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Kaufberatung Mercedes 200 CE - 300 CE (W124-Coupé)

Robuster Gentleman in Sacco

Foto: Hardy Mutschler 14 Bilder

Für die Mercedes-Benz W124 Modellreihe ist die Ersatzteilsituation bei über 2 Millionen gebauten Exemplaren nahezu ideal. Das Modell gilt bei guter Pflege und Wartung als unzerstörbar.

28.03.2013 Powered by

Karosserie-Check

Die Coupés sind dank späterer Einführung (3/1987) von Korrosion weniger betroffen als die Limousinen und T-Modelle. Der Rost beginnt an den Dämpferbeinaufnahmen und ist vom Motorraum aus, besser  noch vom vorderen Radhaus aus, sichtbar. Dieses tragende Teil neigt weit häufiger zum Durchrosten als die Aufnahmen der Schraubenfedern, die beim W124 an der unteren Windung brechen, was man im Fahrbetrieb nicht merkt.

Rost befällt in harmloserer Form auch die Vorderkotflügel zwischen Blinkleuchten und Kotflügeln. Härter trifft es in der Regel die Schweller an den Wagenheberaufnahmen und die benachbarten Unterkanten der Vorderkotflügel samt Schwellerspitzen. Bei den Viertürern ist manchmal der Übergang vom Schweller zur B-Säule befallen. Der Rost nistet sich meist unterhalb der aufgeclipsten geriffelten Kunststoffleiste ein. Die Radläufe erwischt es häufig, bevorzugt in Schwellernähe. Typisch ist auch Blasenbildung um die Antennenbohrung. Bei Coupés der Baureihe W124 sollte man den Heckscheibenrahmen genau untersuchen, beim T-Modell sind es die Rahmen der hinteren Seitenscheiben.

Feuchte Kofferräume sind fast normal bei Mercedes, typisch für den frühen W124 sind auch die sich in Fensterhöhe lösenden geschrumpften Türverkleidungen, die aufgescheuerten Sitzwangen und die gerissenen Instrumentenbrettauflagen.

Technik-Check

Ein W124 Mercedes gilt im Volksmund als unzerstörbar. Dies trifft jedoch nur auf gut gewartete Exemplare ohne Reparaturstau zu. Die aufwendige Technik braucht regelmäßige Pflege. Laufleistungen von 300.000 Kilometern sind auch für die Benzinmotoren nicht ungewöhnlich. Der Vierzylindermotor M 102 gilt vor allem nach Einführung der Duplex-Steuerkette ab Modelljahr 1986 unter Insidern als noch problemloser als das Sechszylinder-Pendant M 103. Der im Antriebskomfort mustergültige Sechszylinder leidet häufiger unter Ölundichtigkeiten an der Stirnseite und gelegentlich an defekten Zylinderkopfdichtungen.

Eingelaufene Nockenwellen waren anfangs ebenfalls ein Thema. Die Hydrostößel klappern gern während der Warmlaufphase. Klimakompressoren sind oft defekt, zudem steht auch bei Dichtproblemen eine kostspielige Überholung und Neubefüllung an. Die sehr komfortablen Viergang-Automatikgetriebe mit zwei Schaltprogrammen halten nicht immer so lange wie die Motoren. Auf eventuelle Schaltrucke und korrekte Schaltpunkte ist zu achten. Die Raumlenkerachse weist eine Menge von Lagerbuchsen auf, die nach 20 Jahren oft ausgeschlagen sind. Zu großes Lenkspiel ist beim W124 erst bei sehr hohen Laufleistungen ein Thema. Wichtig ist zudem, dass alle Sonderausstattungen funktionieren.

Preise

Das Angebot des populärsten Mittelklasse-Mercedes W124 ist immer noch gigantisch. Elf Jahre Bauzeit und 2,3 Millionen Exemplare sichern den Liebhaber-Nachschub trotz Export-Offensive. Dort landen meist die Verbrauchswagen, vor allem Diesel-Limousinen. Gepflegte, originale Coupés sind dagegen bereits gesuchte Liebhaberautos. Man trifft bei der Fülle der 124er sogar Raritäten wie Quasi-Neuwagen an, so wurde kürzlich ein 260 E mit 18.000 Kilometern auf dem Tacho für 11.000 Euro angeboten. Als Faustregel für den zukunftsorientierten Coupékauf mit Wertzuwachs mag gelten: Gute Ausstattung, unter 150.000 km, zeitlose Farbkombination, absolute Originalität, scheckheftgepflegt, bis 3. Hand.

Abgasseitig sind alle Coupés bis D3 nachrüstbar. Classic Data bewertet einen 230 CE in Zustand 2 mit 6.900 Euro, einen vergleichbaren 300 CE mit 7.600 Euro.

Bei Einführung 1987 (Mercedes-Benz 230 CE)
50.331 Mark
Bei Produktionsende 1992 (Mercedes-Benz 230 CE)
63.042 Mark

Ersatzteile

Die Ersatzteil-Situation ist beim W124 nahezu optimal. Die Autos sind selbst 12 Jahre nach Produktionsende noch sehr präsent. Heute bestellt, morgen geliefert, heißt die Devise - bei jedem MB-Vertragspartner. Nur sehr ausgefallene Wünsche wie seltene Bezugsstoffe, etwa Velours dunkelolive oder eine Instrumentenbrettabdeckung in Blau, können so schnell nicht erfüllt werden. Selbst originaler Ersatz von Bosch, VDO oder Continental kommt mittlerweile aus Osteuropa, der Qualitätsstandard ist aber mindestens der Gleiche, zumal Verbesserungen aus der Serienproduktion eingeflossen sind. Gewarnt wird jedoch vor Fälschungen und Billigteilen. Original-Zuliefererteile sind im freien Handel manchmal günstiger.

Schwachpunkte

  1. Dämpferbeinaufnahmen
  2. Schraubenfedern und Aufnahmen
  3. Schweller und Wagenheberaufnahmen
  4. Kotflügel vorn
  5. Radläufe hinten
  6. Heckscheibenrahmen
  7. Motor und Antrieb ölundicht
  8. Eingelaufene Nockenwellen
  9. Schaltpunkte Automatikgetriebe
  10. Fahrwerksbuchsen
  11. Defekte Klimaanlagen
Mercedes-Benz 230 CE (C124)

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Eine gute Rostvorsorge lassen selbst die frühen W124er-Mercedes vor Mopf 1 gelassener altern als den rostanfälligen Vorgänger W123. Trotzdem werden nach über 20 Jahren erste Schwachstellen sichtbar. Hohe Laufleistungen und nachlässige Wartung setzen auch der robusten Technik eines W124 zu.

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