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Mercedes S-Klasse W 140 in der Kaufberatung

Komplexer High-Tech-Bomber

Mercedes-Benz 600 SEL, Seitenansicht Foto: Jörg Künstler 9 Bilder

Nur stark vernachlässigte Exemplare der Mercedes-Benz S-Klasse W 140 rosten an den mercedestypischen Stellen wie Wagenheberaufnahmen, Kotflügelkanten und Radläufen. Doch Can-Bus-Elektronik und technische Komplexität sind große Handicaps für den Unterhalt.

08.05.2012 Alf Cremers Powered by

Karosserie-Check

Die Mercedes-Benz S-Klasse W 140 ist neben dem SL-Roadster R 129 der rostresistenteste Mercedes seiner Epoche. Nur ungepflegte Exemplare erwischt es an Kotflügeln, Radläufen und Wagenheberaufnahmen unter den Abdeckkappen. Abplatzer beim Wasserbasislack sind anders als beim W 124 selten.

Doch das Leder im Mercedes W 140 scheint nicht so haltbar wie bei den Vorgängern zu sein. Die Sitze wirken speckig, und der Bezug wirft heftige Falten. Wie bei den Vorgängern läuft die Verbundglasheckscheibe milchig an. Räder und Reifen sind auf Originalität zu prüfen. Die Zuziehhilfe der Türen und der Heckklappe versagt oft ihren Dienst. Tückisch sind bei der W 140-S-Klasse auch Defekte im Bereich von Heizung und Klimaanlagen, Aus-und Einbau sind zeitaufwändig.

Technik-Check

Hoffentlich geht nichts kaputt. Dieses Flehen begleitet viele Mercedes-Benz W 140-Besitzer im Alltag. Autos mit 400.000 bis 600.000 Kilometern in Internet-Anzeigen machen Mut. Die V8- und die V12-Motoren sowie die Automatikgetriebe sind bei regelmäßiger Wartung problemlos. Doch die elektronische Vernetzung über Can-Bus-Steuergeräte weist mit zunehmendem Alter kostspieligen Tücken auf. Speziell die Spitzenmodelle der S-Klasse sind vollgepackt mit komplexer Elektronik, deren Fehlerdiagnose und Reparatur heftig ins Geld geht. Besonders heimtückisch ist der Kabelbaum, dessen Isoliermaterial im heißen Motorraum zerfällt und Kurzschlüsse bei den Steuergeräten erzeugt.

Preise

Gut erhaltene und regelmäßig gewartete Topmodelle der Mercedes-Benz S-Klasse W 140 kosten etwa 9.500 Euro. Für mäßige sind immer noch rund 3.700 Euro zu bezahlen. Bei den vielen Billig-Angeboten unbedingt einen Experten mitnehmen und sämtliche Funktionen prüfen. Reparaturen können leicht den günstigen Kaufpreis übersteigen.

Bei Einführung 1991 (Mercedes-Benz 500 SEL)
126 597 Mark
Bei Produktionsende 1998 (Mercedes-Benz S 600 L)
212 048 Mark

Ersatzteile

Stark dezimiert zeigt sich der W 140-Bestand den Youngtimerfreunden. Sechszylinderund Dieselmodelle erlauben den preiswerten Einstieg. Die V8- und V12-Kandidaten sind in Topzustand begehrt. Ersatzteile gibt es wie für W 116 (meistens) und W 126 umgehend beim lokalen Mercedes-Vertreter. Beten, dass nichts kaputtgeht, ist angebracht.

Schwachpunkte

  1. Wagenheberaufnahmen
  2. Zuziehhilfe der Türen
  3. Sitzpolster, Türverkleidungen
  4. Can-Bus-Steuergeräte
  5. Kabelbaumisolierung
  6. Sonderausstattungen (Funktion)
  7. Tragegelenke, Spurstangenköpfe
  8. Klimaanlage, Lüftung
  9. Bosch LH-Jetronic
  10. Zylinderkopfdichtung
Mercedes W 140, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Nur stark vernachlässigte Exemplare der Mercedes-Benz S-Klasse W 140 rosten an den mercedestypischen Stellen wie Wagenheberaufnahmen, Kotflügelkanten und Radläufen. Doch Can-Bus-Elektronik und technische Komplexität sind große Handicaps für den Unterhalt.

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