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Bertone Ritmo Cabriolet - Kaufberatung

Praktisches Cabrio mit Rostproblemen

Bertone Ritmo Cabrio 85 S Foto: Rossen Gargolov 15 Bilder

Das pfiffig konstruierte, viersitzige Cabriolet ist inzwischen eine Automobil-Rarität. Die überschaubare Großsereintechnik, gute Fahrleistungen und viele originelle Karosseriedetails sprechen für das Fiat-Derivat. Rost- und Elektrikprobleme trüben dagegen den Kauf- und Fahrspaß.

16.04.2012 Powered by

Karosserie-Check

Besonders die Ritmo-Modelle der ersten, bis 1982 gebauten Serie neigen trotz ihres hohen Kunststoffanteils an der Karosserie zu starkem Rostbefall. Gefährdet sind vor allem die Radläufe, Radhäuser, Seitenschweller, Fahrwerksdome hinten, das Heckabschlussblech, der Fußraum, die A-Säule, der Windschutzscheibenrahmen, Türen-Unterkanten, der Kofferraum und der Auspuff. Weitere typische Rostnester entstehen auch bei den Serie 2-Modellen an den Nahtstellen von Kunststoff und lackierter Karosserie, wo sich bisweilen folgenschwere Feuchtigkeitsnester bilden.

Beim Bertone Cabriolet ist das knapp geschnittene, dreilagige Kunststoffdach auf nachlässige Reparaturen und Risse zu überprüfen. Es wird ziemlich eng gefaltet und neigt bei nicht sorgfältigem Umgang zu Rissen an den Faltkanten. Die beiden Reißverschlüsse zum Loslösen der Heckscheibe sollten ohne großen Widerstand funktionieren, die Heckscheibe aus Glas keine Kratzer oder Verunreinigungen aufweisen.

Das Interieur des Italieners einschließlich Sitze und Türverkleidungen sollte in einem gepflegten Zustand sein. Dazu zählt auch eine bestenfalls noch stramme Polsterung der nicht besonders bequemen Sitze. Die Bedienungselemente und Drucktasten, für die es ebenso keinen Ersatz gibt, müssen einwandfrei funktionieren und dürfen keine Gebrauchsspuren aufweisen.

Technik-Check

Die Technik des Ritmo basiert auf dem Vorgänger-Modell Fiat 128 und gilt als sehr zuverlässig. Einziger Schwachpunkt der modernen Vierzylinder-Motoren sind die mäßigen Kaltlaufeigenschaften. Davon abgesehen erreichen die bewährten Triebwerke bei regelmäßiger Wartung, zu der auch der Wechsel des Zahnriemens für den Nockenwellenantrieb zählt, Laufleistungen von bis zu 300.000 Kilometer.

Der Zahnriemenwechsel ist alle 60.000 Kilometer fällig und macht im großzügig dimensionierten Ritmo-Motorraum keine Probleme. Das hakelig zu schaltende Getriebe mitsamt Kupplung kann bei nicht exakter Einstellung ziemlich nerven. Kratzgeräusche beim Einlegen des zweiten Gangs machen auf ein ausgeschlagenes oder verstelltes Schaltgestänge aufmerksam. Vorderachsgeräusche in Linkskurven und bei Lastwechsel sind Anzeichen einer verschlissenen Lenkung. Die gesamte Bord-Elektrik, ein typischer Fiat- (und "Italiener"-) Schwachpunkt, sollte einer strengen Prüfung unterzogen werden. Besonders die zahlreichen Kontroll-Lämpchen und -Anzeigen neigen zu nervigen Fehlfunktionen und Dauer-Warnlichtern.

Preise

Das Fiat Ritmo Cabrio made by Bertone war bereits bei seiner Markteinführung kein Schnäppchen, sondern kostete etwa 40 Prozent mehr als die vergleichbare Limousine. Entsprechend gering waren die Verkäufe, die meistens an Liebhaber der italienischen Marke erfolgten. In der Regel verblieben die raren Stücke deshalb über Jahre hinweg in guten Händen. Dadurch sind die Chancen, ein ordentliches Ritmo-Cabrio zu erstehen, fast größer als der Erwerb einer intakten Ritmo-Limousine. Die positive Preisentwicklung der letzten Jahre zeigt, dass der Cabrio-Außenseiter aus Italien durchaus seine Fan-Gemeinde gefunden hat. Wer also ein ordentliches Fahrzeug angeboten bekommt, der sollte zugreifen. Mit dem seltenen Ritmo Cabrio macht man auf jeden Fall bei Oldtimer-Rallyes mit Youngtimer-Beteiligung eine extrem gute Figur.

Bei Einführung 1981 (Bertone Ritmo Cabriolet)
20.890 Mark
Bei Produktionsende 1987 (Bertone Ritmo Cabriolet)
23.980 Mark

Ersatzteile

Die Ersatzteillage für die Standard-Ritmo ist unproblematisch, wenn es um Verschleißteile wie Bremsen, Kupplungen, Stoßdämpfer und Lager geht. Vieles ist noch vorhanden oder kann von anderen Fiat-Modellen (Uno, Panda, 128) übernommen werden. Zündkerzen, Filter oder Scheibenwischer gibt es meistens sogar noch im KFZ-Zubehörhandel.

Schwieriger gestaltet sich die Suche nach Blechen, Glas, Kunststoff-Teilen und Interieur- Elementen. Während über Fiat nichts mehr zu bekommen ist, sind Blechteile teilweise noch über freie Anbieter lieferbar, wobei auch hier die Verfügbarkeit einiger Türen (Dreitürer TC und Cabrio) stetig abnimmt; weiterhin gelten auch Heckklappen schon seit den späten 80ern in rostfreiem Zustand als schwer zu beschaffen. Das Verdeck kann von Spezialisten nachgefertigt werden und verursacht dann höhere Kosten als der Marktwert des Fahrzeugs.

Schwachpunkte

  1. Rost an Radläufen und in den Radhäusern
  2. Rost Schweller
  3. Rost Kofferraumboden
  4. Rost Stoßdämpfer-Dome
  5. Auspuffanlage
  6. Lenkung
  7. Schaltgestänge
  8. Anzeigeninstrumente
  9. Hakelige Türschlösser
  10. Schlaffe Sitzpolster
  11. Risse im Verdeck
Bertone Ritmo Limousine

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Das pfiffig konstruierte, viersitzige Cabriolet ist inzwischen eine Automobil-Rarität. Die überschaubare Großsereintechnik, gute Fahrleistungen und viele originelle Karosseriedetails sprechen für das Fiat-Derivat. Rost- und Elektrikprobleme trüben dagegen den Kauf- und Fahrspaß.

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