Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Kaufberatung Alfa Romeo GTA 1300 Junior

Nix für Anfänger

Foto: Alfa Romeo

Die Leichtmetall-Bertone sind nicht nur extrem selten und sehr teuer, ihre komplexe Karosseriestruktur kann für den Käufer sehr unliebsame Überraschungen bergen. Zudem wurde der Bestand in der jetzt über 35-jährigen Rennkarriere kräftig dezimiert. Ein gesunder GTA entschädigt aber mit grenzenlosem Fahrspaß.

30.09.2009 Powered by

Karosserie-Check

"Das Wichtigste beim GTA-Kauf ist, dass alle typischen GTA-Teile vorhanden sind", weiß Erwin Hajdu von Italauto, durch dessen Hände schon viele GTA gegangen sind. Denn den anderen typischen Schwachstellen, die denen aller Alfa der 105er-Baureihe entsprechen, ist schnell und preiswert abgeholfen. So neigt die Synchronisation der Fünfgangbox zu zügigem Verschleiß. Zudem sind die GTA anders übersetzt und die entsprechenden Zahnradpaarungen nur schwer zu finden. Das Gleiche gilt für Kupplungsglocke aus Magnesium-Legierung. Prüfen Sie also, ob wirklich ein GTA-Getriebe eingebaut ist. Von begrenzter Lebensdauer sind Hardyscheibe und Kreuzgelenke der Kardanwelle, da ist Ersatz allerdings leicht beschaffbar.

Anders sieht es hingegen aus, wenn so wichtige Teile wie der Ventildeckel aus Magnesium, die Räder oder die Hinterachse samt Reaktionsdreieck nicht der GTA-Spezifikation entsprechen. Da helfen nur Literatur-Studium und Expertenrat. Ansonsten glänzt der Doppelnocker auch im GTA durch Zuverlässigkeit, Drehzahlfestigkeit und Lebensdauer - wenn er vernünftig gewartet wurde. "Der Marelli-Verteiler der Doppelzünder sieht innen aus wie ein Schweizer Uhrwerk, ich hab noch nie gesehen, dass so ein Teil kaputt geht", schwärmt Erwin Hajdu etwa von der Zündung des GTA.

Technik-Check

Dauerhaltbarkeit spielte bei der Entwicklung und Konstruktion des GTA keine entscheidende Rolle. Die dünnen Peraluman-Bleche wurden mit Nieten auf die Stahlstruktur des Bertone geheftet. Im Lauf der Zeit zerbröselt das Alu-Blech zu weißem Aluminiumoxid, ein Prozess, der sich nicht stoppen lässt. Kontaktkorrosion wird der chemische Vorgang genannt. Das Tückische daran: Von außen ist oft nicht zu erkennen, wie weit der Verfall der Peraluman-Bleche schon fortgeschritten ist, auch für Experten nicht. Das weiß auch der GTA-Typreferent Willi Lentzen vom Club klassischer Alfa Romeo Fahrzeuge: "Den wahren Zustand der Karosserie kann man oft erst erkennen, wenn die Alu-Bleche abmontiert werden. Da kann das Auto von außen noch so gut aussehen."

Besonders häufig tritt die Kontaktkorrosion im Bereich der Scheibenrahmen auf. Manchmal ist das an kleinen Bläschen unterm Lack zu erkennen. Original sind dagegen die vielen Nieten hinter der Regenrinne. Lentzen rät, nur ein Auto aus seriösem Vorbesitz, am besten mit fotodokumentierter Restaurierung zu kaufen, auch wenn selbst das keine Garantie für eine makellose Karosserie darstellt. Rost an der tragenden Struktur lässt sich leichter entdecken. Bodenbleche und Schweller sind bei vernachlässigten Autos oft betroffen. Dabei gilt es besonders den Zustand der A-Säule und der Schweller zu beachten. Wenn diese Stellen faul sind, ist oft auch der Rest der Karosserie hinüber.

Unfallschäden zählen leider auch oft zum GTA-Repertoire. Häufig wurden die Autos auf Rennstrecken bewegt, was nicht immer ohne  Folgen blieb. Wellige Stehbleche und Traversen im Motorraum sollten zur Vorsicht gemahnen. Man auch nicht immer sicher sein, einen echten GTA vor sich zu haben. Es ist schon vorgekommen, dass 1300 zu 1600 umgestrickt wurden, weil die wegen des früheren Baujahrs bei historischen Rennen eingesetzt werden durften. So haben GTA Junior hinten am Scheibenrahmen die Typnummer 105.59 eingeprägt. Fehlt die, ist Vorsicht geboten. Im Zweifel auf einen Echtheitsnachweis vom  Museo Storico Alfa Romeo bestehen.

Preise

Die Zeiten der fallenden Preise sind beim Alfa GTA lange vorbei. Auf dem Höhepunkt der Preiseuphorie um 1990 konnte ein guter GTA durchaus über 150.000 Mark kosten. Seit einigen Jahren steigen die Preise wieder. Das gilt für alle Versionen, den 1600 ebenso wie den Junior oder für Rennzwecke aufgebaute Autos. Wirklich originale Stradale-Ausführungen sind sehr selten, Preise jenseits der 50.000er-Grenze die Regel. Viele Fahrzeuge wurden für Rundstreckenrennen umgebaut, häufig auch 1300er zu 1600ern umgestrickt. Die Originalität kann letztlich nur ein Fachmann wirklich beurteilen. Die Restaurierungskosten sind extrem hoch, Karosserieteile müssen in Handarbeit nachgefertigt werden.

Preisaufschläge für sauber restaurierte Exemplare mit Fotodokumentation und gut belegter Historie sind daher üblich. Ersatzeile Die Ersatzteilversorgung ist kein Problem, so lange es sich um Teile handelt, die mit denen des normalen Bertone identisch sind. Alle GTA-spezifischen Ersatzteile sind sehr rar und dementsprechend teuer. Dennoch ist fast alles zu finden. Schwierig ist es mit Karosseriekomponenten. Es gibt allerdings Spezialisten in Italien, die entsprechende Leichtmetallteile nachfertigen. Sehr teuer sind auch die Tuningteile, die Autodelta früher für Rennzwecke anbot, Getriebezahnräder zum Beispiel.

Bei Einführung 1965
21.500 Mark
Bei Produktionsende 1974
20.500 Mark

Schwachpunkte

  1. Kontaktkorrosion
  2. Rost
  3. Unfallschäden
  4. Originalität
  5. Originalität
  6. Getriebe
  7. Kardanwelle
Alfa Romeo Giulia Sprint GT

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der GTA ist in allen seinen Ausführungen für mich die reizvollste Nachkriegs-Kreation von Alfa Romeo. Er ist selten, teuer, schnell und schön. Und er ist diskret, denn die Unterschiede zwischen einer Stahl-Kantenhaube und einem GTA registrieren nur Eingeweihte. Es muss schließlich nicht jeder Neugierige gleich sehen, dass da ein 50.000-Euro-Klassiker in der Garage steht. Das ist fast das Schönste am GTA.  

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote