunft sucht, sollte dringend auf Originalität des Alfa 155 achten.

Technik-Check

Besonders die im Alfa 155 bis Frühjahr 1995 verwendeten 8V-Motoren mit Steuerkette gelten als sehr robust. Bei richtiger Wartung hält die Kette bis weit über 200.000 Kilometer, während bei den nachfolgenden 16V-Motoren der Zahnriemen bereits nach 60.000 Kilometern getauscht werden muss.

Die Wasserpumpe kann undicht werden. Beim Alfa 155-V6 muss zur Reparatur der Motor raus. Die Bremsen leiden unter Rost und neigen zum Klemmen. Die gesamte Elektrik mit Motorsteuerung ist defektanfällig.

Preise

Für gu gepflegte Alfa 155 im Zustand 2 sind laut Classic-Analytics rund 3.400 Euro fällig. Mäßige fahrbereite Autos gibt es schon für deutlich unter 1.000 Euro, im Zustand 4 werden ungefähr 700 Euro aufgerufen.

Bei Einführung 1992 (Alfa Romeo 155 2.0 TS)
35.700 DM
Bei Produktionsende 1997 (Alfa Romeo 155 2.0 TS)
39 950 DM

Ersatzteile

Die Versorgung mit Ersatz- und Verschleißteilen macht beim Alfa 155 derzeit noch keine Probleme. Neben den Spezialisten haben oft noch reguläre Alfa-Romeo-Werkstätten vor allem Verschleißteile vorrätig, die auch in anderen Fiat- und Alfa-Romeo-Modellen Verwendung finden.

Schwachpunkte

  1. Rost A-Säule unten
  2. Rost Schweller
  3. Rost seitlicher Heckbereich
  4. Rost Fußraum
  5. Zahnriemen (16V-Motoren)
  6. Bremsen
  7. Antriebswellen
  8. undichte Wasserpumpe
  9. Elektrik
  10. optisches Tuning
Alfa Romeo 155, Schwachpunkte, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Ärgerlich und aufwendig ist die Fehlersuche bei Elektrik- und Elektronikdefekten, die beim Alfa 155 recht häufig sind. Bei der Besichtigung und Probefahrt unbedingt darauf achten. Ebenso auf den Zustand des Blechs. Der Besuch auf einer Hebebühne ist Pflicht, denn nur dort kann man einige gfährdete Bereiche inspizieren. Gepflegte Alfa 155 sind in Deutschland selten, in Italien hat man dagegen eine große Auswahl.

Da der Alfa 155 keine große Fangemeinde hat, gibt es noch echte Schnäppchen. Der Fahrspaß liegt auf hohem Niveau, der Vierzylinderklang des Doppelnockers ist alfatypisch rotzig-frech und lässt manchen Kummer mit der anfälligen Technik verschmerzen.

Neuester Kommentar

Hatte einen schwarzen 155 2.5 V6 mit grauem Leder. Motor ein Gedicht (Leistungsentfaltung, Sound und Optik), Kofferraum RIESIG (über 500l), Fahrwerk super. Leider hatte er Wartungsstau als ich ihn übernommen hatte (habe ihne wegen der Farbe gekauft), was mich sehr teuer zu stehen kam. Allgemein ist der Unterhalt ziemlich teuer (Bremsen etc). Interessanterweise fährt sich der Alfa 164 3.0 12V (den ich während einem Jahr zur gleichen Zeit besass) mit 9 Litern , während der 155 2.5 im Schnitt 10.8 benötigte. Die kürzere Übersetzung und das etwas niedrigere Drehmoment werden wohl daran Schuld sein. Schade eigentlich der 3 Liter hätte Ihm sicherlich gut gestanden ! Also 164 für die Autobahn (niedriger Verbrauch, bessere Verarbeitung und Komfort, weniger Geräusche) und der 155 für die Landstrasse !

hugoz2 11. Oktober 2016, 16:33 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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