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Kaufberatung Jaguar Mk 10, S-Type, 420, 420 G (1961-1970)

Die Alternative zu Rolls-Royce und Bentley

Jaguar 420 G Foto: Frank Herzog 15 Bilder

Rostanfälligkeit mangels Konservierung ist auch das große Problem der Jaguar-Limousinen. Die Technik zeigt sich bei guter Behandlung erfreulich robust. Elektrikmängel resultieren aus nachlässiger Verarbeitung und billigen Materialien. Doch sind die Autos qualitativ weit besser als ihr Ruf.

18.09.2009 Powered by

Karosserie-Check

Rost ist der größte Feind der Jaguar-Limousinen. Anders als die großen Jaguar-Viertürer der vierziger und fünfziger Jahre – die Baureihen Mark IV, Mark V, Mark VII, Mark VIII und Mark IX –, haben die betrachteten Modelle eine selbsttragende Karosserie. Die Abkehr vom soliden Kastenrahmen erfolgte mit dem Mark I von 1955, der auch eine neue, jaguartypische und unverwechselbare Designphilosophie einläutete.

Rost nistet sich vor allem im Vorderwagen ein, um die Scheinwerfertöpfe an den Stehblechen im Motorraum und befällt auch Windschutzscheibenrahmen und A-Säule. Vor allem der ausladende Mark X nebst 420 G bietet dem Rost genügend Angriffsfläche, seine breiten, hochgezogenen Schweller sind oft von Korrosion befallen, ebenso die vorderen Längsträger, die Vorderachse und Motor aufnehmen. Käufer sollten deshalb unter die Bodenteppiche sehen.

Auch die Stirnwand kann von Rost befallen sein. Kontinentale Autos kommen meist aus der Schweiz, was wegen der strengen Motorfahrzeug- Kontrolle eine gewisse Gewähr für gute Autos bietet. Bei den ebenfalls sehr verbreiteten US-Importen ist auf mit Spachtelakrobatik zusammengeflickte Unfallreparaturen  zu achten. Rost tritt auch an den Aufnahmepunkten der komplexen Hinterachse auf, die ein stabiler Hilfsrahmen mit der Karosserie verbindet.

Ebenso sind Radläufe, Endspitzen und der Kofferraumboden bevorzugte Rostbiotope an Mark X S-Type. Das  aufwendig gefertigte und qualitativ hochwertige Leder und Holzinterieur darf nicht allzu verwohnt oder von Sonnenlicht versprödet sein, weil es hohe Restaurierungskosten verschlingt.  

Technik-Check

Jaguar-Limousinen brauchen mehr noch als vergleichbare Mercedes- und Rover-Modelle regelmäßige Pflege und Wartung. Das aufwendige Fahrwerk mit der parallelogrammartigen Quer- und Längslenkeraufhängung der Hinterachse will regelmäßig abgeschmiert werden. Die 3,8- und 4,2-Liter-XK-Motoren haben recht kurze Ölwechselintervalle. Öl mögen die DOHC-Triebwerke reichlich, bis zu 2 Liter auf 1.000 Kilometer sind kein Grund zur Besorgnis. Ab Baujahr 1967 sorgen verbesserte Kolben und Kolbenringe für moderate Werte bis zu langlebig, wenn man sie nicht übermäßig fordert, kleinere Querelen gibt es mit dem Kettenspanner, vor allem aber mit der Synchronisation der zwei oder gar drei (420 G) SU-Vergaser. Dagegen ist der direkte Tassenstößel-Ventiltrieb erstaunlich robust. Die thermischen Reserven sind jedoch eher knapp, ein zusätzlicher Elektrolüfter oder Ölkühler kann Abhilfe schaff en, generell sind die Peripherieaggregate samt Elektrik nicht sehr hochwertig. Ob Borg Warner-Automatik oder das neu konstruierte Moss-Vollsynchrongetriebe, beide sind unauffällig.

Preise

Die begehrteste und teuerste Jaguar-Limousine ist nach wie vor der Mark II. Er liegt in Zustand 2, je nach Motorisierung als 2.4, 3.4 oder 3.8, laut Classic Data zwischen 35.000 und 40.000 Euro. Vergleichbare Mark X und 420 G kosten nur die Hälfte. S-Type und kleiner der 420 (auch als Daimler Sovereign gebaut) notieren um 25.000 Euro und zeigen trotz aufwendiger Hinterachse und eleganterer Karosserie, dass der Mark II-Mythos der kompakten, luxuriösen Sportlimousine nicht zu toppen ist.

Die großen Schiff e Mark X und 420 G werden zurzeit erst entdeckt. Noch gelten sie als Geheimtipp - günstiger gibt‘s woanders kein Luxusauto dieser Klasse. Schon ein schlichter Mercedes-Benz 280 SE (W108) kostet ebenso viel.

Bei Einführung 1967 (Jaguar 420 G)
31.700 Mark
Bei Produktionsende 1970 (Jaguar 420 G)
34.000 Mark

Ersatzteile

Die schlechte Nachricht: Zum Wechsel der hinteren Bremsscheiben und der Handbremsbeläge muss die Hinterachse ausgebaut werden. Tropft die Kurbelwellendichtung am Getriebe, muss der Motor raus, übrigens auch wenn der Kupplungsbelag abgenutzt ist. Die gute Nachricht: Alle Verschleiß- und Technikteile für die besprochenen Jaguar-Limousinen sind problemlos lieferbar. Nur bei Ausstattungsersatz, Karosserie-Reparaturblechen und Zierteilen gibt es schon mal Engpässe. Spezialisierte Jaguar Teilelieferanten finden sich dank des ausgeprochenen Liebhaberstatus der Marke reichlich. Eine Auswahl der bekanntesten und wichtigsten Händler: Neben dem British Cars Teile-Supermarkt Limora in 53567 Buchholz www.limora.com gibt es vor allem das Jaguar Center im Oldtimer Veteranenshop GmbH in 65510 Idstein, www.oldtimershop.de mit dem größten Jaguar-Ersatzteillager auf dem Kontinent oder die Firma Schönborn GmbH & Co. KG in 27336 Rethern, die sich als Teilehandel für den Fachbetrieb versteht. Telefon 05165/980 08. Weitere Infos über Jaguar-Parts im Internet unter www.jaguar-ersatzteile-online.de

Schwachpunkte

  1. Kotflügel und Stehbleche
  2. A-Säule und Schweller
  3. Vordere Längsträger
  4. Hinterachsaufnahmen
  5. Radläufe und Endspitzen
  6. Kofferraumboden
  7. Holz und Leder (UV-Schäden)
  8. Hoher Ölverbrauch/Ölverlust
  9. Lagerschäden, Kettenspanner
  10. Thermische Probleme, Elektrik
  11. Fahrwerk: Lager und Buchsen, pneumat. Bremsservo (Kelsey Hayes)
Jaguar 420

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Rostanfälligkeit mangels Konservierung ist auch das große Problem der Jaguar-Limousinen. Die Technik zeigt sich bei guter Behandlung erfreulich robust. Elektrikmängel resultieren aus nachlässiger Verarbeitung und billigen Materialien. Doch sind die Autos qualitativ weit besser als ihr Ruf.

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