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Michael Schumacher

Michael Schumacher - Mercedes GP 2010 Foto: Mercedes GP

Michael Schumacher ist der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten. Nach sieben WM-Titeln mit Benetton und Ferrari ist der Rekordchampion seit 2010 für Mercedes GP im Einsatz. In unserem Porträt zeichnen wir die beeindruckende Karriere von "Schumi" noch einmal nach.

Michael Schumacher wurde eine Karriere als professioneller Rennfahrer quasi in die Wiege gelegt. Auf der von Vater Rolf gepachteten Kartbahn in Kerpen konnte das junge Talent so lange üben, wie er mochte. Die erste Berührung mit motorisierten Gefährten hatte der kleine Michael bereits im Alter von vier Jahren, als er vom Vater ein Kettcar mit 5 PS-Mofamotor erhielt.

Die ersten Siege im örtlichen Kart-Club ließen nicht lange auf sich warten. Dabei zeigte sich schon in jungen Jahren Schumachers Fleiß und Akribie bei der Vorbereitung. Dank der Erfolge konnte sich das Nachwuchstalent schon früh über Förderer freuen, die zwar nicht mit finanziellen Mitteln, aber zumindest mit konkurrenzfähigem Material ausstatteten. So konnte Michael Schumacher seit Beginn der 80er, also seinen Teenager-Jahren, erste nationale und internationale Siege im Kartsport verbuchen.

Kart-König Schumacher beweist sich im Monoposto

Der unvermeidliche Aufstieg in die Formel-Klassen folgte im Jahr 1987. Über Formel König und Formel Ford ging es dank der Hilfe seines neuen Managers Willi Weber schließlich in die Formel 3. Weber war schnell überzeugt vom Talent des Youngsters und investierte in dessen Karriere. Mit dem Vizemeistertitel in der Formel 3 (1989) zahlte Schumacher das Vertrauen schnell zurück.

Danach folgte zunächst eine Phase, in der Schumacher in verschiedenen Boliden anzutreffen war. Im Mercedes-Junior-Team ging der Kerpener 1990 den über 900 PS starken Le Mans-Sportwagen von Peter Sauber. Parallel dazu errang der Teenager in seiner zweiten Saison auch den Titel in der Formel 3. 1991 war Michael Schumacher auch für vier Rennen in der DTM aktiv und gab ein Gastspiel in der japanischen Formel 3000.

Michael Schumachers Formel 1-Debüt in Spa

Nach einem ersten Formel 1-Test in Silverstone ergab sich im August 1991 endlich die Chance in die Königsklasse einzusteigen. Mit finanziellen Mitteln wurde Eddie Jordan überredet, Schumacher als Ersatz für den abkömmlichen Stammfahrer Bertrand Gachot ins Cockpit zu setzen. Mit einem sensationellen siebten Rang im Qualifying verblüffte Schumacher die Experten. Auch wenn er bei seinem GP Debüt schon nach 500 Metern wegen Kupplungsproblemen aufgeben musste, waren die Talentspäher alarmiert.

Schon ein Rennen in später in Monza sicherte sich Benetton die Dienste des 22-Jährigen Jahrhunderttalents, der mit einem fünften Platz und den ersten WM-Punkten nicht enttäuschte. Nach weiteren Zählern in Portugal und Spanien reichte es sogar noch zu Rang 14 in der Fahrer-WM. 1992 folgte dann der ganz große Durchbruch. Schon im zweiten Grand Prix in Mexiko stand Michael Schumacher das erste Mal auf dem Podium, später in der Saison - wieder in Belgien - konnte Schumacher dank einer guten Taktik seinen ersten Sieg einfahren und versetzte damit ganz Deutschland ins Formel 1-Fieber. Ein weiterer Sieg folgte im Jahr darauf in Portugal.

Schumis Erfolgreiche Titelkämpfe gegen Damon Hill

Nach einem dritten und einem vierten Platz in der Fahrer-Wertung folgte 1994 der ganz große Coup. Schumacher gewann sechs der ersten sieben Rennen und setzte sich deutlich an die WM-Spitze. Erst eine Disqualifikation in Spa und eine Sperre von zwei Rennen machten den WM-Kampf zum Ende noch einmal spannend. Beim Saisonfinale in Australien kollidierte Michael Schumacher mit Konkurrent Damon Hill. Beide Piloten schieden aus und Schumacher wurde zum ersten Mal Weltmeister. Im Rückblick auf die Saison überwogen allerdings die negativen Seiten. Beim dritten Lauf in Imola war Schumachers Idol Ayrton Senna in folge eines Unfalls ums Leben gekommen.

1995 ging das Duell gegen Damon Hill in die zweite Runde – erneut mit dem besseren Ende für den Deutschen. Mit wichtigen Siegen unter anderem in Hockenheim, am Nürburgring und erneut in Spa sicherte sich Schumacher den zweiten Titel.

Michael Schumacher wechselt zu Ferrari

Ab 1996 folgte dann der Wechsel zu italienischen Rennstall Ferrari, der allerdings noch mit Problemen aus den Vorjahren kämpfen musste. Der F-310 war weder schnell noch zuverlässig genug, so dass sich Schumacher am Ende des Jahres mit Rang drei zufrieden geben musste. Immerhin führte der Deutsche seine neue Mannschaft in Spanien, beim Heimspiel in Monza und natürlich in Belgien nach langer Zeit wieder zu Siegen.

Im darauffolgenden Jahr war Michael Schumacher deutlich konkurrenzfähiger. Zunächst sah alles nach einem Durchmarsch des Kanadiers Jacques Villeneuve aus, doch nach dem Ferrari-Doppelsieg im vorletzten Rennen in Japan lag Schumacher plötzlich an der Spitze. Im Rennen wurde der Deutsche dann plötzlich langsamer und versuchte seinen kanadischen Konkurrenten beim Überholversuch in eine Kollision zu drängen. Allerdings fiel dabei nur der Ferrari aus und Villeneuve wurde Weltmeister. Zu allem Übel wurden Schumacher wegen unfairer Fahrweise alle Punkte der Saison aberkannt.

In der Saison 1998 hieß der Gegner dann Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes. Schumacher konnte das WM-Rennen bis zum Finale in Suzuka offen halten, musste seinem finnischen Konkurrenten wegen eines Reifenplatzers jedoch den Vorzug geben. Auch das Jahr 1999 verlief enttäuschend. Nach einen guten Start brach sich Schumacher in Silverstone den Unterschenkel, als er nach einem Bremsproblem mit über 100 km/h in die Reifenstapel einschlug. Der Ferrari-Star verpasste sechs Rennen und wurde fünfter in der Endabrechnung.

Fünf Titel für Schumacher mit Ferrari

Schumacher ließ sich von der Verletzung aber nicht aus dem Konzept bringen. Im engen Kampf gegen Mika Häkkinen setzte sich der Ferrari-Pilot am Ende der Saison 2000 durch und gewann seinen dritten Fahrertitel. Bei seinem prestigeträchtigen 41. GP Sieg beim Heimspiel in Monza stellte Michael Schumacher unter anderem den Rekord seines Idols Ayrton Senna ein und vergoss in der anschließenden Pressekonferenz Tränen.

Mit dem ersten Titel für Ferrari seit 1979 begann die große Erfolgsserie des Deutschen. In den Jahren 2001 bis 2004 dominierte der Ferrari-Star meist die Szene und gewann vier weitere Titel. Vor allem mit den überlegenen Vorstellungen in den Jahren 2002 und 2004 sammelte der mittlerweile in die Schweiz gezogene Schumacher zahlreiche Rekorde.

Alonso schickt Michael Schumacher in Rente

In den Jahren 2005 und 2006 folgte dann allerdings noch einmal ein Abschwung zum Ende der glanzvollen Karriere. Mit einem dritten und einem zweiten Platz - jeweils hinter dem Weltmeister Fernando Alonso - beendete Michael Schumacher seine aktive Laufbahn als Formel 1-Pilot. Im letzten Jahr konnte der siebenfache Weltmeister allerdings noch einen letzten Rekord knacken: Beim San Marino GP sicherte sich Schumacher seine 66 Pole Position und übertrumpfte damit auch in dieser Kategorie die von Ayrton Senna aufgestellte Bestmarke. Beim Rennen in Italien verkündete er schließlich offiziell seinen Rücktritt.

Auch nach seiner aktiven Laufbahn blieb Schumacher der Scuderia Ferrari als Berater treu. Zunächst half er seinem Team sogar noch bei einigen Testfahrten aus, legte das Steuer dann aber endgültig zur Seite. Einen Ersatz fand der Wahlschweizer im Motorradsport, wo er seiner Familie und seinen Fans mit einigen Ausrutschern und Abflügen schon den ein oder anderen Schrecken einjagte.

Schumachers Comeback mit Mercedes GP

2009 machte Schumacher seinen Fans wieder Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Formel 1. Nach einem schweren Unfall von Ferrari-Pilot Felipe Massa sollte der Rekordweltmeister als Ersatz einspringen. Doch in letzter Sekunde musste der Deutsche das Comeback wegen den Nachwirkungen eines Motorradsturzes absagen. Die plötzliche Begeisterung der Fans hatte in Schumacher aber wieder ein Feuer entfacht.

Als Weltmeister Jenson Button nach der Saison überraschend zu McLaren wechselte, bekamen die Comeback-Pläne wieder einen neuen Schub. Kurz vor Weihnachten machte Michael Schumacher seinen Fans schließlich das größte Geschenk und verkündete seine Rückkehr in die Formel 1.

Erster Mercedes-Sieg lässt auf sich warten

An der Seite von Nico Rosberg ging der Altmeister 2010 für das neue Mercedes-Werksteam an den Start. Doch nach drei Jahren Pause gab es mehr Probleme, als Schumacher lieb sein konnten. Der Silberpfeil erwies sich als schwächer als erwartet und auch mit den Reifen kam der Rekordchampion nicht zurecht. Zudem wurde er ein ums andere Mal von Nico Rosberg in den Schatten gestellt. Erst am Ende der Saison kam Schumi in Schwung und ließ seine Qualitäten aufblitzen.

Das teaminterne Duell gegen Rosberg ging auch 2011 verloren. Da der MGP W02 aber wieder nur die vierte Kraft im Feld war, machte es am Ende keinen großen Unterschied, ob Schumi Siebter oder Achter wird. Wie schon im Jahr zuvor bewies er, dass er in Zweikämpfen immer noch ein harter Gegner ist. Vor allem in den ersten Runden eines Rennens überholte keiner so viel wie Schumi.

(Stand: 01/2012)

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