Peugeot konnte beim 24h-Rennen in Le Mans in den ersten fünf Rennstunden zunächst eine solide Doppelführung herausfahren: nach einer Safety Car-Phase in Runde 76 um 19.20 Uhr wegen eines Unfalls zwischen einem Aston Martin-LMP1-Prototypen und dem LMP2-Radical mit der Startnummer 26 konnte der in Führung liegende Peugeot mit der Startnummer 8 (Bourdais/Montagny/Sarrazin) seinen Vorsprung von einer Runde aufrechterhalten.
Genau darin bestand das primäre Ziel der zunächst klar überlegenen Peugeot: möglichst schnell eine Runde Vorsprung auf den Nummer 1-Audi R15 TDI von Allan McNish, Rinaldo Capello und Tom Kristensen herauszufahren, um nicht in das Risiko zu laufen, bei einer Safety Car-Phase einen mehrminütigen Vorsprung wieder zu verlieren.
Peugeot-Vorsprung schmilzt
Peugeot ging in die sechste Rennstunde mit einer soliden Doppelführung. Doch um 20.50 Uhr musste der Peugeot mit der Nummer 8 zu einem außerplanmäßigen Boxenstopp abbiegen. Die Mechaniker begannen an der rechten Hinterradaufhängung zu arbeiten. Offenbar muss die Aufhängung dort komplett getauscht werden. Damit ging kurz vor der Sechs-Stunden-Marke der Schwesterwagen mit der Startnummer 9 (Brabham/Gene/Wurz) in Führung. Das Trio führt mit 40 Sekunden vor dem Nummer 1-Audi (McNish/Capello/Kristensen) und mit einer Minute vor dem Audi mit der Startnummer 2 (Luhr/Werner/Rockenfeller). Auf Platz fünf folgt der erste LMP1-Prototyp mit Ottomotor von Aston Martin.
Bis zu den Technikproblemen dominierten die Peugeot in Le Mans: mit phasenweise um bis zu fünf Sekunden schnelleren Rundenzeiten fuhren die Peugeot den Audi auf und davon. Überraschenderweise war Peugeot auch beim Reifenverschleiß klar überlegen, während andererseits Audi bei der Reichweite nicht immer eine Runde mehr als Peugeot fahren konnte. Auch die Boxenstopps der Franzosen waren so schnell wie bei Audi.
Audi: Probleme mit Untersteuern
Die Deutschen hatten Probleme mit Untersteuern: "Die Fahrzeugbalance stimmt nicht, die Strecke hat noch wenig Gummiauflage, daher untersteuert das Auto zu stark, weshalb wir die Fahrzeugnase mit einer geänderten Aerodynamikeinstellung tauschen mussten", so Allan McNish.
Porsche mit Doppelführung in LMP2-Klasse
In den anderen Fahrzeugklassen geht es ebenfalls eng her: in der Klasse der kleinen Prototypen konnte Porsche eine klare Doppelführung herausfahren, der RS Spyder des japanischen Goh-Teams führt mit nur acht Sekunden vor dem baugleichen LMP2 des Essex-Teams. Beide Porsche haben bereits zwei Runden Vorsprung auf den drittplatzierten Lola-Judd-LMP2 des Speedy-Teams.
GT1 wird von Corvette dominiert
Während in der großen GT-Klasse die Corvette-GT1-Rennwagen mit einer klaren Vierfachführung dominieren, musste Porsche die phasenweise Führung in der GT2-Klasse wieder abgeben: nach sechs Rennstunden führt der Risi-Ferrari von Melo/Kaffer/Salo mit anderthalb Minuten Vorsprung vor dem Ferrari von Compac/Russo/Bruni.




