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Kaufberatung für den Audi Quattro 20 V

Nicht nur selten, sondern auch teuer

Audi Quattro 20V Foto: Hardy Mutschler 20 Bilder

Die nur zwischen 1989 und 1991 gebauten Audi Quattro 20 V tauchen selten auf dem Markt auf. Und wenn man doch einen findet, dann nur zu recht hohen Preisen. Im Vergleich zu manch anderem Konkurrent, geht der Preis in Ordnung.

29.01.2010 Powered by

Karosserie-Check

Rost an der Karosse findet sich vor allem bei der ersten Audi Quattro-Generation. Erst ab Modelljahr 1985 war die Bodengruppe verzinkt. Früher gebaute Quattro rosten genau wie jeder andere Audi dieser Baujahre auch. Allerdings ist beim weitgehend von Hand gebauten Urquattro die Serienstreuung größer: Es gibt sehr gut erhaltene, völlig rostfreie Exemplare, und andererseits bereits deutlich -angegriffene Autos. So sind etwa die ausgestellten Kotflügel und Radläufe vorn und hinten oft korrodiert. Die Türen rosten - und auch die Schweller. Zudem kann es im Motorraum zu Durchrostungen kommen.
 
Kaum Rostprobleme kennt der Sport Quattro. Zum einen besteht seine Karosserie zum Teil aus Kunststoff, zum anderen wurden die sehr teuren Homologations-Autos meist pfleglicher behandelt als die anderen Quattro. Dennoch leiden die Sport unter Rissen an den Verbindungsstellen zwischen Stahl und Kunststoff, so etwa an den A-Säulen, wo das Plastikdach verklebt ist. Auch die raren 20 V der letzten Baujahre und die Exemplare nach 1985 rosten kaum. Nur bei stark misshandelten Typen tritt nennenswerte Korossion auf. In jedem Fall ist auf Unfallschäden zu achten. Viele Urquattro wurden sehr schnell bewegt, was nicht selten zu verformtem Blech führte.

Technik-Check

Die Fünfzylindermotoren von Audi genießen völlig zu Recht einen geradezu legendären Ruf. Laufleistungen jenseits der 300.000 Kilometer sind keine Seltenheit - vorausgesetzt, ihnen wurde ein gewisses Maß an Pflege, wie etwa regelmäßige Ölwechsel und Tausch des Zahnriemens, zuteil. Nicht ganz so langlebig sind die Turbolader der früheren Modelle, die oft nicht älter als 150.000 Kilometer werden. Spätere Motoren hatten wassergekühlte Lader, die deutlich langlebiger sind.
 
Ein weiteres Problem der frühen Quattro ist die Zündbox von Hitachi, die mitunter den Geist aufgibt. Zu prüfen ist, ob der Auspuffkrümmer dicht ist. Er neigt zu Rissen, und Ersatz ist nicht ganz billig. Bei den späteren Modellen mit Bosch Motronic und beim Sport ist die Servicehistorie ausschlaggebend. Wurde der Motor gepflegt, sind kaum Schäden zu befürchten. 

Preise

Sehr hoch erscheinen auf den ersten Blick die Preise für die raren 20 V. Bedenkt man jedoch, dass sein zeitgenössischer Konkurrent, der damals fast preisgleiche Porsche 964, heute mindestens 5.000 Euro teurer ist, geht der Preis in Ordnung. Sehr gute 20 V mit geringer Laufleistung und wenigen Vorbesitzern sind dann auch deutlich teurer, sie können bis über 20.000 Euro kommen. Selbst aufgearbeitete Exemplare aus dubioser Hand kosten meist mehr als 10.000 Euro. Besonders die 20 V gerieten häufig in die Hände nicht immer ganz sachkundiger Chip- und Ladedrucktuner. So verlockend ein Quattro mit beispielsweise 300 PS sein mag - die Suche nach einem originalen Auto lohnt sich. Denn die Freude daran wird vermutlich länger anhalten.

Bei Einführung 1989
91.000 Mark
Bei Produktionsende 1991
96.200 Mark

Ersatzteile

Obwohl der Quattro ein recht junges Auto ist, kann die Ersatzteilversorgung zum Problem werden. Zwar existieren einige Gleichteile mit anderen Audi, aber viele Quattro-spezifischen Komponenten sind rar. Doch es gibt einige rührige Spezialisten, die sich um die Versorgung mit seltenen Teilen kümmern. Auch das VW-Audi Classic Parts Center hat einiges vorrätig. Nicht zuletzt sind einige Technik- und Karosserieteile mit dem Audi Coupé identisch, diese lassen sich mit etwas Glück beim gut sortierten Verwerter finden.

Schwachpunkte

  1. Kotflügel vorn
  2. Kotflügel hinten
  3. Türen
  4. Schweller
  5. A-Säule (Sport)
  6. Motorraum (Rost)
  7. Unfallschäden
  8. Hitachi-Zündbox
  9. Turbolader
  10. Auspuffkrümmer
  11. Wartung
  12. Tuning
Audi Quattro

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die nur zwischen 1989 und 1991 gebauten Audi Quattro 20 V tauchen selten auf dem Markt auf. Und wenn man doch einen findet, dann nur zu recht hohen Preisen. Im Vergleich zu manch anderem Konkurrent, geht der Preis in Ordnung.

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