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Austin Mini 850 HL in der Kaufberatung

Fahrspaß mit hohem Wartungsaufwand

Austin Mini und Citroën 2 CV 6 Club Foto: Uli Jooß 8 Bilder

Der ganz große Fahrspaß findet sich nicht mehr zum kleinen Preis. Gute Mini sind inzwischen richtig teuer. So genial das Konstruktionsprinzip auch sein mag - im Alltag macht der kleine Brite oft Ärger, fordert ein hohes Maß an Wartung und leidet zudem häufig unter starkem Rostbefall. 
 

21.06.2012 Powered by

Karosserie-Check

Rostschutz war bei Austin in den sechziger Jahren noch nicht angesagt. Auch spätere Mini der Serie IV sind noch anfällig. Weil die Karosserie zahlreiche, völlig ungeschützte Hohlräume aufweist, wird eine Restaurierung der Karosserie schnell zu einem aufwendigen Unterfangen. Um nicht alle möglichen versteckten Feucht- und Rostbiotope auffinden und beheben zu müssen, sollten Interessenten nach einem Mini mit guter Substanz Ausschau halten. Denn nur bei sehr seltenen Autos lohnt sich eine Komplettsanierung.

Zu Rost und Durchrostungen kommt es beim Mini vor allem an Anbauteilen wie Türen, Hauben oder den verschweißten Kotflügeln. Abstand sollte man von Fahrzeugen mit durchgerostetem hinteren Fahrschemel nehmen. Sie taugen oft nur noch als Teileträger. Weitere korrosionsgefährdete Stellen: Lampentöpfe, Radhäuser vorn und hinten, Einstieg, Schweller sowie die Kofferraumklappe. Auch an den typischen Schweißfalzen am Heck des Mini nagt die braune Pest häufig.  

Unbedingt ist bei einer Besichtigung der Kofferraumboden zu inspizieren. Auch hier sammelt sich im Mini oft Nässe, die für kräftige Korrosion sorgt. Als ebenso lohnenswert erweist sich ein Blick unter das Auto, denn auch das Bodenblech gammelt häufig. Viele Mini wurden individualisiert. Deswegen vor dem Kauf klären, mit welchem Aufwand die Umbauten rückgängig gemacht werden können.

Technik-Check

So klein der Mini ist, so groß fällt der Pflegeaufwand für die Technik aus. Nur regelmäßige Wartung sichert eine lange Lebensdauer der an sich robusten Komponenten. Der gemeinsame Ölkreislauf von Motor und Getriebe bedingt kurze Wartungsintervalle. Der Motor mag keine hohen Dauerdrehzahlen. Bei sportlicher Fahrweise können die Motorlager Schaden nehmen.

Auch das Getriebe verlangt eine gefühlvolle Behandlung. Die Lager der Viergang-Box verschleißen oft schon nach 80.000 Kilometer Laufleistung. Das deutet sich in Heulen an. Kommt es beim Herunterschalten zu Knarzgeräuschen, liegt das meist an defekten Synchronringen.

Die an sich sehr überschaubare Elektrik sorgt hin und wieder für Ärger. Fahrzeuge mit Hydrolastic-Fahrwerk bedingen einen höheren Pflegeaufwand als solche mit Gummifederung. Bei allen Versionen sollte aber darauf geachtet werden, ob die Spurstangen und Lenkerbuchsen ausgeschlagen sind. 

Preise

Natürlich sind die gesuchtesten Mini die Cooper-Versionen. Doch auch die anderen Karosserie-Varianten wie Pick-up oder Van steigen in der Wertschätzung - und ebenso im Wert. Das heißt jedoch nicht, dass schwächer motorisierte Normalmodelle Schnäppchen wären. Für rund 1.000 Euro gibt es komplette Restaurierungsobjekte aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern. 

Ab etwa 5.000 Euro finden sich alltagstaugliche Mini mit Laufleistungen zwischen 80.000 und 120.000 Kilometern. Die Preise für Topmodelle beginnen bei rund 8.500 Euro. Viele Mini aus den Achtzigern haben Umbauten hinter sich, die ebenso abenteuerlich sind wie die dafür geforderten Preise. Wer einen originalen, voll alltagstauglichen Briten sucht, sollte sich auf die letzten Serien ab 1991 konzentrieren. Cooper- und Sondermodelle wie der British Open gibt es ab rund 4.000, Mini der letzten Serie mit Airbag ab 6.000 Euro.

Bei Einführung 1976 (Austin Mini 850)
6.290 Mark
Bei Produktionsende 1984
7.590 Mark

Ersatzteile

Die lange Bauzeit sowie die fast ebenso dauerhafte Beliebtheit des Mini sorgen für eine sehr entspannte Ersatzteilsituation. Für die letzte Serie, die erst 2000 auslief, gibt es das Meiste beim Mini-Händler. Für frühere Modelle und unterschiedliche Karosserieversionen ist bei freien Händlern nahezu alles erhältlich – entweder im Original oder als Nachfertigung. 

Was hier zu Lande nicht angeboten wird, findet sich fast immer in Großbritannien. Nur bei sehr seltenen Varianten wie Riley Elf oder Wolseley Hornet kann es Engpässe geben. Durch die hohe Modellvielfalt kommt es mitunter aber zu Problemen mit der Ersatzteillogistik. 

Schwachpunkte

  1. Lampentöpfe
  2. Kotflügel
  3. Radhäuser vorn
  4. Einstiege und Schweller
  5. Rost an Falzen und Schweißnähten
  6. Kofferraumklappe
  7. Reserveradwanne
  8. Bodenblech
  9. Motorlager
  10. Getriebelager und Synchronringe
Mini Igel

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der ganz große Fahrspaß findet sich nicht mehr zum kleinen Preis. Gute Mini sind inzwischen richtig teuer. So genial das Konstruktionsprinzip auch sein mag - im Alltag macht der kleine Brite oft Ärger, fordert ein hohes Maß an Wartung und leidet zudem häufig unter starkem Rostbefall. 
 

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