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Kaufberatung Ferrari 365 GTB/4 Daytona

Schön, selten - und teuer

Foto: Hardy Mutschler 20 Bilder

Zwar sind die Zeiten der Millionenpreise für den Ferrari 365 GTB/4 Daytona vorbei, doch auch nach dem Ferrari- Hype liegen selbst mittelmäßige Exemplare noch im Preisbereich eines Eigenheims mit Garten. Die Unterhalts- und Reparaturkosten des an sich soliden Ferrari 365 GTB/4 Daytona fordern hohen finanziellen Einsatz.

13.01.2011 Powered by

Karosserie-Check

Unter dem Blech des Ferrari 365 GTB/4 Daytona finden sich zum Teil wilde Schweißnähte. Das muss nicht auf der schlechten Reparatur eines Unfallschadens beruhen, sondern kann schon in der Fabrik von Scaglietti so zusammengebraten worden sein. Eine wirkungsvolle Rostvorsorge bekam der Ferrari 365 GTB/4 Daytona nicht mit auf den Weg zur Legende. Dennoch gibt er sich recht resistent gegen Korrosion. Das ändert aber wenig daran, dass Interessenten einige Schwachpunkte besonders genau untersuchen sollten - so etwa die Scheibenrahmen vorn und hinten, die Schweller und die hinteren Radläufe des Ferrari 365 GTB/4 Daytona. Gefährdet sind außerdem die Rahmenausleger, an denen die Antriebseinheit und die Radaufhängung anlenken. Am Hauptrahmen dagegen findet sich nur selten Rost.

Auch die Türen und Türunterkanten, der Kofferraumboden und der Tankbereich des Ferrari 365 GTB/4 Daytona sollten inspiziert werden. Während die Motorhaube und die Kofferraumklappe bei allen Daytona aus Alu gefertigt wurden, bestehen die Türen bei einigen Modellen aus Blech, bei anderen dagegen aus Alu. Um mögliche Unfallschäden aufzuspüren, sind die Passungen der Hauben, Türen und der Scheinwerfer zu überprüfen. Weiterhin achten sollten Interessenten auf die Vollständigkeit und den Zustand des Chromzierrats an dem angebotenen Ferrari 365 GTB/4 Daytona. Denn Ersatz dafür ist teuer und rar.

Weil viele Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta nachträglich zu Spidern umgebaut wurden, sollten GTS/4-Käufer unbedingt auf die Originalität achten: Echte Ferrari 365 GTB/4 Daytona Spider tragen Innenkotflügel aus Stahl und nicht wie das Coupé aus Fiberglas. Außerdem befindet sich hinter den Sitzen eine zusätzliche Stahlverstärkung. Wichtigster Anhaltspunkt sind aber die Fahrgestellnummern.

Technik-Check

Trotz seiner aufwendigen Konstruktion erweist sich die Antriebseinheit des Ferrari 365 GTB/4 Daytona als durchaus langlebig und solide - vorausgesetzt, der Wagen bekommt die entsprechende Pflege. Eine Motorrevision kostet nur im besten Fall weniger als 25.000 Euro, meist eher 40.000 bis 50.000 Euro. Daher sollte ein Kompressionsdiagramm mit gleichmäßig hohen Werten für alle zwölf Zylinder vorliegen. Zudem darauf achten, dass die sechs Doppelvergaser richtig eingestellt sind – das kann sich als langwieriges und teures Prozedere erweisen.

Der mächtigen Zwölfzylinder des Ferrari 365 GTB/4 Daytona schwächelt häufig wegen eingelaufener Nockenwellen. Im Leerlauf ist der Nockenwellenantrieb mit Kette und Zahnrädern immer deutlich zu hören. Treten jedoch mahlende Geräusche auf - oft nur von Daytona-Profis deutlich zu vernehmen -, muss meist der Stirnradsatz ersetzt werden. Sehr teuer kommen auch Reparaturen am Fünfganggetriebe des Ferrari 365 GTB/4 Daytona. Es muss sich zwar nicht allzu leichtgängig, aber sauber und ohne Geräusche schalten lassen. Der Ferrari 365 GTB/4 Daytona krankt häufig am Sperrdifferenzial, erkennbar an Knirschen in engen Kurven. Zudem sind auch die Fahrwerkslager ausgeschlagen. Haben die hinteren Radlager Spiel, müssen sie teuer ersetzt werden. Eine Reparatur ist nicht möglich.

Preise

Der große Ferrari-Hype nach Enzo Ferraris Tod zog sich bis in die frühen neunziger Jahre. Die Preise für den Ferrari 365 GTB/4 Daytona kletterten in diesen Spitzenzeiten auf rund 1,6 Millionen Mark für das Coupé. Anfang der Jahrtausendwende hatte sich der Markt wieder beruhigt - seit zwei, drei Jahren ziehen die Preise aber wieder deutlich an. Ferrari 365 GTB/4 Daytona Coupés selbst in mäßigem Zustand haben inzwischen die 100.000 Euro-Grenze überschritten, ein originaler Spider im gleichen Zustand kostet schon das Doppelte. Wer einen guten Ferrari 365 GTB/4 Daytona möchte, muss rund eine viertel Million Euro einplanen, Spitzencoupés liegen über der 300.000er-Marke, sehr gute Spider können über 650.000 Euro erzielen.

Bei Einführung 1968 (Ferrari 365 GTB/4 Daytona)
68.598 Mark
Bei Produktionsende 1973 (Ferrari 365 GTB/4 Daytona)
82.200 Mark

Ersatzteile

Die Situation ist zweigeteilt: Mechanische Teile und Ersatz für die Antriebseinheit des Ferrari 365 GTB/4 Daytona lassen sich meist finden. Zwar gibt es auch hier immer wieder Engpässe, aber vielfach werden Teile nachgefertigt. Als problematisch erweist sich die Lage in puncto der Karosserie: So gibt es praktisch keinen Ersatz mehr für Blinkerleuchten, Blinker- und Wischerhebel sind nur schwer aufzutreiben, ebenso Front- und Heckscheiben für den Ferrari 365 GTB/4 Daytona. Das gilt zum Teil auch für Kleinzeug wie Dichtungen und Fensterführungen.

Die Preise für Verfügbares bewegen sich auf typisch hohem Ferrari-Niveau. Exorbitant teuer wird dagegen Ersatz für Ferrari 365 GTB/4 Daytona-Teile gehandelt, die nicht mehr neu oder als Nachfertigung zu haben sind. Ein Paar Seitenblinker kann so wegen der hohen Nachfrage und des minimalen Angebots bis zu 4.000 Euro kosten.

Schwachpunkte

  1. Hilfsrahmen vorn
  2. Scheibenrahmen vorn/hinten
  3. Schweller
  4. Radläufe hinten
  5. Türen/Türunterkanten
  6. Obere Seitenteile (Coupé)
  7. Kofferraumboden
  8. Nockenwelle
  9. Nockenwellenantrieb
  10. Getriebesynchronisation
  11. Differenzialsperre
  12. Originalität (Spider)

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Zwar sind die Zeiten der Millionenpreise für den Ferrari 365 GTB/4 Daytona vorbei, doch auch nach dem Ferrari- Hype liegen selbst mittelmäßige Exemplare noch im Preisbereich eines Eigenheims mit Garten. Die Unterhalts- und Reparaturkosten des an sich soliden Ferrari 365 GTB/4 Daytona fordern hohen finanziellen Einsatz.

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