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Porsche 968 in der Kaufberatung

Alltagstauglich, ausgereift - und günstig

Porsche 968, Heck Foto: Hardy Mutschler 10 Bilder

Die Porsche 968-Baureihe umweht der Nimbus der Unzerstörbarkeit. Weil dieser Sportwagen zudem auch noch alltagstauglich und bezahlbar ist, entwickelt er sich allmählich zu einem Geheimtipp in der Youngtimer-Szene. Es dürfte sich lohnen, nach einem guten Exemplar Ausschau zu halten.

03.03.2012 Michael Schröder Powered by

Karosserie-Check

Sofern es sich um ein gepflegtes und unfallfreies Modell handelt, bietet diese Baureihe kaum Anlass zur Sorge - die Liste der typischen Mängel ist recht überschaubar. Über Rost können Porsche 968-Besitzer dank der vollverzinkten Karosserie zudem bestenfalls müde lächeln: Korrosion tritt - wenn überhaupt - nur an Stellen auf, die durch Unfälle oder Steinschläge beschädigt wurden.

Als Porsche 968-Interessent sollte man also die besonders gefährdeten Partien an Bug und Heck genau unter die Lupe nehmen. Erhöhter Verdacht auf Vorschäden besteht auch dann, wenn die vorderen und hinteren Kunststoffteile gegen nicht originale Zubehörteile getauscht wurden. Die Original-Porsche-Komponenten sind sehr teuer, weswegen sie oft durch günstigere Nachbauten ersetzt werden (beispielsweise nach einem Unfall). Die selteneren Clubsport-Modelle sind dagegen generell rostanfälliger, weil aus Gewichtsgründen beispielsweise auf den Unterboden-schutz verzichtet wurde.

Zu den wenigen wirklichen Schwachstellen am Porsche 968 zählt die Verklebung der gläsernen Heckklappe auf dem Rahmen. Diese kann im Dachbereich auf Höhe der Scharniere im Laufe der Zeit undicht werden. Die Folge: Wasser im Kofferraum, welches sich an den tiefsten Punkten sammelt - in den leeren Taschen rechts und links des Reserverads. Ein Blick in den Kofferraum genügt, um dieses zu überprüfen. Dabei gleich auch den serienmäßigen Luftkompressor testen, der durch eventuelle Nässe Schaden genommen haben könnte. Risse im Instrumentenbrett sind ein Thema. Sie entstehen unter anderem durch direkte Sonneneinstrahlung - ein Grund mehr, einem Garagenwagen den Vorzug zu geben.

Technik-Check

Vor hohen Laufleistungen braucht man sich nicht zu fürchten, sofern der Porsche 968 aus überschaubarem Vorbesitz stammt und eine seriöse Servicehistorie vorweisen kann. Die größte Schwachstelle des großvolumigen und ansonsten überaus robusten Vierzylinders: der Antrieb der Einlassnockenwelle, der per Kette geschieht. Deren Spanner (eine Kunststoffschiene) kann einlaufen, was die Kette mit einem Peitschen quittiert, welches dann den Ritzeln Zähne kosten kann. Wer sicher gehen will, entfernt den Ventildeckel und kontrolliert die Kettenräder auf Schäden. Die Auslass-nockenwelle wird dagegen von einen breiten Zahnriemen angertrieben, der regelmäßig getauscht werden muss.

Potenziellen 968-Interessenten sei zudem gesagt, dass selbst Routinearbeiten richtig ins Geld gehen können - zum Beispiel der Kupplungstausch, der sich mit rund 1.000 Euro als teure Angelegenheit entpuppt. Auch die mit Motordrehzahl rotierende Transaxle-Welle sowie die Antriebswellen erreichen irgendwann einmal ihre Verschleißgrenze, was einen teuren Austausch zur Folge hat.Der Zustand des Antriebsstrangs lässt sich im Stand bei laufendem Motor zumindest ansatzweise überprüfen, indem bei geöffneter Tür mehrmals ein- und ausgekuppelt und dabei auf verdächtige Geräusche geachtet wird.

Preise

Es gibt nicht viele Sportwagen, die als so ausgereift und alltagstauglich gelten wie ein Porsche 968. Dieses Vergnügen ist zudem nicht übermäßig teuer - gute Exemplare mit überschaubarer Laufleistung finden sich bereits ab rund 15.000 Euro. Ein vergleichbares 968-Cabriolet dürfte um 10 bis 15 Prozent teurer als das Coupé sein. Besonders gefragt scheinen derzeit die selteneren Clubsport-Modelle (CS) zu sein, für die nochmals ein Preisaufschlag verlangt wird, obwohl sie neu wesentlich billiger als das serienmäßige Coupé waren (Achtung: viele CS mussten für diverse verschleißfreudige Rennsporteinsätze herhalten).

Der geringe Wertverlust (wenn überhaupt), die vergleichsweise geringen Unterhalts-kosten sowie die solide Basis prädestinieren den Porsche 968 zu einem fast schon idealtypischen Einsteiger-Sportwagen, der sich problemlos auch im Alltag zurechtfindet.

Bei Einführung 1991 (Porsche 968)
89800
Bei Produktionsende 1995 (Porsche 968)
97440

Ersatzteile

Die Ersatzteilversorgung für den Porsche 968 ist nicht ganz so lückenlos, wie man es von Porsche gewöhnt ist. Teile, die gleichzeitig auch im 911er verwendet werden, sind selbstverständlich vorrätig. Sonderteile hingegen werden nur zögerlich nachgebaut - Lenkwellen oder ein CS-Getriebe gibt es beispielsweise gar nicht mehr, und bei einigen Sitzbezügen (mintgrün, violett) sollte man sich ebenfalls auf eine anstrengende Suche einstellen.

Viele Besitzer greifen bei Technik- und Verschleißteilen längst auf die inzwischen gut sortierten Angebote der freien Spezialisten zurück. Oder sie werden innerhalb der regen Porsche-Club-Szene fündig, die erfahrungsgemäß sehr gut informiert und vernetzt ist.

Schwachpunkte

  1. Antrieb Einlassnockenwelle
  2. Kettenspanner
  3. Buchsen vordere Querlenker
  4. Keder der Anbauteile
  5. Wartung
  6. Dichtlippe Heckklappe
  7. Unfallschäden
  8. Transaxle-Welle
  9. Bremsanlage
  10. Kupplung
  11. Antriebswellen
  12. Originalität

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die Porsche 968-Baureihe umweht der Nimbus der Unzerstörbarkeit. Weil dieser Sportwagen zudem auch noch alltagstauglich und bezahlbar ist, entwickelt er sich allmählich zu einem Geheimtipp in der Youngtimer-Szene. Es dürfte sich lohnen, nach einem guten Exemplar Ausschau zu halten.

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