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Lewis Hamilton

Foto: Wolfgang Wilhelm

Lewis Hamilton galt nach seinem Titel 2008 als neuer Stern am Motorsporthimmel. Der unglaublich schnelle McLaren-Zögling konnte sein Potenzial aber nicht immer nutzen. Zu oft ließ er sich von der Glitzer und Glamour abseits der Rennstrecke ablenken. Mittlerweile fährt der britische Superstar erfolgreich bei Mercedes. Wir stellen ihn in unserem Porträt genauer vor.

Lewis Hamilton machte wie bei den meisten Formel 1-Piloten seine ersten Schritte bereits mit 8 Jahren in den Junioren-Kartklassen. Als Zehnjähriger soll er sich bei der Gala des britischen Motorsport-Verbandes vor Teamchef Ron Dennis gestellt haben, um ein Autogramm zu bitten. Schon damals wusste Hamilton was er will, als er dem McLaren-Chef sagte: "Ich möchte eines Tages für Ihr Formel-1-Team fahren." Dennis versprach ihm, dass man im Fall der Kart-Meisterschaft weitersehe. 3 Jahre später wurde Hamilton ins Nachwuchsprogramm aufgenommen.

Nach 8 Jahren im Kartsport und kleineren Formel-Serien wechselte der Sohn eines Einwanderers aus Trinidad & Tobago 2001 in die britische Formel Renault, in der er bereits in seiner zweiten Saison Meister wurde.

Lewis Hamilton gewinnt Formel 3 und GP2 in zwei Jahren

Danach ging es steil bergauf. Zwei Jahre Formel 3 Euroserie, in der er gegen bekannte Namen wie Nico Rosberg, Robert Kubica, Sebastian Vettel oder Adrian Sutil fuhr, schloss Hamilton 2005 ebenfalls mit dem Titel ab. 2006 wechselte der von Mercedes geförderte Nachwuchspilot in die GP2, die er auf Anhieb gewann. Dabei ließ er z.B. Nelson Piquet Jr. und Timo Glock hinter sich.

Die Zeit war für Lewis Hamilton reif, in die Formel 1 einzusteigen. Nach dem Wechsel Kimi Räikkönens zu Ferrari und dem Abgang von Juan Pablo Montoya suchte Ron Dennis gleich 2 neue Piloten. Nachdem der amtierende Weltmeister Fernando Alonso verpflichtet wurde, setzte der Teamchef Hamilton als jungen Gegenpart in das zweite Cockpit.

Lewis Hamilton als Schumacher-Ersatz

In seiner ersten Formel 1-Saison schlug der farbige Brite ein wie eine Bombe. Nach dem Abschied von Michael Schumacher wurde "Lew" zum neuen Superstar aufgebaut. Jung, gutaussehend, charmant und immer freundlich. Nur der eigene Teamkollege konnte sich nicht für den Hamilton-Hype begeistern. Alonso äußerte gleich mehrmals den Vorwurf, dass Hamilton vom Team bevorteilt werde. Der Streit eskalierte beim Rennen in Ungarn, als sich der Spanier seinen Teamkollegen in der Qualifikation behinderte.

Sportlich lief das erste Jahr von Lewis Hamilton fantastisch. Gleich in seinen ersten 9 Rennen in Folge konnte der neue Silberpfeil-Star auf das Podium fahren. Rekord! Schon beim sechsten Grand Prix in Kanada stand er zum ersten Mal ganz oben auf dem Treppchen. Zwei Rennen vor Saisonende hatte der Youngster bereits einen 17 Punkte-Vorsprung auf Ferrari-Konkurrent Kimi Räikkönen herausgefahren. Doch nach dem Ausfall in China und dem siebten Platz beim Finale in Sao Paulo musste sich Hamilton am Ende mit einem einzigen Punkt Rückstand geschlagen geben.

Lewis Hamilton kompromisslos und schnell

Durch seine lockere Art außerhalb der Rennstrecke und das unglückliche Ende der Saison 2007 gewann der mittlerweile in der Schweiz lebende Hamilton die Herzen vieler Fans. Bei seinen Fahrerkollegen ist der Brite wegen seiner kompromisslosen Fahrweise, seinem unglaublichen Ehregeiz und Selbstbewusstsein allerdings weniger geschätzt.

Keine zwei Meinungen gibt es allerdings über seinen unglaublichen Speed, mit dem er Gegner und Teamkollegen gleichermaßen unter Druck setzt. In seiner zweiten Saison verhalfen ihm sein Talent und die aggressive Fahrweise gleich zu 5 Saisonsiegen und schließlich auch zu seinem ersten WM-Titel.

Im Alter von nur 23 Jahren wurde der Silberpfeil-Pilot am 2. November 2008 der jüngste Champion aller Zeiten. In einem denkwürdigen Finale schob sich der Silberpfeil-Pilot erst in der vorletzten Kurve in Sao Paulo an Timo Glock vorbei, um den notwendigen fünften Platz zum Titelgewinn zu übernehmen.

Karriereknick im Jahr 2009

2009 konnte Hamilton dieses Kunststück nicht wiederholen und musste sich mit dem fünften Platz in der Fahrer-WM begnügen. Negative Schlagzeilen machte der Champion außerdem mit der Lügen-Affäre beim Australien-GP. Nach einem durchwachsenen Saisonbeginn kam erst mit dem Sieg beim Ungarn GP ein kleiner Lichtblick. Lewis Hamilton wurde dabei der erste Pilot überhaupt, der mit einem KERS-Hybrid-Auto einen Grand Prix gewann. Fortan ging es aufwärts und der zweite Sieg folgte nur wenig später in Singapur.

In der Saison 2010 klappte es wieder nicht mit dem angepeilten zweiten WM-Titel, obwohl Lewis Hamilton bis zum Saisonfinale um die Meisterschaft kämpfte. Vor allem die beiden kollisionsbedingten Ausfälle in Monza und Singapur brachen dem McLaren-Star am Ende das Genick. Als WM-Dritter konnte der Engländer immerhin das Duell mit seinem neuen Teamkollegen Jenson Button für sich entscheiden. Sebastian Vettel schnappte ihm allerdings den Rekord des jüngsten Champions aller Zeiten weg.

Hamilton neben der Spur

2011 folgte der zweite große Knick in der Karriere. Hamilton sorgte abseits der Rennstrecke für viele Schlagzeilen. Er legte sich mit der FIA-Kommissaren an und ließ sich immer wieder von Problemen in der Beziehung mit Sängerin Nicole Scherzinger ablenken. Auch das Verhältnis zu den Fahrerkollegen besserte sich nicht. Eine Privatfehde mit Felipe Massa mit mehreren Kollisionen kostete viele Punkte. Im Duell gegen Teamkollege Button blieb Hamilton genauso chancenlos wie gegen Weltmeister Vettel. Am Ende reichte es nur zu Rang 5 in der WM-Wertung.

2012 sollte es auch nicht viel besser werden. Zwar konnte Hamilton die eigene Fehlerquote minimieren, mit dem WM-Titel wurde es aber wieder nichts. Obwohl er 4 Siege sammelte, musste er sich früh aus dem WM-Rennen verabschieden. Sechs Nullnummern waren einfach zu viel. Vor allem die Ausfälle in Singapur, Abu Dhabi und Brasilien schmerzten - Hamilton lag jeweils in Führung.

Hamilton wechselt 2013 zu Mercedes

Das unzuverlässige Auto, Fehler des Teams und unglückliche Kollisionen schlugen auf das Gemüt. Das Verhältnis zu seinem langjährigen Rennstall verschlechterte sich. Negativer Höhepunkt war die Twitter-Affäre von Spa, als Hamilton vertrauliche Telemetriedaten aus dem Qualifying veröffentlichte. Das Tischtuch war zerrissen. Trotzdem waren viele überrascht, als der Engländer nach dem GP Singapur den Wechsel zum Mercedes-Werksteam bekanntgab.

Große Hoffnungen hatte Hamilton für seine erste Saison im Silberpfeil nicht. Am Ende stand der Brite aber immerhin 5 Mal auf Pole Position und konnte in Ungarn seinen ersten Sieg mit dem neuen Auto feiern. In der Fahrerwertung landete er auf Rang 4 - weit vor seinem Ex-Team McLaren. Der zuvor oft kritisierte Wechsel stellte sich im Nachhinein also als richtige Entscheidung heraus.

Doppeltitel für Hamilton 2014 und 2015

2014 sollte schließlich der erste große Angriff auf den Titel gestartet werden. Das neue Motorenreglement wurde zum großen Trumpf für Merceces. Mit einem überlegenen Motor und einem guten Chassis fuhren die Silberpfeile der Konkurrenz regelmäßig um die Ohren. Schnell war klar, dass es nur einen Gegner für Hamilton im Titelkampf geben würde - Teamkollege Nico Rosberg. In einem spannenden Finale setzte sich schließlich der Brite durch. Mit einem Sieg im Finale von Abu Dhabi machte Hamilton seine zweite WM-Krone klar.

Der dritte Titel folgte weniger als 12 Monate später. 2015 stellte Hamilton die Weichen früh auf Titelverteidigung. Vor allem im ersten Teil der Saison konnte Teamkollege Rosberg nicht mithalten. Mit dem erneut überlegenen Silberpfeil krönte sich Hamilton schon beim viertletzten Saisonrennen in Austin zum Weltmeister. Er war damit der erste Brite, der einen Formel 1-Titel erfolgreich verteidigen konnte.

(Stand: 01/2016)

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