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Kaufberatung 911 Carrera RS 2.7

Porsche RS: Rar und schnell

Foto: Rossen Gargolov 10 Bilder

Der rare und schnelle Leichtbau-911er stammt noch aus der Zeit vor der Vollverzinkung. Seine Karosserie bietet dem Rost zahlreiche Angriffsflächen. Trotz ausgereifter Technik fordert der Verschleiß seinen Tribut. Motorüberholungen sind aufwendig und die Ersatzteilpreise hoch. 

13.01.2011 Powered by

Karosserie-Check

Erst ab der J-Serie vom Modelljahr 1976 kamen feuerverzinkte Stahlbleche für die tragenden Karosserieteile zum Einsatz. Porsche gab sechs Jahre gegen Durchrostung. Doch der Carrera RS leidet noch unter der mangelnden Vorsorge der Vergangenheit. Typische Schwachstellen sind durchgerostete Vorderkotflügel über den Scheinwerfertöpfen und im Bereich der Tankklappe.

Korrodierte Stehbleche des Vorderwagens; marode Reserveradwannen und vom Rostbefall geschwächte A- und B-Säulen sind ebenfalls keine Seltenheit. Schweller, hintere Radläufe und die Traversen des Bodenblechs bilden -bevorzugte Brutplätze der braunen Pest, die manchmal auch den Windschutzscheibenrahmen und die hinteren Kotflügel parallel zur Motorhaubenöffnung befällt.

Der Entenbürzel verliert im Laufe der Jahre durch die einwirkende -Motorhitze seine Festigkeit, der Kunststoff löst sich vom Alu-Rahmen. Die Innenausstattung der Porsche 911 aus dieser Generation ist nicht sehr haltbar. Risse im Armaturenbrett, verschlissene Polster und abgewetzte Bodenteppiche (Touring-Ausstattung) rufen den Sattler auf den Plan. Manche Carrera RS fielen auch der Parole „Breiter, tiefer, schneller“ zum Opfer und ahmen die Rennversion RSR nach. Rückrüstung tut Not, kommt aber wegen des hohen Teileaufwands teuer. Überhaupt ist Originalität das A und O des RS.  

Technik-Check

Der aufwendig konstruierte luftgekühlte Sechszylinder-Boxermotor brilliert mit hochwertigen Werkstoffen, engen Fertigungstoleranzen und großzügig dimensionierten Bauteilen. Nicht nur seine Literleistung von 78,2 PS weist ihn als reinrassigen Sportmotor aus – es versteht sich von selbst, dass er regelmäßig gewartet und pfleglich behandelt werden will (Ölinhalt 10 Liter!).

Dank Nikasil-Zylinderlaufbahnen ist der Motor erstaunlich verschleißfest. Trotzdem gibt es typische Porsche-Leiden wie undichte Magnesium-Motorgehäuse und abgerissene Zylinderkopf-Stehbolzen. Verschlissene Kettenspanner, die sich durch scheppernde Geräusche beim Gaswegnehmen verraten, sollten schleunigst getauscht werden. Auch die Führung der Steuerkette, die über Hartgummikeile erfolgt, unterliegt der Alterung. 

Preise

Generell sind die Preise für frühe Porsche 911 vor dem G-Modelljahr 1974 in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen. Einen Höhenflug nahm der seltene Carrera RS 2.7. Er hat sogar die Hochpreismarke des Boomjahres 1990 fast wieder erreicht. Rund 100.000 Euro sind heute für ein Top-Exemplar fällig. 

Nur 1.580 Exemplare wurden gebaut, vor allem die begehrte Sport-Version mit dem spartanisch ausgestatteten Innenraum (Werks-Code M 471) notiert noch um 15 Prozent höher als die beim Neuwagen 2.500 Mark teurere Touringausstattung. Allerdings sollte man sich vor Fälschungen und Nachbauten hüten. Bei Originalen beginnt die Motornummer mit den Ziffern 66, und auf dem Typenschild steht noch Dr.-Ing. h.c. F. Porsche KG und nicht wie später AG. 

Bei Einführung 1972 (Porsche Carrera RS 2.7 Touring)
36.500 Mark
Bei Produktionsende 1973 (Porsche Carrera RS 2.7 Touring)
36.500 Mark

Ersatzteile

Schmerzhaft hohe Preise und die bei einigen speziellen Carrera RS-Teilen schwierige Liefersituation wie für Türen und Hauben aus Dünnblech sind Merkmale der Versorgungslage beim Königs-Elfer der Siebziger. Das gilt auch für das verschleißfreudige Interieur, ob nun die kargen Sitzschalen des Sport-RS oder die komfortablen Sportsitze der häufigeren Touring-Versionen beschafft werden sollen.
 
Die mechanischen Stempel-Einspritzpumpen mit Raumnocken-Steuerung sind ebenfalls neu nicht mehr lieferbar, ihre Über-holung schlägt mit rund 2.000 Euro zu Buche. Alle Standardteile des 911 vor Einführung des G-Modells im August 1973 sind problemlos lieferbar. Doch auch hier herrscht Hochpreisstimmung. Freie Anbieter liefern billiger.    

Schwachpunkte

  1. Scheinwerfertöpfe
  2. Reserveradmulde
  3. Stehbleche
  4. A- und B-Säule
  5. Schweller und Radläufe
  6. Kettenspanner
  7. Stehbolzen
  8. Ölverlust am Magnesiumgehäuse
  9. Federstäbe (Rost, Ermüdung)
  10. Wärmetauscher
  11. Getriebesynchronisierung
911 Carrera RS 2.9

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der rare und schnelle Leichtbau-911er stammt noch aus der Zeit vor der Vollverzinkung. Seine Karosserie bietet dem Rost zahlreiche Angriffsflächen. Trotz ausgereifter Technik fordert der Verschleiß seinen Tribut. Motorüberholungen sind aufwendig und die Ersatzteilpreise hoch. 

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