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Kaufberatung Alfa Romeo Alfetta GT und GTV

Der Giugiaro-Keil von Alfa

Foto: Dino Eisele 12 Bilder

Das viersitzige Alfetta Coupé mit Transaxle-Technik und Zweinockenwellen-Motor ist ein feiner Sportwagen. Leider leisteten die Autos dem Rost nur geringen Widerstand, was ihren Bestand schon früh dezimierte. Wer heute eine Alfetta kaufen will, sollte das Blech genau begutachten.  

02.02.2012 Dalibor Beric Powered by

Karosserie-Check

Es ist ein Drama: Die Karosserie der Alfetta Coupés rostet fast überall, und das geschah manchmal schon wenige Jahre nach der Auslieferung als Neufahrzeug. In ihrer Ära als günstiger Gebrauchtwagen, in der sie oft sogar als Winterauto herhalten mussten, wurden Rostschäden selten fachmännisch und mit großem Aufwand repariert. Kaufobjekte sollten daher mit Argusaugen inspiziert werden. Im oberen Bereich der Karosserie korrodieren das Blech um die Windschutzscheibe sowie der Abschluss der Heckklappe.

Oft ersparten sich die Vorbesitzer ein Austauschen der angeschweißten und damit aufwendig zu wechselnden Kotflügel und versuchten stattdessen Rostlöcher notdürftig zu reparieren. Ist die Sicke zwischen Kotflügel und Frontblech zugespachtelt, heißt es Vorsicht. Ein Check im Frontbereich sollte also das Frontblech, die Ansatzstellen der Kotflügel und die seitlichen Stehwände umfassen - am besten bei geöffneter Motorhaube. Dann sollte sich der Interessent den A-Säulen zuwenden, die bei geöffneter Tür teilweise sichtbar sind. Sehr bedenklich ist ein Knistern, das zu hören ist, wenn die geöffnete Tür vorsichtig ein wenig über den Anschlag hinaus gedrückt wird. Die Türen selbst erwischt es meist entlang der Fensterleiste und im unteren Bereich.

Gern nistet sich auch der Rost im Schweller ein und zernagt Innen- und Außenschweller. Auch das Bodenblech verdient einen prüfenden Blick, am besten auf einer Hebebühne. Dann lässt sich gleichzeitig nach möglichen Schäden am vorderen Rahmenkopf (Längsholme links und rechts des Motors) und an der Traverse in Höhe der B-Säule Ausschau halten. Um den Zustand der hinteren Längsträger, die über der Achse verlaufen, genau prüfen zu können, empfiehlt sich die Demontage der Hinterräder. Ebenfalls oft von Rost befallen sind die hinteren Radhäuser, die Radläufe und das Heckblech.

Technik-Check

Die Technik der Alfetta Coupés besitzt keine gravierenden Schwachstellen, daran ändert auch die Transaxle-Technik nichts. Die Vierzylindermaschine, die in der Alfetta mit Hubräumen von 1,6, 1,8 und 2,0 Liter zum Einsatz kam, entspricht dem klassischen Alfa- Doppelnockenwellen-Motor. Dessen größter Feind ist seit jeher der Besitzer. Denn nur wer die Maschine nicht vorsichtig warm fährt, ihr in kaltem Zustand hohe Drehzahlen abverlangt und die Wartung vernachlässigt, muss mit einem frühzeitigen Motor-Exitus rechnen. Man sollte lediglich auf poröse Ansaugflansche achten.

Beim Fahren hörbare Dröhngeräusche weisen auf verschlissene Hardyscheiben hin. Ebenfalls oft verschlissen sind die Getriebesynchronringe sowie die Buchsen und Gelenke der Radaufhängungen. Die hinten innenliegende Bremse ist aufwendig zu warten. K

Preise

Mittlerweile hat sich auch das Alfetta Coupé bei den Liebhabern klassischer Alfa einen festen Platz erobert. Den größten Sammlerwert haben die Versionen mit Chromstoßstangen. Gute Exemplare sind schwierig zu bekommen. Die wegen der hohen Rostanfälligkeit notwendigen Restaurierungsarbeiten wurden meist möglichst kostengünstig ausgeführt - wer viel Geld dafür investiert hat, gibt seinen Wagen nicht mehr her. Ein wirklich gutes Chrommodell bringt um die 8.900 Euro. Versionen der Serie 2 sind etwas günstiger. Der Einstieg in Fahrzeuge mit eher fragwürdigem Zustand gelingt ab etwa 1.700 Euro.

Bei Einführung 1976 (Alfetta GTV 2000)
20.990
Bei Produktionsende 1978 (Alfetta GTV 2000)
22.990

Ersatzteile

Die Versorgung mit Technik- und Verschleißteilen bereitet beim Alfa Romeo Alfetta in der Regel keine Probleme. Originale Kotflügel oder Seitenteile sind rar und teuer, aber es sind zumindest diverse Reparaturbleche über Alfa-Teile-Spezialisten zu bekommen. Schwierigkeiten macht beispielsweise das Beschaffen mancher Zierteile, von Chromstoßstangen der frühen Modelle und von Komponenten der Innenausstattung. Grundsätzlich ist für Exemplare ab der zweiten Serie alles leichter zu bekommen, das auch im GTV 6 eingesetzt wurde.

Schwachpunkte

  1. Front/Kotflügelansätze
  2. A-Säulen
  3. Schweller
  4. Rahmenkopf
  5. Bodenblech
  6. Türen
  7. Seitenteile/Radläufe
  8. Längsträger hinten
  9. Heckblech/Heckklappe
  10. Vergaseransaugflansche
  11. Hardyscheiben
  12. Buchsen der Achsaufhängung

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Das viersitzige Alfetta Coupé mit Transaxle-Technik und Zweinockenwellen-Motor ist ein feiner Sportwagen. Leider leisteten die Autos dem Rost nur geringen Widerstand, was ihren Bestand schon früh dezimierte. Wer heute eine Alfetta kaufen will, sollte das Blech genau begutachten.  

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