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Mercedes W123

Taxi-Benz mit massivem Rostproblem

Mercedes W123, Seitenansicht Foto: Arturo Rivas 14 Bilder

Rost ist das Problem des Mercedes W123, denn erst ab Modelljahr 1983 greift bei dieser Baureihe eine gute Konservierung. Die Technik des Millionensellers ist zwar robust, aber auch aufwendig.

25.01.2016 Alf Cremers Powered by
Mercedes W123, SeitenansichtFoto: Arturo Rivas
Ein Erfolgsmodell und für viele der "letzte echte Mercedes" - die Baureihe 123 von Mercedes war ein Bestseller.
Mercedes W123, MotorFoto: Arturo Rivas
Viel Hubraum, wenig Leistung: Der Dreiliter-Saugdiesel kommt nur auf 88 PS. Doch dafür hält er ewig.
Mercedes W123, CockpitFoto: Arturo Rivas
Das Interieur des W123 ist ebenso unspektakulär wie selbsterklärend. In diesem Fall gut mit dem Lack abgestimmt: Der Stoff in Dattel wird von Kunstleder-Sitzwangen flankiert.

Karosserie-Check

Die Rostanfälligkeit von Erstserienmodellen des Mercedes W123, erkennbar an den Katzenohren-Kopfstützen und am Pünktchen-Dachhimmel, ist sprichwörtlich. Trotz besserer Rostvorsorge blieben die kritischen Stellen stets die gleichen. So ist die Naht zwischen den Vorderkotflügeln und dem Frontblech fast immer betroffen.

Kotflügel und Stehbleche des Mercedes W123 rosten von innen unter den Scheinwerfertöpfen und im Bereich von A-Säule und Schwellerspitzen. Fast immer sind die tunnelförmigen Wagenheberaufnahmen befallen, die Türböden von innen unter den Gummidichtungen und ganz arg auch Radläufe und Endspitzen. Manchmal erwischt es auch den Schiebedachrahmen und das Windfangblech unter der Frontscheibe.

Technik-Check

Die Mercedes W123-Reihe ist vielfältig. Sie kennt fünf verschiedene Motorenbaureihen: Schlepphebel-Benziner (M115), Kipphebel-Benziner (M102), Diesel (OM 615–617), OHC-Sechszylinder (M123) und DOHC-Sechszylinder (M110).

Am langlebigsten sind M115 und OM 615–617. Die modernen M102-Vierzylinder im Mercedes W123 leiden unter der Einfachsteuerkette, und der Zylinderkopf des M110 verlangt bei mehr als 250.000 km nach kostspieliger Überholung.

Preise

Classic-Analytics listet den Mercedes W123 im Zustand 2 mit 8.500 Euro. Mäßige Exemplare sind für 2.600 Euro zu finden.

Bei Einführung 1976 (Mercedes-Benz 300 D)
24.900 Mark

Ersatzteile

Wie üblich bei Mercedes-Benz: heute bestellt, morgen auf dem Tresen. Gilt aber nur für Gängiges für den Mercedes W123, vorzugsweise aus dem Technikbereich. Karosserie- und Ausstattungsteile werden langsam rar und sehr teuer, ob Schriftzug oder Reparaturblech. Allmählich wird auch der W123 ein Fall für Teilehändler wie Niemöller oder SLS.

Schwachpunkte

  1. Kotflügel und Stehbleche
  2. Schweller u. Wagenheberaufn.
  3. Längsträger vorn
  4. Frontblech/Kühlertraverse
  5. Türböden, Gummidichtungen
  6. Radläufe, Endspitzen
  7. Hinterachsaufnahmen
  8. Nockenwellen, St.-Kette (M102)
  9. Zylinderkopf (M110)
  10. Vergaser 4A-1 (250, 280)
  11. Lenkgetriebe
  12. elektrisches Schiebedach
Mercedes W123, Schwachpunkte, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der Mercedes W123 wandelte sich direkt - und schleichend - vom Alltagsauto zum Alltagsklassiker. Daher war der W123 immer begehrt, wenn auch nicht immer gepflegt. Jetzt gilt es, die guten Exemplare zu finden. Ab etwa 5.000 Euro kann man solche W123 mit etwas Zeit für die Suche ergattern.

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