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Opel Calibra Kaufberatung

Robuster Manta-Enkel

Opel Calibra 2.0i 16V Foto: Frank Herzog 6 Bilder

Opel Calibra sind problemlose Alltagsfahrzeuge. Vorsicht ist allerdings bei Tuning-Objekten geboten. Zu den Raritäten der Straße gehört der insgesamt über 100.000 Mal in Deutschland verkaufte Opel nicht – Sahnestücke im Originalzustand werden aber immer seltener.

24.04.2012 Powered by

Karosserie-Check

Wie bei vielen Opel seiner Epoche ist auch beim Opel Calibra die Verarbeitung nicht gerade berauschend. Nicht ungewöhnlich also, wenn ein Auto bei der Probefahrt vor sich hinklappert. Bedenklicher ist da schon die schlechte Rostvorsorge. Recht häufig finden sich beim Opel Calibra vergammelte hintere Radläufe, nach Möglichkeit sollten die inneren Seitenverkleidungen demontiert werden, dann ist auch der innere Radlauf zu sehen.

Problematisch ist starke Korrosion der hinteren Federaufnahmen am Wagenboden, die Reparatur ist recht aufwendig. Seltener sind Rostschäden an den A-Säulen, dem Heckblech und den Endpitzen anzutreffen. Auch der Innenraum ist eine genauere Betrachtung wert. In der Blende oben zwischen Instrumentenbrett und Windschutzscheibe bilden sich gern Spannungsrisse, ein auch für den Vectra A typisches Phänomen. Als ärgerlicher Schönheitsfehler gilt das allmähliche Abblättern der Folie mit den Anzeigenskalen im Instrumentenbrett.

Da man vor dem Kauf selten Gelegenheit hat, zur genaueren Inspektion Kotflügel oder Innenverkleidungen abzubauen, sollte grundsätzlich nach gepflegt wirkenden Fahrzeugen Ausschau gehalten werden. Generell gelten in Finnland gefertigte Calibra übrigens als rostbeständiger als deutsche Exemplare. Klarheit verschafft ein Blick auf die Fahrgestellnummer: Diese beginnt immer mit "WOL0000", dann kommt ein Buchstabe, der für das Baujahr steht, und schließlich eine "1" oder "9", Letztere bezeichnet die von Valmet Automotive in Finnland gefertigten Calibra.

Technik-Check

Der 150 PS starke C20XE gilt als einer der besten Opel-Motoren überhaupt - leistungsstark, sparsam und grundsolide, Laufleistungen von weit über 300.000 Kilometern sind keine Seltenheit. Mindestens ebenso robust ist der als Basismotorisierung eingesetzte Achtventilmotor. Wichtig ist jeweils, die Wechselintervalle des Zahnriemens zum Nockenwellenantrieb (alle 60.000 km) einzuhalten.

Die 16V-Motoron des Opel Calibra wurden mit zwei verschiedenen Zylinderköpfen ausgeliefert. Bei Köpfen vom Hersteller KS können sich zwischen den Wasser- und Ölkanälen Risse bilden. Eine Reparatur kommt aufwendig. Robuster sind die Coscast-Zylinderköpfe, erkennbar an einem etwa 1 cm breiten Steg an der rechten Seite des Kopfes. Der 204 PS starke 2-Liter-Turbo und der V6 mit 170 PS sind verhältnismäßig selten und gelten ebenfalls als robust, speziell der Turbo aber nur bei vernünftiger Behandlung. Als Problem gilt beim V6 der zwischen den Zylinderreihen gelegene Wärmetauscher, der gern korrodiert, wodurch Öl ins Kühlsystem gerät. Ein typisches Problem der Allradvariante 4 x 4 sind defekte Verteilergetriebe, die insbesondere bei tiefer gelegten Fahrzeugen gern auftreten.

Preise

Der mit Abstand meistverkaufte Calibra (70.000 Exemplare) ist die Basisversion mit dem Achtventilmotor, mit dessen 115 PS der Wagen bereits ordentlich motorisiert ist. Mäßige Exemplare sind zurzeit durchaus schon für rund 1.000 Euro zu haben. Gute liegen bei etwa 3.800 Euro. Der 150 PS starke 16-Ventil-Calibra wurde knapp 19.000 Mal verkauft. Gepflegte Fahrzeuge mit TÜV kosten ab rund 4.400 Euro. Je nach Zustand und Ausstattung kann der jeweilige Preis aber auch deutlich höher liegen.Allradversionen liegen bei 7.800 Euro im guten Zustand, Bastlerobjekte gibt es ab 2.000 Euro.

V6-Calibra kommen etwas teurer als der 16V. Der am meisten gesuchte Calibra ist die 204 PS starke Turbo-Version. Für einen gut erhaltenen neueren Typ können durchaus 8.500 Euro den Besitzer wechseln. Etwas teurer gehandelt werden jeweils die verschiedenen Sonderserien, die Opel von 1993 bis 1997 in verschiedenen Farb- und Ausstattungsvarianten auflegte.

Bei Einführung 1990 (Calibra 16V/150 PS)
39.800 Mark
Bei Produktionsende 1997 (Calibra 16V/136 PS)
41.415 Mark

Ersatzteile

Die Ersatzteilsituation für Opel Calibra ist zurzeit noch sehr gut. Neuteile finden sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bei jedem Opel-Händler. Wegen der teilweise sehr hohen Ersatzteilpreise lohnt es sich aber auch, bei Teilehändlern oder auf dem Privatmarkt zu suchen. Auf Grund des Opel-Baukastensystems lassen sich viele Teile aus anderen Modellen, insbesondere dem Vectra A, verwenden. Das betrifft nicht nur technische Bauteile wie Motoren und Getriebe, sondern zum Teil auch die Inneneinrichtung und Instrumente.

Sehr teuer können Schäden am Verteilergetriebe der 4 x 4-Versionen werden. Ein neues Ersatzteil kommt auf rund 6.000 Euro - für die Überholung, zum Beispiel bei der Firma Hürlimann in der Schweiz, sind mindestens 1.000 Euro zu veranschlagen.

Schwachpunkte

  1. Radläufe hinten
  2. Zylinderkopf 16V
  3. Zahnriemen
  4. Korrosion Federaufnahmen am Wagenboden hinten
  5. Verteilergetriebe Calibra 4 x 4
  6. Heckblech und Endspitzen
  7. A-Säulen
  8. Instrumentenbrett
  9. Bremsbänder Automatikgetriebe
  10. Wärmetauscher (V6)
Opel Calibra 2.0i 16V

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Opel Calibra sind problemlose Alltagsfahrzeuge. Vorsicht ist allerdings bei Tuning-Objekten geboten. Zu den Raritäten der Straße gehört der insgesamt über 100.000 Mal in Deutschland verkaufte Opel nicht – Sahnestücke im Originalzustand werden aber immer seltener.

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