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Corvette ZR1 (C4) in der Kaufberatung

Leistung und Luxus im Überschuss

Chevrolet Corvette ZR-1, Seitenansicht Foto: Hardy Mutschler 9 Bilder

Die Anschaffung einer Corvette ZR-1 aus den frühen 90ern zum Preis eines modernen Kompaktautos ist verlockend. Leistung und Luxus bietet der schlanke Super-Sportwagen im Überfluss, machen es aber auch anfällig für Schwachstellen. Immerhin: Kinderkrankheiten sind nicht bekannt.

02.10.2013 Franz-Peter Hudek Powered by

Karosserie-Check

Noch besser als die beiden Vorgänger-Generationen ist die Corvette C4-Baureihe, die ein komplett neu konstruiertes Chassis erhielt, gegen Rost geschützt. Das liegt an den vielen Aluminiumteilen und der nach wie vor aus Kunststoff gefertigten Karosserie. Trotzdem sollte man auf korrekte Spaltmaße und rundum identische Lackfarben-Intensität achten. Abweichungen davon entstehen meist durch billig durchgeführte Unfallreparaturen.

Die Corvette ZR-1 hast ein fest verschraubtes Targadach, sodass hier keine Problem mit schadhaften Dichtungen aufkommen können. Anders verhält es sich mit dem komplex gestalteten und luxuriös ausgestatteten Cockpit, dessen Funktionen vom CD-Spieler bis zu den elektrisch verstellbaren Sitzen mit aufblasbaren Luftkammern geprüft werden müssen. Oft ist die Qualität des Materials und dessen Verarbeitung etwas nachlässig, weshalb fast immer mit verschlissenen Ledersitzen und abgegriffenen Symbolen und Icons zu rechnen ist.

Auch war die einst über 100.000 Mark teure Corvette ZR-1 späteren Besitzern ausgesetzt, die sich kein weiteres Fahrzeug leisten konnten und das glamouröse Sportcoupé wie einen alten Toyota Corolla behandelten. Weil der Innenraum durch die Motorhitze stark aufheizt, ist eine gut funktionierende Klimaanlage unverzichtbar. Bestenfalls sollte die Anlage bereits mit dem seit 1995 vorgeschriebenen Kältemittel R134a ausgestattet sein.
Noch nicht zugelassene US-Importe verursachen oft zusätzliche Kosten durch Umbauten der Beleuchtungsanlage einschließlich der Scheinwerfereinsätze.

Technik-Check

Trotz der nur kurzen V8-Vierventil-Episode bei Chevrolet gilt der von Lotus in England entworfene und gebaute (Vorserien-)Motor der ZR-1 als robust und unproblematisch. Allerdings sollten Reparaturen mit dem dafür notwendigen Fachwissen und zum Teil auch Spezialwerkzeug durchgeführt werden.

Dank moderner Elektronik und zentralem Bordcomputer können mit einem Diagnose-Gerät und unter Kenntnis der Fehler-Codes Probleme an der gesamten Motor-Peripherie herausgelesen werden. Diverse Öl-Leitungen sowie Getriebe und Differenzial sind auf Dichtigkeit zu überprüfen. Das in Deutschland bei ZF gefertigte Sechsgang-Schaltgetriebe der Corvette ZR-1 gilt weitgehend als unproblematisch, schaltet sich aber etwas ruppig und benötigt ein kräftiges Kupplungsbein.

Wer die Leistung des LT-5-Motors auf allen Straßen voll nutzen möchte, sollte die Gummibuchsen des komplex konstruierten Fahrwerks checken. Auch die Traggelenke an der Vorderachse leiden unter erhöhtem Verschleiß. Die Funktion des dreistufig verstellbaren Corvette ZR-1-Fahrwerks muss überprüft werden, ebenso das ab 1992 lieferbare ASR.

Preise

Angesichts der einst hohen Corvette ZR-1-Preise - doppelt so hoch wie für ein normales Corvette-Coupé - sind die derzeit geforderten Summen, die zwischen 22.000 und 25.000 Euro für gut erhaltene Exemplare mit über 100.000 km Laufleistung liegen, nicht zu hoch gegriffen. Fahrzeuge mit deutlich weniger Kilometer gehen schon in Richtung 30.000 Euro.

Durch das Erscheinen der neuen Corvette ZR-1 scheint das Interesse an dem Vierventil-Vorgänger wieder erwacht zu sein. Allerdings hat sich Chevrolet durch die Übernahme der ZR-1-Optik für die gesamte Baureihe keinen Gefallen getan, weshalb nur Insider von der Existenz des Vierventilers wissen. Außerdem legte die Standard-Corvette ab 1992 mit der Leistung ständig zu (LT1 mit 300 PS), wodurch sich der der Abstand zur ZR-1 (zuletzt mit 405 PS) verringerte.

Bei Einführung 1990 (Chevrolet Corvette ZR1 )
172.000 Mark
Bei Produktionsende 1995 (Chevrolet Corvette ZR1 )
196.000 Mark

Ersatzteile

Dank des in der Corvette-Geschichte am längsten gebauten Basismodells der C4-Baureihe ist die Versorgung mit Ersatzteilen weitgehend gesichert. Das gilt auch für Karossereiteile sowie der Innenausstattung. Hier profitiert die Corvette ZR-1-Version von ihrer Verwandtschaft mit dem Standardmodell.

Allerdings ist nahezu kein Bauteil des Cosworth-V8 mit dem des GM-Stoßstangen-V8 identisch. Das gilt auch für die weitgehend neu konstruierte Motorperipherie einschließlich Einspritzanlage und Steuerelektronik. Hier können Engpässe entstehen, zumal Chevrolet die DOHC-Vierventil-Technik bei den V8-Motoren nicht weiter verfolgte: Nockenwellen sind inzwischen nicht oder nur sehr schwer erhältlich. Dafür sind die spezifischen Corvette ZR-1-Teile vergleichsweise günstig. Einspritzdüsen kosten jeweils zirka 100 Euro, die Zylinderkopfdichtung 250 Euro und eine komplette Bremsanlage rund 900 Euro. Auch das Beschaffen der breiten 315er-Reifen kann Schwierigkeiten machen. Derzeit bietet nur Vredestein ein entsprechendes Reifenformat.

Schwachpunkte

  1. Lackverfärbungen
  2. Spaltmaße
  3. Radlager hinten
  4. Fahrwerksbuchsen
  5. Vorderachse
  6. Ölverlust Motor
  7. Ölverlust Differenzial
  8. Ansaugspinne undicht
  9. Defektes Steuergerät
  10. Verschlissene Kupplung
  11. Verschlissenes Interieur
Chevrolet Corvette ZR1 (C4), Schwachstelle

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die Anschaffung einer Corvette ZR-1 aus den frühen 90ern zum Preis eines modernen Kompaktautos ist verlockend. Leistung und Luxus bietet der schlanke Super-Sportwagen im Überfluss, machen es aber auch anfällig für Schwachstellen. Immerhin: Kinderkrankheiten sind nicht bekannt.

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