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Lancia Flaminia Kaufberatung

Hochkarätiger Italiener mit Rostproblemen

Lancia Flaminia Coupé 3B 2800, Seitenansicht Foto: Arturo Rivas 7 Bilder

Der Lancia Flaminia überzeugt mit Stil und moderner Technik, hat aber oft Probleme mit Rost. Auch der V6 kann bei fehlender Wartung Schwierigkeiten verursachen. Wer also ein formschönes GT-Coupé für schnelles Reisen sucht, muss bei diesem Italiener genauer hinschauen.

30.07.2014 Franz-Peter Hudek Powered by

Karosserie-Check

Rostschutz war damals in Italien ein Fremdwort – für das Lancia Flaminia-Coupé oft mit verheerenden Folgen. Hierfür verantwortlich sind zahlreiche Kastenprofile, deren geschlossene Hohlräume sich kaum untersuchen lassen und auch keine Konservierungsmittel enthalten. Das nackte Blech erhielt nur von unten eine Schicht Unterbodenschutz. Oft entwickelte sich reichlich eingebautes, feucht gewordenes Dämm-Material im Fondbereich zu lästigen Rostnestern. Als Problemzonen des Lancia Flaminia kommen noch hinzu: Lampentöpfe, Kotflügel im Bereich der A-Säule, Schweller, Seitenteile und der gesamte Heckbereich mit Kofferraumboden und Endspitzen.

Technik-Check

Richtig gewartet, macht der V6 aus Leichtmetall im Lancia Flaminia keine Probleme. Allerdings sollten einige Eigenheiten der komplexen Antriebstechnik berücksichtigt werden. So kann ein defektes Novotex-Rad des Drehzahlmesserantriebs die Nockenwelle blockieren. Korrosionsrückstände des Motorengehäuses aus Silumin (Aluminium-Silicium-Druckguss-Legierung) verstopfen eventuell die Wasserkanäle, was zu durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen führt. Auch die Transaxle-Getriebeeinheit mit De-Dion-Hinterachse erfordert durch die innenliegenden Scheibenbremsen und Antriebswellen einen hohen Service-Aufwand. Das Transaxle-Getriebe verfügt sogar über eine eigene Ölpumpe, deren Ausfall Schäden verursacht.

Preise

Rund 33.000 Euro kostet laut classic analytics ein Lancia Flaminia-Coupé im Zustand 2. Für 9.500 Euro gibt es mäßige Exemplare.

Bei Einführung 1959 (Lancia Flaminia Coupé 3B 2800)
24.900 Mark

Ersatzteile

Mit Ausnahme von einigen Elektrikteilen ist der Flaminia komplett Made by Lancia. Von da kommt nichts. Auch der Vorgänger Aurelia, ein gesuchter Klassiker, hilft nicht weiter. Oft diente das Pininfarina-Coupé als Teilespender für die teuren Touring-Cabrios.

Schwachpunkte

  1. Kotflügel
  2. A-Säule
  3. Schweller
  4. Längsträger Unterboden
  5. Seitenteile
  6. Kofferraumboden, Endspitzen
  7. Kopfdichtungen
  8. Kardanwelle
  9. Antriebswellen
  10. Getriebe (Lager, undicht)
  11. Interieur nicht original
Lancia Flamina, Schwachstellen, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Das große Pininfarina-Coupé ist ein perfekt gestylter Design-Meilenstein und gleichzeitig im hohen Maße alltagstauglich. Die Technik des Lancia Flaminia erfordert etwas Sachverstand.

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