Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Kaufberatung Porsche 914/6

Viele Blender unterwegs

VW Porsche 914/6 Foto: Hardy Mutschler 14 Bilder

Der Porsche 914/6 fordert den wahren Liebhaber: Seine Preise liegen auf Porsche-Niveau. Das gilt für den Kauf sowie für den Unterhalt. Karmann fertigte einst die Karosserien ohne relevanten Rostschutz, zudem hat der VW-Porsche einer ganzen Generation bastelfreudiger Hobbytuner Arbeit gegeben.

09.09.2009 Powered by

Karosserie-Check

Alle populären Klassiker mit komplexen Karosseriestrukturen leiden darunter gemeinsam: Viel Kosmetik macht sie oft zu Blendern. Nur ein gründlicher Check kann Interessenten vor ungeplanten, hohen Investitionen schützen. In vier Zentren breitet sich der Rost beim 914/6 besonders heftig aus: Stark gefährdet ist die Aufnahme der rechten Hinterachsschwinge. Über ihr sitzt die Batterie. Verliert sie Säure, ist der Rostfraß in dieser unzugänglichen Region in der Tiefe des Motorraums kaum aufzuhalten. Die Reparatur ist aufwendig, weil sie nur mit Richtbank zu guten Ergebnissen führt. Zweiter kritischer Bereich ist der Übergang des Targabügels in die Karosserie. 

Ab Werk war bei dem Porsche 914/6 zwischen Innenkotflügel, Verstärkung und Außenblech ein Moosgummi montiert, das Feuchtigkeit dauerhaft speicherte. Zudem haben die Bohrungen für die Zierleisten hier Wasser in die Struktur eindringen lassen – ein bevorzugtes Revier für Spachtel-Meister. Einen parallelen Türspalt allerdings können sie nicht zaubern - klafft er, ist die Struktur faul. Etwas tiefer leiden oft die Schweller, der dritte Punkt des Checks: Das äußere Schwellerblech ist dabei weit weniger wichtig als das darunter verborgene Längsträger-Innenblech. 

Rost gibt’s beim Porsche 914/6 auf der ganzen Länge: Vom unteren Ende der A-Säule über die Wagenheberaufnahmen bis zum hinteren Radhaus, zudem ist das angrenzende Bodenblech oft angegriffen. Den letzten heißen Punkt bilden die Bereiche, in denen der Kotflügel in den Windlauf übergeht. Hat ein Porsche 914/6 diese Tests mit Auszeichnung überstanden, sollten die sonstigen Verdächtigen wie Kofferraumböden - es gibt zwei! -, Türunterseiten und Hauben nur noch wenig Sorgen bereiten.

Technik-Check

Der Motor des Porsche 914/6 stammt aus dem Porsche 911 T: Mit nur 110 PS ist das Aggregat nicht sonderlich gefordert und dankt dies mit Langlebigkeit, wenn es ein Mindestmaß an Wartung genießen durfte. Das allerdings schützt nicht vor notorischem Ölverlust. Schuld sind meist undichte Ventildeckel und Ölrücklaufrohre, mitunter aber auch der Öltank. Verschlissene Kettenspanner, ausgeschlagene Drosselklappenwellen und klackernde Antriebswellen sind unproblematisch zu reparieren. Schon zu Lebzeiten galt die unpräzise Schaltführung des 914-6-Getriebes als Schwachstelle, mitunter hat zudem die Synchronisation gelitten. Während ein verschlissenes Fahrwerk auf mangelnde Pflege verweist, war der anfällige Mechanismus der Handbremse dagegen konstruktiv nicht gut gelöst.

Preise

Nur 3.351 Stück des Porsche 914/6 hat Porsche gebaut, inklusive der zehn 916, zwei 914-8 und einer bislang nicht exakt bestimmten Zahl der Wettbewerbsvariante GT. Der Rost hat viele von ihnen gefressen, und die, die überlebt haben, sind Blender oder verbastelt. Gute, originale Porsche 914/6 sind demnach meist in festem Besitz und erreichen, falls sie gehandelt werden, Preise von über 30.000 Euro. Schon ein ehrlicher Dreier ist nicht einfach zu finden. Öfter angeboten wird der Sechszylinder im Zustand vier. Sogar Ruinen kosten heute kaum unter 5.000 Euro, zu groß ist inzwischen die Nachfrage. Besonders für Sporteinsätze bietet der Porsche 914/6 mit seinem Baukastensystem eine ideale Basis - und ist viel seltener als ein vergleichbares 911-Modell.

Bei Einführung 1969
18.992 Mark
Bei Produktionsende 1972
19.980 Mark

Ersatzteile

Die Regale bei Porsche sind gut gefüllt, doch ärgern sich die Fans über explodierende Preise: Für eine neue Tür zum Beispiel sind mehr als 2.000 Euro anzulegen - aus einer guten Versorgung resultiert also nicht zwangsläufig Entspannung. Nur wenige Teile sind schon länger nicht mehr lieferbar. Zu den wichtigen unter ihnen zählen die Längsträger, die vordere Schlossquerwand (hinter der Stoßstange), die Auspuffanlage, die hinteren Bremssättel und die äußeren Dichtgummis der Rückleuchten. Diese sind bei Undichtigkeit für Wassereinbrüche im hinteren Kofferraum verantwortlich.

Schwachpunkte

  1. Schwingenaufnahme rechts
  2. Targabügel und Seitenblech
  3. Schweller
  4. Kotflügel
  5. Kofferraumböden
  6. Türunterseiten
  7. Hauben
  8. Ölverlust
  9. Kettenspanner
  10. Antriebswellen
  11. Getriebe
  12. Handbremsmechanismus
VW Porsche 914/6

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der Porsche 914/6 fordert den wahren Liebhaber: Seine Preise liegen auf Porsche-Niveau. Das gilt für den Kauf sowie für den Unterhalt. Karmann fertigte einst die Karosserien ohne relevanten Rostschutz, zudem hat der VW-Porsche einer ganzen Generation bastelfreudiger Hobbytuner Arbeit gegeben.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk