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Kaufberatung Mercedes 200-250 (W114/W115)

Kein Rostverächter

Foto: Frank Herzog 8 Bilder

Mercedes W114/W115: Starke Rostanfälligkeit kontra robuste Technik, das sind die beiden Seiten des Strichacht. Vorsicht, hier sind auch Blender im Angebot, die von der guten Nachfrage profitieren. Die Karosserie rostet vor allem im Verborgenen.

13.04.2011 Powered by

Karosserie-Check

Wie sein Vorgänger, die Heckflosse, ist auch der Strichacht leider kein Rostverächter. Exemplare bis August 1971 und solche der zweiten Serie ab August 1973 gelten als besonders gefährdet. Grundsätzlich: Wenn der Strichacht schon äußerlich stark vom Rost gezeichnet ist, an den Wagenheberaufnahmen, den Kotflügel-Schraubkanten, den Türböden und den hinteren Radläufen – Finger weg. Denn im Verborgenen wütet es dann noch schlimmer. Also Fußmatten hoch, Längsträger und Innenschweller prüfen. Den Strichacht-Test machen: Ein Glas Wasser in die Lüftungsschlitze vorn gießen, es muss durchlaufen. Ein weiterer Tipp: Rückbank ausbauen, um die Hinterachsaufnahme zu prüfen.

Technik-Check

Die Motoren der Strichacht-Benziner, und nur um die geht es in dieser Kaufberatung, sind robuste Dauerläufer - ob Vier- oder Sechszylinder. Nur der langhubige Vierzylindertyp M 115 im 220 ist in der Szene nicht ganz so beliebt, er neigt zu höherem Ölverbrauch. Der nur vierfach gelagerte Sechszylinder M 180 im Typ 230 missfällt durch seinen hohen Benzinverbrauch, da ist der M 114 im 250 insgesamt harmonischer. Beide Motoren werden im Strichacht über zwei Register-Vergaser Zenith 35/40 INAT mit Gemisch versorgt, deren Synchronisierung nicht einfach ist. Auch die Stromberg-Flachstromvergaser der Vierzylinder haben ihre Tücken. Die Automatikgetriebe mit Flüssigkeitskupplung machen im Alter manchmal Probleme.

Preise

Die Preise für einen Mercedes Strichacht beginnen bei knapp 4.000 Euro für mäßige Exemplare und reichen bis etwa 12.000 Euro für gut erhaltene Limousinen. Die Coupés liegen deutlich darüber - perfekte Exemplare knacken die 20.000 Euro-Marke.

Bei Einführung 1968 (Mercedes-Benz 230)
13.150 Mark
Bei Produktionsende 1976 (Mercedes-Benz 230.6)
19.270 Mark

Ersatzteile

Wie immer bei Mercedes-Benz kein Problem. Heute bestellt, morgen geliefert. Das gilt für alle Technikteile, für die meisten Karosserieteile und Reparaturbleche und für viele Ausstattungsparts. Manche Interieurteile können aber auch vergriffen sein, weil die Vielfalt der Stoff - und Materialvarianten jede vernünftige Lagerhaltung übersteigt. An Strichacht-Schlachtfahrzeugen mangelt es nicht - jede Vollrestaurierung will wohl überlegt sein.

Schwachpunkte

  1. Kotflügel vorn, Stehbleche
  2. Wasserkasten, Spritzwand
  3. Längsträger vorn, Bodenbleche
  4. Schweller, Wagenheberaufnahmen
  5. Türböden, Radläufe hinten
  6. Hinterachsaufnahme
  7. Ölverbrauch, Ölundichtigkeit
  8. Zenith/Stromberg-Vergaser
  9. Automatikgetriebe (Fliehkraftkupplung)
  10. Polsterstoffe beschädigt, verblichen

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Mercedes W114/W115: Starke Rostanfälligkeit kontra robuste Technik, das sind die beiden Seiten des Strichacht. Vorsicht, hier sind auch Blender im Angebot, die von der guten Nachfrage profitieren. Die Karosserie rostet vor allem im Verborgenen.

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