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Manor Racing

Logo - Manor Racing - F1 - 2016 Foto: Manor

Das Manor Racing Team ist der kleinste Rennstall in der Formel 1. Gestartet 2010 – damals noch unter dem Namen Virgin Racing – kämpfte das Team von Beginn an mit finanziellen Problemen. Timo Glock leistete Starthilfe, wurde aber später durch Paydriver ersetzt. Das konnte die zwischenzeitliche Insolvenz aber auch nicht verhindern.

In der Saison 2010 startete der Brite Richard Branson mit großen Plänen in ein Formel 1-Abenteuer. Der exzentrische Milliardär hatte sich nach Rekord-Ballonfahrten und dem spektakulären Weltraum-Programm ein neues Spielzeug gekauft. Sein Formel 1-Team Virgin Racing entsprang dem ehemaligen Rennstall Manor GP, bei dem Branson 2009 als Großsponsor einstieg. Vor dem Formel 1-Abenteuer konnte Manor schon durch beachtliche Erfolge in unteren Formel-Klassen auf sich aufmerksam machen.

Aus Virgin Racing wird 2012 das Marussia F1 Team

Bei der Entwicklung des ersten Autos ging das Designteam um Technikchef Nick With ganz neue Wege. Der Brite verzichtete auf Windkanaltests und entwarf die Rennwagen ausschließlich am Computer (CFD). Doch das Experiment floppte. Als auch das zweite Auto 2011 keinen Fortschritt zeigte, zog das Team die Reißleine und ersetzte Wirth durch den ehemaligen Renault-Chefingenieur Pat Symonds.

Die Weichen wurden nicht nur personell für eine bessere Zukunft gestellt. Virgin verbündete sich nach dem Vorbild von Force India mit McLaren. Die Techniker durften den Windkanal, die Fahrer den Simulator nutzen. Außerdem stellte McLaren für 2012 eine Eingreiftruppe von zehn Ingenieuren, die bei der Entwicklung des neuen Autos der Mannschaft von Pat Symonds zuarbeiten.

Die 10 Millionen extra, die der Support kostet, kamen von Miteigentümer Marussia. Als Gegenleistung für die Investition der russischen Sportwagenfirma fuhr das Team ab 2012 unter einem neuen Namen. Aus Virgin Racing wurde Marussia F1.

Timo Glock auf verlorenem Posten

Auf der Fahrerseite war Timo Glock lange Zeit das Gesicht des Rennstalls. Der Hesse kam mit der Teamgründung 2010 an Bord, kämpfte aber stets auf verlorenem Posten. In der Premierensaison, in der Glock zusammen mit dem Brasilianer Lucas di Grassi startete, belegte der Rennstall den letzten Platz in der Konstrukteurs-WM.

Das wurde auch 2011 nicht besser. Nun hieß der Teamkollege des Deutschen Jerome D'Ambrosio. Zu einem Punkteergebnis reichte es aber immer noch nicht. 2012 bekam Glock wieder einen neuen Stallgefährten. Doch auch mit Franzosen Charles Pic gelang weder der Sprung ins Mittelfeld noch der erste WM-Punkt.

Dank eines zwölften Platzes von Glock in Singapur konnte man immerhin Erzrivale Caterham lange in Schach halten. Doch ausgerechnet beim Saisonfinale in Brasilien zog der Konkurrent wieder vorbei und sicherte sich den wertvollen zehnten Platz in der Teamwertung. Ohne die daraus resultierenden Prämien-Einnahmen konnte sich Marussia das Gehalt von Glock nicht mehr leisten. Kurz vor Saisonstart 2013 trennten sich die Wege um die Teampleite zu verhindern.

Mit Jules Bianchi und Max Chilton verpflichtete das Team zwei Piloten, die mit ihren Sponsoren zum Teambudget beitrugen. Allerdings wurde schnell klar, dass Chilton vom Speed her deutlich hinter dem Teamkollegen zurückblieb. Immerhin kam der Brite 2013 konstant ins Ziel - bei 19 von 19 Rennen. Für den großen Erfolg des Jahres war aber Bianchi zuständig. Mit Platz 13 in Malaysia sicherte er den 10. Rang in der Teamwertung vor Caterham.

Pleite und Neustart als Manor Racing

Für 2014 musste das Team ohne Ex-Technikchef Pat Symonds auskommen. Der Ingenieur, der in der Entwicklungsabteilung alle Zügel in der Hand hielt, wanderte in Richtung Williams ab. Trotzdem begann die Saison verheißungsvoll. Mit dem etwas glücklich herausgefahrenen 9. Platz in Monaco sicherte Bianchi nicht nur die ersten WM-Zähler sondern am Ende des Jahres auch Rang 9 in der Teamwertung.

Doch 2014 sollte trotzdem nicht als gutes Jahr in die Teamgeschichte eingehen. Beim Rennen in Suzuka verletzte sich Jules Bianchi schwer und fiel ins Koma. Aus Respekt setzte Marussia ein Rennen später in Russland nur ein Auto ein. Anschließend gingen die Lichter ganz aus. Wegen drückender Schulden musste das Team noch vor der Winterpause Insolvenz anmelden und die letzten 3 Rennen in den USA, Brasilien und Abu Dhabi auslassen. Die Fabrik in Banbury wurde an das Haas F1 Team aus den USA verkauft.

Viele hatten den Rennstall schon abgeschrieben. Doch Anfang 2015 kam plötzlich wieder Hoffnung auf, als mit dem Briten Stephen Fitzpatrick überraschend ein neuer Investor gefunden wurde. Mit Hilfe der Gläubiger schaffte es das Team wieder aus der Insolvenzphase heraus und begann mit dem Umbau des alten Formel 1-Autos auf das neue Reglement. Unter dem Namen Manor Marussia F1-Team wurde 2015 ein Neuanfang gestartet. Als Fahrer wurden der Engländer Will Stevens und der Spanier Roberto Merhi verpflichtet.

Mit dem modifizierten Vorjahreswagen und finanziell begrenzten Mittel war sportlich nicht viel zu holen. Die Manor-Piloten blieben stets weit von den Punkten entfernt. Immerhin kamen nach und nach neue Sponsoren an Bord. Ab Singapur sorgte Paydriver Alex Rossi dafür, dass ein bisschen mehr Geld in die Kasse gespült wurde. Die wichtigsten Personalentscheidungen wurden vor dem GP Mexiko getroffen. Fitzpatrick setzte die Teamchef John Booth und Teammanager Graeme Lowdon vor die Tür. Die beiden hatten jahrelang hart für den Erhalt des Teams gekämpft und waren gemeinsam durch mehr als eine Krise gegangen.

2016 wurde die zweite Phase des Neustarts des Teams eingeleitet, das seitdem unter dem Titel Manor Racing antriett. Sportlich hält Ex-McLaren-Teammanager Dave Ryan die Zügel in der Hand. Mit dem ehemaligen Ferrari-Aerodynamiker Nikolas Tombazis konnte auch die Technik-Abteilung hochkarätig verstärkt werden. Dazu schloss Manor mit Mercedes einen Vertrag über die Lieferung von Motoren und die Nutzung des Windkanals ab. Mit Williams wurde eine weitere Technik-Partnerschaft (Getriebe, Aufhängung) geschlossen.

Mit der Fahrerwahl ließ sich Manor Racing lange Zeit. Erst gut einen Monat vor Saisonbeginn 2016 wurde mit Pascal Wehrlein der erste Stammpilot verpflichtet. Der DTM-Champion hatte zuvor schon für Mercedes und Force India Formel 1-Luft als Testfahrer geschnuppert. Kann endlich der Anschluss ans Mittelfeld geschafft werden?

(Stand: 02/2016)

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