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Volkswagen Mexico-Käfer Kaufberatung

Auch Mexikaner rosten gerne

Volkswagen Mexico-Käfer, Seitenansicht Foto: Arturo Rivas 10 Bilder

Am 30. Juli 2003 lief im mexikanischen Puebla endgültig der letzte Käfer vom Band - spätestens seit diesem Tag gelten die einst wenig geliebten Mittelamerikaner für die Szene als erhaltenswerte Klassiker. "Última Edición"-Modelle befinden sich zudem fest in Sammlerhänden.

03.01.2013 Christian Soja Powered by

Karosserie-Check

Selbst nach der Produktionseinstellung im Jahr 1978 konnten Kunden bei den VW-Händlern einen fabrikneuen Käfer bestellen: Bis 1985 wurde die - wenn auch geringe - Nachfrage offiziell mit in Mexiko gefertigten Modellen gedeckt. Danach versorgten verschiedene Händler und sogar eine Supermarktkette (REWE) die Szene mit Käfern made in Mittelamerika, bis die Produktion dort 2003 endgültig eingestellt wurde.

Rost gilt als der größte Feind der in Mexiko produzierten VW Käfer-Modelle, die nahezu ohne Konservierung ausgeliefert wurden. Als besonders anfällig für die braune Pest gelten die ab 1992 importierten Modelle mit dem 1600i-Motor. Viele Exemplare wurden jedoch nachträglich von den Besitzern (und von einigen engagierten Importeuren) mit Rostschutz versehen oder sind bereits teil- oder vollrestauriert. Hier sollte die Qualität der Arbeit am besten von einem Sachverständigen überprüft werden.

Als Klassiker unter den Rostherden gilt beim VW Käfer der Rahmenkopf, der die Vorderachse aufnimmt und nur schwer zu schweißen ist. Oft ist bereits der gesamte Vorderwagen in Mitleidenschaft gezogen, dazu gehören auch die Reserveradmulde sowie die Kotflügel im Bereich der Scheinwerfertöpfe. Der Plattformrahmen mit Zentralrohr ist mit der Karosserie verschraubt. Häufig bildet sich Rost entlang der Schraubenkanten und an den dort montierten Trittbrettern. Die Plattform selbst gammelt gerne im Bereich der unter dem Rücksitz platzierten Batterie sowie an den Wagenheberaufnahmen. Nicht selten sind die Heizungskanäle betroffen, ebenso die Verstärkungsbleche in den hinteren Radkästen.

Technik-Check

Die Technik des Mexico-Käfers bietet kaum Grund zur Sorge: Besonders der 34 PS starke 1,2-Liter-Boxer gilt als nahezu unzerstörbar und läuft bei entsprechender Pflege mühelos 200.000 Kilometer. Empfindlich reagiert das Triebwerk jedoch bei Dauervollgas, weil der dritte Zylinder thermisch im Windschatten des Gebläses liegt. Das zweiteilige Leichtmetall-Motorgehäuse, die Stößelschutzrohre sowie der Ölkühler leiden generell zu Ölundichtigkeiten.

Das ab 1992 in Mexiko verbaute 46 PS starke 1600i-Aggregat mit ungeregeltem Katalysator präsentiert sich hingegen als weniger strapazierfähig, als Schwachstellen gelten klappernde Hydrostößel und brechende Ventilfedern. 1994 wurde dieser Motor im VW Käfer mit einem geregelten Kat versehen, und ab 2000 sorgte ein neues Steuergerät für einen Leistungszuwachs von 4 PS.

Weil die Einspritzanlage des 1600i in Deutschland nie offiziell von VW angeboten wurde, ist bei Problemen ein Spezialist gefragt. Für Störungen kann die bei einigen Modellen ab 2003 verbaute Transponder-Wegfahrsperre sorgen, am besten deaktivieren lassen. Die Getriebe des Mexico-Käfers gelten als robust, da kann höchstens ein Simmerring undicht werden oder die Synchronisation des zweiten Ganges verschleißen. Rasselgeräusche deuten auf ein defektes Lager hin. Das Fahrwerk macht bisweilen mit ausgeschlagenen Spurstangenköpfen oder verschlissenen Stoßdämpfern auf sich aufmerksam.

Preise

Viele Mexiko-Käfer befinden sich noch immer in der Hand ihrer Erstbesitzer - Puristen stören sich an der Herkunft des Autos und halten sich lieber an das deutsche Original, was sich auch im Preisgefüge ausdrückt: Mexiko-Käfer sind nach wie vor guünstiger zu haben als Fahrzeuge aus heimischer Produktion.

Ein 1200er Käfer (Baujahr 1978 bis 1985) dürfte im guten Zustand zwischen 4.500 und 6.000 Euro kosten. Gleiches gilt für einen gepflegten 1600i, der Mitte der Neunziger nach Deutschland gekommen ist. Als die Stars unter den Käfern aus Mittelamerika gelten zweifellos die Modelle der "Ultima Edicion", von denen nur 3.000 Exemplare gebaut worden sind. Rund 500 davon befinden sich in Deutschland und werden nur selten zum Verkauf angeboten. Wenn doch, dürften gute Autos zwischen 15.000 und 17.000 Euro kosten

Bei Einführung 1978 (Volkswagen Mexico-Käfer)
7865,22 Mark
Bei Produktionsende 2003 (Volkswagen Mexico-Käfer)
13.500 Euro

Ersatzteile

Aufgrund vieler identischer Bauteile sind die meisten Technik-Parts für den Mexico-Käfer in der Regel sofort verfügbar. Firmen wie das Volkswarenhaus, Käferland oder Elnatec haben zudem auch die aus Mexiko stammenden VW Käfer in ihr Herz geschlossen und versorgen die Szene mit Original- und nachgefertigten Teilen. Volkswagen selbst hat sich mit dem Wolfsburger Classic Parts Center auf die Teileversorgung von Klassikern spezialisiert. Der meiste Karosserieersatz ist nach wie vor ebenfalls bei den genannten Spezialisten erhältlich.

Schwieriger sieht es hingegen aus, wenn Teile des Sondermodells "Ultima Edicion" gefragt sind: Definitiv nicht mehr zu bekommen sind beispielsweise die Bezugsstoffe der Sitze, die meisten Chromleisten sowie die Original-Stoßstangen. Wer auf der Suche nach bestimmten Parts ist, sollte sich an den VW-Käfer-Club Ultima Edicion wenden.

Schwachpunkte

  1. Rahmenkopf
  2. Kotflügel
  3. Wagenheberaufnahmen
  4. Karosserie-Schraubkante
  5. Seitenteile über Trittbrett
  6. Spurstangenköpfe
  7. Achsschenkel
  8. Lenkspiel
  9. Ölverlust Motor und Getriebe
  10. Einspritzanlage (1600i)
  11. Originalität
Volkswagen Mexico-Käfer, Schwachsteller

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Am 30. Juli 2003 lief im mexikanischen Puebla endgültig der letzte Käfer vom Band - spätestens seit diesem Tag gelten die einst wenig geliebten Mittelamerikaner für die Szene als erhaltenswerte Klassiker. "Última Edición"-Modelle befinden sich zudem fest in Sammlerhänden.

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