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Kaufberatung Citroën BX

Günstig gleiten mit Hydropneumatik

Citroën BX 16 TZI Foto: Hardy Mutschler 12 Bilder

Der BX ist die günstigste Möglichkeit, eine echte Citroën-Limousine zu fahren – also eine mit Hydropneumatik. Schwerer als die Technik des BX in den Griff zu bekommen, dürfte es fallen, ein gutes Exemplar zu finden, weil so viele BX als billige Gebrauchtwagen niedergeritten wurden.

28.04.2009 Powered by

Karosserie-Check

Für einen Citroën der 80er Jahre bietet der BX eine geradezu meisterhafte Rostvorsorge. Citroën bemühte sich erfolgreich, den Mittelklassewagen vor Korrosion zu schützen. Zudem sind Anbauteile wie die Motorhaube aus Kunststoff gefertigt. Doch mit den Jahren gibt es auch beim BX einige neuralgische Zonen, die genau auf Rost untersucht werden sollten. Einigermaßen offensichtlich taucht die braune Pest an den unteren Kanten aller vier Türen auf. Auch die Unterkanten der A- und B-Säulen sind gefährdet. Weitere Rost-Problemzonen verstecken sich unter den Anbauteilen: Radläufe hinter den Kotflügeln, A-Säulen mit Ausläufern, Türeinstieg hinten, Innenkotflügel vorn und hinten, dazu Windschutzscheibenrahmen sowie der Kofferraumboden.

Die Karosserie-Anbauteile der Serie I unterscheiden sich zu denen der Serie II nur durch anders geformte vordere Kotflügel und können untereinander getauscht werden. Das Kombimodell Break nutzt dieselben Türen – auch im Fond – wie die Limousine. Kombis sind deutlich seltener als die Limousinen und meist erheblich verbrauchter. Dabei zeigt sich der BX im Innenraum verschleißresistent. Nur die Fensterheber werden mit den Jahren müde, und frühe Modelle haben oft gerissene Instrumentenbretter.

Technik-Check

Als Neuwagen erfreulich zuverlässig, ist der BX im Alter weniger robust. Besondere Prüfung verlangt die Hydropneumatik. Federkugeln: Auto bei laufendem Motor in die normale Fahrhöhe heben. Dann vorn und hinten nach unten drücken. Bei funktionstüchtigen Federkugeln federt der BX weich ein, bei defekten oft gar nicht mehr. Als Nächstes der Hauptdruckspeicher: Den BX starten und in Fahrstellung hochfahren lassen. Dabei darf es nicht mehr als drei bis vier Mal vernehmlich ticken, sonst ist der Druckspeicher defekt.

Federbeine vorn: Der BX muss fast geräuschlos und gleichmäßig in die unterschiedlichen Höhenniveaus fahren. Ruckelt er dabei oder treten Knarzgeräusche auf, sind die Federbeine verschlissen (um 420 Euro/Stück). Schwingarmlager hinten: Den BX auf das höchste Niveau heben und aus ein paar Metern Entfernung das Heck an- schauen, ebenso in der tiefsten Niveauposition: Weisen die Räder in einer der beiden Stellungen negativen Sturz auf, sind die Schwingarmlager im Eimer und müssen schnell ersetzt werden, bevor sie sich in die Schwingarme einfressen. Außerdem auf die Hydraulikflüssigkeit im grünen Behälter links vorn im Motorraum machten: Ist sie nicht mehr grün, sondern bräunlich, muss sie gewechselt werden. Bei Motoren den Zahnriemen (Wechsel alle 60 000 km) und Ölverbrauch (max. 1 L/1000 km) checken. Bei höherem Ölverbrauch sind die Ventilschaftdichtungen verschlissen.

Preise

BX waren nie teuer: Zuerst galt der Mittelklasse-Citroën als günstiger Neuwagen, dann schnell als billiges Gebrauchtauto. Während bis vor einigen Jahren noch viele Modelle im Gebrauchtwagenhandel zu finden waren, hat sich das Angebot inzwischen drastisch verringert. Vor allem Modelle aus der ersten Serie (bis Sommer 1986) sind kaum mehr erhältlich und erreichen schon Liebhaberpreise - wenn auch auf niedrigem Niveau.

Die Preise starten bei rund 200 Euro für Ersatzteilträger oder sehr pflegebedürftige BX. Ab 1.000 Euro gibt es alltagstaugliche Modelle mit frischer HU - meist Limousinen der Serie II mit Benzinmotor. Für gute Exemplare und rare Versionen wie den 4 x 4 werden über 2.500 Euro verlangt. Die seltenere Kombiversion Break kommt etwas teurer. Diesel sind trotz meist deutlich höheren Laufleistungen nicht günstiger als gleich alte Benziner.

Bei Einführung 1982 (BX 16 TRS)
18.800 Mark
Bei Produktionsende 1993 (BX 16 TZI)
30.840 Mark

Ersatzteile

Die Preise für Original-Ersatzteile liegen auf hohem Niveau. So übersteigen schon kleine Reparaturen schnell den Gesamtwert des Autos. Eine gute Adresse – wie für alle günstigen, älteren Autos – ist daher www.autoverwerter.de. Hier gibt es die meisten Teile für den BX. Schwierig ist die Suche nur bei Autos der Serie I: Cockpitteile und vordere Kotflügel werden rar, oft hilft aber ein Blick ins Internetforum der BX-Basis. Dort findet sich mitunter auch der sonst kaum mehr erhältliche Ersatz für die vielen Sondermodelle des BX – von Leader bis Deauville. Für den 1,4-Liter-Benziner ab September 1990 bietet Reich und Sohn einen Kaltlaufregler an. Damit erreicht der BX 14 die Abgasnorm Euro 2 – kostet inklusive Einbau rund 210 Euro. Auch für die 1,8-Liter- und 1,9-Liter-Saug- und Turbodiesel gibt es dort Euro 2-Umrüstsätze. Kosten mit Einbau: etwa 420 Euro.

Schwachpunkte

  1. Türunterkanten korrodiert
  2. Innenkotflügel und Türeinstieg
  3. Windschutzscheibenrahmen
  4. Gerissene Instrumentenbretter
  5. Federkugeln verschlissen
  6. Hauptdruckspeicher defekt
  7. Federbeine vorn
  8. Schwingarmlager hinten
  9. Ölverlust am Motor
  10. Lenkung ausgeschlagen
  11. Mängel am Kühlsystem
  12. Elektronikfehler
Citroën BX 16 TZI

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der BX ist die günstigste Möglichkeit, eine echte Citroën-Limousine zu fahren – also eine mit Hydropneumatik. Schwerer als die Technik des BX in den Griff zu bekommen, dürfte es fallen, ein gutes Exemplar zu finden, weil so viele BX als billige Gebrauchtwagen niedergeritten wurden.

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