Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Porsche 911 Carrera 3.2 Clubsport - G-Modell

Willkommen im G-Club

Porsche 911 Carrera 3.2 CS Foto: Oliver Rieger

Die erleichterte 911-Version aus den letzten Jahren jener Baureihe, die als G-Modell 1973 das Licht der Porsche-Welt erblickt hatte, gehört zu den kernigsten Möglichkeiten des Elfer-Genusses: ein bisschen tiefer, ein bisschen fixer, ein bisschen lauter. Und luftgekühlt; was sonst?

17.04.2009 Powered by

Karosserie-Check

Clubsport heißt Rennstrecke, und wer auf die Rennstrecke geht, liegt auch mal daneben; sonst hat er es nicht richtig probiert. Daher muss das erste Augenmerk beim Check eines 911 CS möglichen Unfallschäden gelten. Leichte Dellen in der Peripherie sind ehrenvolle Schmisse, aber Schäden an tragenden Teilen müssen sachkundig repariert worden sein. Nachweise dafür sollten vorliegen. Obwohl die G-Modelle ab 1976 mit verzinkten Blechen aufgebaut wurden, können sie rosten.

Der sportliche Einsatz hat stärkere Verwindungen zur Folge als das bloße Cruisen; dadurch können Risse in der Schutzschicht entstehen, die dem Rost frechen Vorschub leisten. Außerdem erhielten die CS-Modelle ab Werk bis auf die dünne Lackschicht keinen Unterbodenschutz. Typische Rostnester sitzen an den unteren B-Säulen sowie in den hinteren Ausläufern der Radhäuser, im Bereich der Heckleuchten. Sorgfalt sollte ebenfalls vorherrschen beim Begutachten der Aufnahmepunkte der Vorderachse. Korrosion und/oder Risse sind hier die häufigsten Ärgernisse.

Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie bei allen anderen Elfern der Generation G: Steinschlag kann die Front beschädigt haben, unregelmäßige Spaltmaße an Türen und Hauben können auf Unfälle hindeuten. Wurde der 911 CS einmal unsachgemäß angehoben, wurde die Ölkühlerleitung im rechten Schwellerbereich eventuell beschädigt.

Technik-Check

Die 3,2-Liter-Sechszylinder haben sich mit Laufleistungen von bis zu 300.000 Kilometern und mehr einen guten Ruf in Sachen extremer Haltbarkeit erworben, wollen andererseits aber auch entsprechend behandelt werden, etwa durch sorgfältiges Warmfahren. Die Ölschläuche zwischen Motorgehäuse und Kettenspanner zeigen bisweilen Ölverlust, die Ventilführungen neigen vereinzelt zu übermäßiger Luft am Schaft, und die Lenkgetriebe gerade sportlich gefahrener Exemplare zeigen gern erhöhtes Spiel. Ausgeschlagene hintere Achsgelenke führen bisweilen zu Vibrationen, die gern mit Rad-Unwuchten verwechselt werden.

Die Eisenguss-Bremszangen können korrodiert sein, die Synchronisierung der Gänge lässt schon mal zu wünschen übrig, und ein fühlbares Knacken in der Hinterachse beim Rückwärtsfahren verrät defekte Radlager. Aufgebockt und an einem Hinterrad festgehalten, sollte sich das freie Rad nur mit deutlicher Mühe drehen lassen. Andernfalls ist das Sperrdifferenzial defekt.

Preise

Den Tiefpunkt ihrer Wertkarriere erlebten die 911 Clubsport um die Jahrtausendwende: Selbst gut erhaltene Exemplare mit akzeptabler Kilometerleistung waren nur schwer für mehr als umgerechnet 20.000 Euro zu verkaufen. Doch danach zogen die zivilen Sportler stetig an – auf heute das Doppelte.

Die CS tragen bereits das G50-Getriebe, und wenn sie dann noch in der richtigen Farbe vorfahren (dunkelblau oder schwarz), liegen sie voll im Trend. Rote oder weiße sind gemäß der Internet-Quelle www.elferhelfer.com ziemlich out und werden mit Abschlägen von bis zu 3000 Euro bestraft. Doch wichtiger: Es gab nur 189 CS-Coupés. Und Seltenheiten unter den schönsten Sportwagen waren noch nie billig.

Bei Einführung 1987 (Porsche 911 Carrera 3.2 Clubsport)
80.500 Mark
Bei Produktionsende 1989 (Porsche 911 Carrera 3.2 Clubsport)
83.500 Mark

Ersatzteile

Macht der Motor Probleme, wird bei den rund 20 Jahre alten Clubsport-Elfern fast die Hälfte ihres Wertes fällig: Porsche Classic (www.porsche.com) verkauft die Sechszylinder im Austausch für knapp 20.000 Euro. Ein Austauschgetriebe kostet 7.165 Euro; enthalten sind im Lieferumfang aber auch der verblockte Achsantrieb samt Sperrdifferenzial. Weitere Beispiele : vorderer Querlenker 460 Euro, Kotflügel vorn 665, Scheinwerfer 375, Tür 1.215, Lichtmaschine neu 708 (im Austausch 477), Benzinpumpe 273 Euro.

Schwachpunkte

  1. Rost an unteren B-Säulen
  2. Rost in hinteren Kotflügel- Spitzen (Lampen-Umgebung)
  3. Vorderachs-Aufnahmepunkte
  4. Unfallschäden (unregelmäßige Spaltmaße an Türen / Hauben)
  5. Ölleitung gequetscht im rechten Schwellerbereich
  6. Ölverlust Motor
  7. Spiel in Antriebsgelenken
  8. Hintere Radlager
  9. Spiel im Lenkgetriebe
Porsche 911 Carrera 3.2 CS

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die erleichterte 911-Version aus den letzten Jahren jener Baureihe, die als G-Modell 1973 das Licht der Porsche-Welt erblickt hatte, gehört zu den kernigsten Möglichkeiten des Elfer-Genusses: ein bisschen tiefer, ein bisschen fixer, ein bisschen lauter. Und luftgekühlt; was sonst?

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk