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Kaufberatung VW T2 Bus - Typ 2

Bulli zum Zweiten

VW Bus T2 L Foto: Hardy Mutschler 22 Bilder

VW Bulli der zweiten Generation wurden begeistert gefahren, aber deutlich weniger begeistert gepflegt - dies passte ja auch nicht so ganz zu seiner Rolle als Anti-Statussymbol. Deshalb finden sich heute nur noch selten gute und vor allem originale T2-VW-Busse. Die anderen raffte der Rost dahin.

15.04.2011 Powered by

Karosserie-Check

Die Legende von der Unverwüstlichkeit der Volkswagen aus den Sechzigern ist beim T2 ein Märchen. Der Rost setzt dem VW Bulli mit den Jahren extrem zu. Weil an vielen Bussen laienhaft geschweißt oder Bleche nur aufgebraten wurden, sollten Interessenten genau auf den Zustand der Karosserie achten. Zu den harmlosen Mängeln gehören Steinschlagschäden an der Front. Auch an Scheibenwischerdurchführungen, Luftgitter und Windschutzscheibenrahmen findet sich dort oft Korrosion. Dem VW Bulli sollte man unter alle Dichtgummis spicken, an den Scheiben ebenso wie an den Türen. Das gilt auch für die Gummimatten im Fußraum. Die Dichtgummis werden spröde und lassen Feuchtigkeit ins Auto, die sich dann am Wagenboden, aber auch in den Türkästen sammelt. Deshalb sind oft die Türunterkanten des VW Bulli durchgerostet. Ein besonderer Schwachpunkt sind die Kniestücke genannten vorderen Kotflügel. Sie gammeln fast immer, und von ihnen aus frisst sich die braune Pest bis an die B-Säule.

Bei fast allen Modellen des VW Bulli leidet die Schiebetür unter starkem Rostbefall, vor allem an der Unterkante. Das gilt auch für die Heck- und Motorklappe. Vom stark gefährdeten Bereich des Batteriebodens befällt der Rost die hinteren Flanken und die Blechpartie unter dem rechten Rücklicht. Weitere typische Korrosionsstellen: Längsträger mit Auslegern am Unterboden, Wagenheberaufnahmen, vorderer Querträger mit Heizungsrohr, Aufnahmepunkt der hinteren Drehstabrohre, Stoßstangen und Vorderachse.

Die Innenausstattung der meisten VW Bulli hat unter hoher Beanspruchung stark gelitten. Zudem gibt es viele zu Wohnmobilen verbastelte Busse, die nur mit enormem Aufwand wieder in einen originalen oder zumindest angenehm nutzbaren Zustand gebracht werden können, denn Ersatz für alle Innenausstattungen ist inzwischen rar.

Technik-Check

Bei der Technik sieht es beim  VW Bulli schon besser aus. Doch leidet die vom Käfer entliehene Vorderachse oft an starkem Rostbefall - am Achskörper, der Innenseite der Längsträger und unter den Bögen der Seitenschilder. Dazu kommt es am Lenkgetriebe oft zu Rissen und Ölverlust. Außerdem checken: Spurstangen und Kugelköpfe. Die Hinterachse des VW Bulli bleibt bis auf verschlissene Radlager unauffällig. Die schwach dimensionierte Bremsanlage neigt zu unrunden Trommeln und aufgequollenen Bremsschläuchen. Die Bremsscheiben (ab Modelljahr 1971) sind oft stark abgenutzt.

Bei fast allen T2 hakelt das Getriebe. Das liegt meist an einer ausgeschlagenen Führung der Schaltstange. Die Automatik-Getriebe machen kaum Probleme, brauchen aber regelmäßige Ölwechsel. Typische Mängel der Boxermotoren: Ölverlust, defekte Wärmetauscher und ausgeschlagene Lager der Drosselklappenwellen.

Preise

Billig war der T2-Bulli als Gebrauchte eigentlich nie, zu viele wollten dieses unkomplizierte Auto fahren. Inzwischen zählt er zu den etablierten und begehrten Klassikern: "Heute erfüllen sich 40-Jährige, die sich auch locker einen Porsche 911 leisten könnten, mit einem T2 einen Jugendtraum", weiß Klaus Sonnenberg, VW-Bus-Spezialist aus Augsburg. Teileträger kosten ab etwa 1.000 Euro aufwärts. Sinnvolle Restaurierungprojekte kommen auf 4.000 Euro. Für den doppelten Preis sind fahrbereite, aber pflegebedürftige Busse zu haben – ab etwa 15.000 Euro alltagstaugliche.

Topmodelle und Sonderserien wie der Silberfisch aus der Abschiedsserie können mittlerweile deutlich über 25.000 Euro kosten. Um 2005 wurden ein paar Dutzend neue T2 aus Brasilien importiert. Ab und zu wird solch ein T2 zu Preisen ab 20.000 Euro angeboten.

Bei Einführung 1967 (VW Bus Achtsitzer)
8.490 Mark
Bei Produktionsende 1979 (VW Bus Achtsitzer)
17.075 Mark

Ersatzteile

So lange es um Technikteile für den VW Bulli geht, gibt es kaum Probleme. Das liegt an den vielen Überschneidungen zum Käfer, aber auch zum Volkswagen 411. Es findet sich also so gut wie alles. Schwieriger sieht die Situation bei Karosserieteilen aus - vor allem für frühe Modelle. Ersatzbleche für den T2a und das Zwittermodell (Modelljahre 1972 bis 1973) sind nicht immer leicht zu finden - und dazu noch seltener in einer ansprechenden Qualität. Für den T2b ist ein deutlich breiteres Angebot vorhanden. Doch auch hier kommt es mitunter zu Engpässen. So sind beispielsweise die Bowdenzüge für das große Stahlschiebedach nicht mehr zu bekommen. Auch originaler Ersatz für die Innenausstattung - sowohl von Bussen als auch Campern - lässt sich inzwischen nur noch mit Mühe auftreiben.

Schwachpunkte

  1. Steinschlagschäden vorn
  2. Türunterkanten
  3. Vorderer Kotflügel/Kniestück
  4. Schiebetür
  5. Heck- und Motorklappe
  6. Batterieboden
  7. Wagenheberaufnahmen
  8. Unterboden mit Trägern
  9. Rost an der Vorderachse
  10. Ölverlust am Antrieb
  11. Risse am Lenkgetriebe
  12. Originalität
VW Bus T2 L

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

VW Bulli der zweiten Generation wurden begeistert gefahren, aber deutlich weniger begeistert gepflegt - dies passte ja auch nicht so ganz zu seiner Rolle als Anti-Statussymbol. Deshalb finden sich heute nur noch selten gute und vor allem originale T2-VW-Busse. Die anderen raffte der Rost dahin.

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