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Kaufberatung Suzuki SJ/Samurai

Günstiger Mini-Geländewagen

Suzuki Samurai Foto: Mutschler, Hardy 11 Bilder

Der Suzuki SJ Samurai, Nachfolger des LJ80, rostet mit nicht ganz demselben Eifer wie sein Ahne. Wegen der vielen Problemzonen lohnt es aber selten, ein verlebtes Exemplar zu retten, denn wegen der langen Bauzeit gibt es noch zu viele gute Samurai. Cabrio und Benzinmotor machen am meisten Freude. In unserer Suzuki SJ Samurai-Kaufberatung geben wir Tipps und nennen die Schwachstellen.

04.07.2011 Powered by

Karosserie-Check

Man glaubt kaum, wie viel Rost sich auf den fünf Quadratmeter Grundfläche des Suzuki SJ Samurai anhäufen kann. Das liegt nicht nur am überschaubaren Korrosionsschutz, sondern auch an verschärften Einsatzbedingungen und pfleglosen Vorbesitzern, denen viele Suzuki SJ Samurai ausgesetzt waren. Es sind mehr als nur ein paar Schwachstellen, die der Samurai aufweist. So wurden bei vielen der kleinen Geländewagen am Schweller schon ein Mal mehr oder weniger professionell Bleche aufgeschweißt.

Häufig kommt es außerdem zu kompletten Durchrostungen des Bodenblechs, vor allem im vorderen Fußraum. Heftiger Off-Road-Betrieb kann dem Unterboden hart zusetzen und den ohnehin nicht überwirksamen Unterbodenschutz beschädigen, sodass selbst am an sich sehr robusten Rahmen Korrosion auftreten kann - darauf sei in unserer Kaufberatung ausdrücklich hingewiesen.. Alle Karosseriebereiche des Suzuki SJ Samurai, die Spritzwasser oder Matsch ausgesetzt sind, gelten als kritische Stellen: Radhäuser, Radläufe und Kotflügel rundum, Front- und Heck. Auch die Karosserie-Anbauteile sind stark rostgefährdet. Also die Motorhaube und vor allem die Türen genau checken.

Weiterhin sollten Cabrio-Interessenten auf den Zustand des Verdecks und Verdeckgestänges achten. Wirklich dicht ist es übrigens selten. Mit den Jahren schrumpft es und lässt sich nur noch mit Gewalt überziehen. Viele Besitzer individualisierten ihren Samurai. Das gilt sowohl für Umbauten an der Karosserie als auch für solche am Innenraum. Nicht alle müssen nachträglich vorgenommen worden sein, denn Suzuki bot für den Samurai ein großes Zubehörprogramm an. Doch können Veränderungen am Fahrwerk, also Breitreifen und Tief- oder Höherlegungen, Schaden anrichten.

Technik-Check

Die Benzin-Motoren gelten als unanfällig. Bei stark strapazierten Suzuki SJ Samurai treten mitunter Ventil- und Nockenwellenschäden, häufiger starke Ölundichtigkeiten auf. Unbedingt darauf schauen, ob der Auspuffqualm blau ist. Zudem ist die Auspuffanlage rostanfällig. Beim Antrieb ist darauf zu achten, ob Allrad und Untersetzung leicht und leise einrücken. Theoretisch kann der Allradantrieb des Suzuki SJ Samurai auch bei Fahrt zugeschaltet werden, es erhöht jedoch den Verschleiß. Das gilt auch, wenn der 4WD-Modus auf trockener Straße und nicht nur auf rutschigem Untergrund aktiviert wurde.

Unbedingt sollte der Zustand der Freilaufnaben an der Vorderachse geprüft werden. Sie müssen leicht einrasten. Nun bei niedrigem Tempo den Allrad zuschalten. Kommt es hier zu Kratzgeräuschen, schließt die Nabe nicht richtig. Naben wieder entriegeln, in 2WD anfahren und dann versuchen, auf 4WD zu wechseln. Der Allrad des Suzuki SJ Samurai darf sich nun nicht aktivieren lassen, sonst trennen die Naben nicht sauber. Außerdem auf leckende Radbremszylinder achten. Und natürlich Fahrwerk, Unterboden und Lenkung gründlich auf Schäden durch Geländeeinsätze checken.

Preise

Vordergründig sieht das Ganze so günstig aus: Schon bei ein paar hundert Euro starten die Preise für Suzuki SJ Samurai. Aber das sind fast ausnahmslos Exemplare, die an der letzten Hauptuntersuchung gescheitert sind, oder drohen, bei der nächsten zu scheitern. Sie nutzen kaum mehr als Ersatzteilträger. Ab 1.000 Euro finden sich fahrbereite Autos, die jedoch in den wenigsten Fällen original oder gar ungeschweißt sind.

Mit 2.000 Euro werden Suzuki SJ Samurai in alltagstauglichem Zustand gehandelt. Empfehlenswert sind vor allem Modelle ab 1990. Damals bekam der Suzuki SJ Samurai einen 1,3-Liter-Motor mit G-Kat. Selten sind die 1,9-Liter-Diesel, die offiziell nur 1999 und 2000 in Deutschland angeboten wurden. Insgesamt dominieren Cabrios das Suzuki SJ Samurai-Angebot, die Preise für Vans liegen auf demselben Niveau. Junge Suzuki SJ Samurai-Top-Exemplare mit Euro 3 kosten bis zu 9.000 Euro.

Bei Einführung 1982 (Suzuki SJ 410)
15.895 Mark
Bei Produktionsende 2000 (Suzuki Samurai 1.3)
22.500 Mark

Ersatzteile

Alles nicht so dramatisch: Die lange Bauzeit des Suzuki SJ Samurai sichert eine umfangreiche Ersatzteilversorgung. Engpässe kann es nur bei Ersatz für seltene Versionen geben. Doch generell findet sich mit etwas Geduld alles, was nötig werden kann. Zudem existieren genügend freie Händler, die Ersatzteile, aber auch zeitgenössisches Zubehör anbieten.

Weil es für den Suzuki SJ Samurai mit G-Kat noch keinen Euro 2-Umrüstkit gibt, sollten Interessenten den Kauf eines jüngeren Exemplars andenken. Die letzten Samurai kamen 2003 durch freie Händler auf den Markt. Weil sie den 1,4-Liter-Motor des SJ-Nachfolgers, des Jimny, unter der Haube haben, erfüllen sie Euro 3. Erkennbar an einer Plastik-Front, kosten solche Modelle nur 95 Euro Steuer im Jahr - im Gegensatz zu den 197 Euro, die für einen Euro 1-SJ fällig sind.

Schwachpunkte

  1. Kotflügel vorn und hinten
  2. Radhäuser vorn und hinten
  3. Radläufe vorn und hinten
  4. Frontend
  5. Unterboden
  6. Schweller
  7. Heckend
  8. Originalität
  9. Ölundichtigkeiten
  10. Allradsystem/Freilaufnaben
  11. Radbremszylinder
  12. Fahrwerkschäden durch Off road-Einsatz
Suzuki Samurai

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der Suzuki SJ Samurai, Nachfolger des LJ80, rostet mit nicht ganz demselben Eifer wie sein Ahne. Wegen der vielen Problemzonen lohnt es aber selten, ein verlebtes Exemplar zu retten, denn wegen der langen Bauzeit gibt es noch zu viele gute Samurai. Cabrio und Benzinmotor machen am meisten Freude. In unserer Kaufberatung geben wir Tipps und nennen die Schwachstellen.

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