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Alfa Romeo Giulia in der Kaufberatung

Rassiger Motor und schwaches Blech

Alfa Romeo Giulia, Seitenansicht Foto: Jörg Künstle 11 Bilder

Die attraktive Alfa Romeo Giulia besitzt seit mehr als 20 Jahren den Status eines begehrten und bezahlbaren Allzeit-Klassikers. Das ist gut so, weil dadurch viele Spezialisten und relativ günstige Ersatzteile parat stehen. Leider aber auch manche Schnell- und Spachtel-Restaurierungen, vor denen man sich hüten muss. Daher prüfe, wer sich bindet.

30.07.2012 Alf Cremers Powered by

Karosserie-Check

Das zentrale Bodenblech der Alfa Romeo Giulia-Modelle zeigt sich erstaunlich rostresistent. Der ganze Rest im Spritzwasserbereich der Räder dagegen neigt zu Korrosion: Vorderkante der Motorhaube, Frontschürze und Aufnahmen der vorderen Querstabilisatoren, Lampeneinfassungen und -gehäuse, Vorderkotflügel mitsamt den Radläufen. Die Türunterkanten sind durch die rostfördernden Nuten für die Türgummis gefährdet. Auch die doppelwandigen Schweller und die Wagenheberaufnahmen machen Probleme. Fehlt der Spalt zwischen Vorderkotflügel und Schweller, deutet dies auf Bastelpfusch hin. Dann die Radläufe hinten, Tankränder und die Endspitzen mit Kofferraumboden. Überall dort sollte der Testmagnet haften bleiben.

Technik-Check

Der rassige Vierzylinder der Alfa Romeo Giulia ist auch ein tapferer Dauerläufer, braucht aber ein gewisses Maß an Pflege. So sollten immer nach 30.000 Kilometer Ventilspiel, Zündung und Vergasereinstellung gecheckt werden, was im Idealfall etwa fünf Arbeitsstunden in Anspruch nimmt. Dabei werden auch die Vergaserflansche auf Schäden überprüft. Fand auch regelmäßig der jährliche Ölwechsel statt (6,5 Liter!) und wurde der Motor artig warmgefahren, sind Laufleistungen von 150.000 Kilometer und mehr kein Problem.

Die Getriebe der Alfa Romeo Giulia gelten als unproblematisch, leiden aber gelegentlich unter einer verschlissenen Synchronisierung, wenn sich beim Schalten Kratzgeräusche melden. Undichte Kupplungsnehmer-Zylinder können ebenfalls Schaltprobleme verursachen. Das Fahrwerk bedarf wie der Motor einer gewissen Pflege: Buchsen und Gelenke (Vorderachse) verschleißen und führen zu einem schwammigen Fahrverhalten. In der Fertigungs-Qualität gibt es bei den verschiedenen Giulia-Generationen und Motoren keine Unterschiede.

Preise

Noch immer zählt die Alfa Romeo Giulia zum glorreichen doppelten Dutzend der begehrtesten Klassiker, erkennbar an ihrem Wertanstieg während der letzten zehn Jahre von 10.000 auf 17.000 Euro (Giulia Super, Zustand 2). Der Einstieg beginnt heute mit seriösen Autos bei 11.000 Euro. Dabei halten sich die Preisunterschiede der einzelnen Generationen und Motorisierungen in Grenzen. Beliebt sind vor allem die Super 1.6 (1965 bis 1971) sowie die ganz frühen Modelle mit Bandtacho bis 1966. Die Alfa Romeo Giulia Nuova Super sind dagegen ein- bis zweitausend Euro günstiger. Für mäßige Exemplare sollten etwa 3.500 Euro einkalkuliert werden.

Bei Einführung 1962 (Alfa Romeo Giulia)
10.950 Mark
Bei Produktionsende 1978 (Alfa Romeo Giulia)
13.990 Mark

Ersatzteile

Dank vieler Technik-Gleichteile in Alfa Romeo Giulia, Sprint GT und Spider ist die Versorgung sehr gut. Trotzdem sollte man auf die passende Erst- und Originalausrüstung achten, um den Werterhalt seines Schätzchens zu sichern. Für die großen Teile-Händler lohnen sich aufgrund der hohen Nachfrage auch Nachbauten. Das Preisniveau ist niedrig: z. B. Kopfdichtung 45 Euro, Einlassventil 12 Euro, Frontblech komplett 500 Euro, Kupplungsnehmer 80 Euro (OKP, www.okp.de, München).

Schwachpunkte

  1. Frontblech/Stoßstange
  2. Vorderachsgelenke
  3. Kotflügel vorn
  4. Vergaserflansch
  5. Schweller
  6. Getriebesynchronringe
  7. Kardanwelle (Kreuzg.)
  8. Radläufe
  9. Heckblech
  10. Tank
  11. Silentbuchsen
  12. Schraubenfedern
Alfa Romeo Giulia, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die attraktive Alfa Romeo Giulia besitzt seit mehr als 20 Jahren den Status eines begehrten und bezahlbaren Allzeit-Klassikers. Das ist gut so, weil dadurch viele Spezialisten und relativ günstige Ersatzteile parat stehen. Leider aber auch manche Schnell- und Spachtel-Restaurierungen, vor denen man sich hüten muss. Daher prüfe, wer sich bindet.

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