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Ford Granada II Kauberatung

Rost und Ölverlust sind seine Hauptleiden

Ford Granada 2.8i GLS, Heckansicht Foto: Arturo Rivas, Frank Herzog 6 Bilder

Beim Ford Granada II wurde die Rostvorsorge ab 1982 deutlich besser. Und mit einer guten Karosserie steht und fällt die Kaufentscheidung. Die Technik macht dagegen kaum Probleme.

24.10.2012 Powered by

Karosserie-Check

Trotz deutlich verbessertem Korrosionsschutz im Vergleich zur ersten Serie ist der Rost
immer noch der Hauptfeind des Ford Granada. Erst ab Baujahr 1982 kann eine gewisse
Entwarnung gegeben werden, doch schlagen die Schwachstellen immer wieder durch. Während die Bodengruppe generell erfreulich rostresistent ist, gelten Vorderwagen und hintere Radläufe als anfällig. Auch bei gepflegten Wagen finden sich mitunter
Durchrostungen an den Schraubkanten der Kotflügel, im Bereich der A-Säule und an den Übergängen der Schweller zu den hinteren Radhäusern.

Gut 16 Jahre nach Auslauf haben jedoch zu einer starken Auslese geführt, es sind beinahe nur noch Autos in gepflegtem Originalzustand im Angebot. Ein delikater, oft übersehener Rostherd ist jedoch der Differenzialquerträger. Er ist am besten vom Kofferraum aus bei entfernter Auskleidung zu begutachten. Eine große, mittige Schraube verrät seinen Sitz. Der Träger sollte nicht geschweißt sein.

Technik-Check

Die Technik des Ford Granada ist robust und beherrschbar. Motor und Antrieb sind großzügig dimensioniert und solide konzipiert. Ärger gibt es im Detail, vor allem Ölverlust macht dem Granada zu schaffen. Die V6-Motoren tröpfeln gern an der Benzinpumpe, an den Ventildeckeldichtungen und an der Stirnraddeckeldichtung. Defekte Wellendichtringe zum Getriebe und am Getriebehals zur Kardanwelle lassen Öl austreten.

Bei den OHC-Vierzylindern zählt der Zahnriemen zur Schwachstelle, bei den V6-Motoren sollte man bei spätestens 90.000 Kilometern die bruchanfälligen Novotex-Stirnräder wechseln. Die kerngesunden Sechszylinder übertreffen die Vierzylinder noch an Laufleistung, sie sind bei regelmäßiger Wartung für 300.000 Kilometer gut, mit Ausnahme des thermisch labileren 160-PS-Einspritzmotors. Die C3-Dreigang-Automatikgetriebe haben im Alter ihre Tücken. Verzögerter Kraftschluss nach Einlegen einer Fahrstufe und spätes Hochschalten vor allem bei kaltem Getriebeöl deuten auf eine defekte Unterdrucksteuerung hin. Die Schaltgetriebe halten ewig.

Preise

Das Preisgefüge erholt sich von einer langen Talfahrt. Gesuchte Typen wie der Ford Granada 2.8 Injection oder auch die Ghia-Modelle stoßen im Topzustand und mit wenig Kilometern an die 4.500 Euro-Grenze. Raritäten wie der Luxus-Turnier "Chasseur" oder ein Zweitürer-GLS mit 2.8-Motor kosten bereits deutlich mehr.

Am ausgereiftesten und am besten ausgestattet sind die Ford Granada-Modelle ab 1982. Die ursprünglicheren Vorgänger ohne Facelift kommen jedoch bei Fans besser an. Die dritte Serie (intern Mark III) genannt, konnte auch mit einer Vielzahl exklusiver Extras geordert werden, die es beim Mark II noch nicht gab. Ausstattungswunder sind außerordentlich gefragt, ebenso gute Turnier mit 2,8-Liter-Motor.

Bei Einführung 1977 (Ford Granada II )
26 075 Mark
Bei Produktionsende 1985 (Ford Granada II )
32 650 Mark

Ersatzteile

Technikteile für den Ford Granada II sind noch preiswert und problemlos bei jeder Ford-Vertretung lieferbar. Bei Karosserie- und Interieurteilen hat sich das Geschäft weit gehend auf Spezialisten konzentriert. Engpässe gibt es jedoch wegen der Vielfalt der Varianten bei Polstern und Türverkleidungen. Gebrauchtteile aus Schlachtfahrzeugen sind eine ergiebige Quelle.


Schwachpunkte

Ford Granada

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Anders als sein kurvenreich geformter Vorgänger gibt sich der Ford Granada II undramatisch. Die Sachlichkeit hat etwas Verführerisches, vor allem wenn sie mit dezentem Ghia-Luxus und geschmeidigen V6-Motoren angereichert ist. Der Granada wird unterschätzt, er bietet ab 2.3 Liter ein Fahrgefühl auf Oberklasseniveau.

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