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Audi Quattro in der Kaufberatung

Trumpf mit Vieren

Audi Quattro, Typ 857, Baujahr 1986 Foto: Hardy Mutschler 21 Bilder

Den Audi Quattro sollte man nicht unterschätzen - er ist kein billiger Sportwagen aus dem Baukasten. Seine Technik scheint nur simpel ist aber hoch effizient und bedarf regelmäßiger fachmännischer Wartung.

16.03.2011 Powered by

Karosserie-Check

Die Karosserie des Audi Quattro ist für seine Zeit bereits gut gegen Rost geschützt, schon 1979 wurde bei Audi die Sechsjahres-Garantie gegen Durchrostung eingeführt. Doch die Eignung des Audi Quattro als Wintersportgerät, seine Beliebtheit in den Händen sorgloser junger Besitzer und seine Preis-Talfahrt machen gepflegte, rostfreie und penibel gewartete Exemplare zu Raritäten.

Oft müssen daher vernachlässigte, partiell verbastelte Audi Quattro im Zustand Dreiminus als Basis für eine Teilrestaurierung dienen, um überhaupt in den Genuss eines Urquattro zu kommen. Rost zeigt sich insbesondere an den hinteren Radläufen, an den Stehblechen im Motorraum, an den Schwellern und Schweißnähten der Karosserie. Vor allem die Wagenheberaufnahmen des Audi Quattro sind häufig von Korrosion befallen. Auch auf die Ecken des Wasserkastens im Bereich von Vorderkotflügel und A-Säule ist zu achten.

Der Einsatz verzinkter Bleche erfolgt ab Modelljahr 1985, die Audi Quattro 20 V-Modelle ab 1989 werden kaum vom Rost heimgesucht. Der Zustand des Interieurs spielt gerade bei den frühen Audi Quattro eine entscheidende Rolle. Die Sitzbezüge waren nicht sehr hochwertig (Bezugsstoff Eton Flanell) oder sehr empfindlich (Zebra-Streifen-Velours), selbst Leder ist an den Sitzwangen oft durchgescheuert. Der Hartplastik-Kunststoff bis 1985 reagiert mit Rissen auf intensive UV-Bestrahlung. Ersatz für ein verbrauchtes Interieur ist schwer zu beschaffen. Auch die frühen Mäusekinos mit grünen, statt orangenen LCDs gelten als sehr anfällig.

Technik-Check

Auch in puncto Technik sind die ausgereifteren späteren Audi Quattro die bessere Wahl. Speziell die Motoren der 20V-Quattro (Kennbuchstabe RR) mit dem aufwendigen DOHC-Zylinderkopf machen trotz hoher Literleistung kaum Probleme, was vor allem an der größeren Zuverlässigkeit der Peripherie-Aggregate (Auspuffkrümmer, Turbolader KKK-27, LH-Jetronic) liegt.

Doch auch der gute alte Reihenfünfzylinder mit Tassenstößeln und ohne Querstromkopf (Typ 828, WR) ist dank geschmiedeter Kurbelwelle und soliden Pleuellagern bei guter Wartung für mehr als 200.000 Kilometer gut. Allerdings machen Risse im Auspuffkrümmer, im Zylinderkopf (bei Dauervollgas ohne "Kaltfahren") und Defekte an der Motorsteuerung des Audi Quattro Probleme. Hydrostößel haben erst die MB-Motoren mit 2.226 Kubik ab 1987. Auch die Zentralhydraulik für Lenkung und Bremsen mit Hochdruckpumpe, Druckspeicher und Vorratsbehälter ist häufig Quell von Ärgernissen, die ins Geld gehen. Wenig Probleme gibt es mit der Kraftübertragung desAudi Quattro, die Funktion der Differenzialsperren gehört aber geprüft.

Preise

Die Preisentwicklung des Audi Quattro ist für die Besitzer sehr erfreulich, für Interessenten weniger. Top-Exemplare kosten rund 20.000 Euro, das ist eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2000. Die beliebteren und ausgereifteren 20 V-Modelle liegen in Zustand 2 sogar jenseits der 25.000er-Schwelle.

Qualitativ sind die späteren Jahrgänge des Zehnventilers ab 1985 deutlich besser, doch der Charme der frühen Audi Quattro-Typen bleibt für Kenner unbestritten. Die Frontpartie mit eckigen Doppel-Scheinwerfern bis Modelljahr 1983, gepaart mit Analog-Uhren und Zebra-Streifen-Velours "Negro" übt auf die Liebhaber einen besonderen Reiz aus, der sich erst jetzt in den Preisen artikuliert - ebenso wie die erfreuliche Aussicht auf ein baldiges H-Kennzeichen.

Das Jubiläum 30 Jahre Audi Quattro ist 2010 in allen Köpfen. Der Audi-Meilenstein, der den Slogan Vorsprung durch Technik mit neuem Leben erfüllte, ist in gepflegtem Originalzustand eine Investition in die Zukunft. Auch der Sport Quattro profitiert vom Boom. Top-Autos des raren Sportgeräts kosten bis zu 100.000 Euro.

Bei Einführung 1980 (Audi Quattro)
49.900 Mark
Bei Produktionsende 1991 (Audi Quattro 20 V)
96.700 Mark

Ersatzteile

Nach jahrerlanger Durststrecke bessert sich nun die Teile-Situation um den Audi Quattro. Nicht nur die erhebliche Wertsteigerung dieses Meilensteins hat dazu geführt, sondern vor allem das große Engagement der Audi Tradition, die Teileversorgung durch Aufkäufe und On-Line-Distribution zu sichern.

Dennoch sind spezialisierte Teilehändler gerade in der Urquattro-Szene unverzichtbar, allen voran die unten genannten, aber auch die Fa. Konrad Kiefer, die Urquattro-Adresse, Bliesgaustraße 1, 66440 Blieskastel, Telefon 0 68 42/16 67. Gleichteile mit dem Audi 80, Typ 81, können auch über das VW-Audi Classic Parts Center, Theodor-Heuss- Straße 28b, 38436 Wolfsburg, Telefon 0 53 61/30 85 77 22, www.vw-classicparts.de beschafft werden. Wie bei allen Youngtimern, deren Ersatzteillage kritisch ist, lohnt sich auch bei dem Audi Quattro zudem die Suche über Ebay. Die Mitgliedschaft in einem der Audi Quattro-Clubs ist sehr zu empfehlen.

Schwachpunkte

  1. Schweller, Radläufe, Türkanten
  2. Kotflügel vorn, Schweissnähte
  3. Wagenhebraufnahm., A-Säule
  4. Auspuffkrümmer, Turbolader
  5. Zylinderkopf, Zentralhydraulik
  6. Kraftübertragung (Differenzial)
  7. Motorsteuerung (Hitachi)
  8. Bosch K-Jetronic, Zahnriemen
  9. Einspritzventile (Kühlung)
  10. Steigerung des Ladedrucks
  11. Vertuschte Unfallschäden
  12. Originalität (Glasdach, Räder)
Audi Quattro, Quattro 20V, 1980-1991

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Den Audi Quattro sollte man nicht unterschätzen - er ist kein billiger Sportwagen aus dem Baukasten. Seine Technik scheint nur simpel ist aber hoch effizient und bedarf regelmäßiger fachmännischer Wartung.

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