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24-Stunden-Rennen Nürburgring 2009

Feiermarathon der Fans am Nürburgring

24h Rennen Nürburgring Impressionen Fans Foto: 24h-rennen.de 78 Bilder

24 Stunden durch die Grüne Hölle. Nicht nur für die Fahrer eine echte Herausforderung. Auch die Fans an der berühmtesten Strecke der Welt müssen Durchhaltevermögen beweisen. Ein Rundgang über die Campingplätze am Nürburgring.

25.05.2009

„Auf Wiederseeeehn! Auf Wiederseeeehn!“, grölt eine Handvoll Campingfans aus Emden, als sich der weiß-rote Opel Manta mit der Startnummer 120 eng in den Streckenabschnitt Wehrseifen bremst. Bei den 24 Stunden am Nürburgring treffen Religionen auf einander.

24-Stunden-Rennen Nürburgring 2012: Zeitplan, Rahmenprogramm und mehr 5:15 Min.

Die Fanhügel sind in Opelaner-Hand

Die wirtschaftspolitischen Entwicklungen gehen auch am 24-Stunden-Rennen des Jahres 2009 nicht spurlos vorbei. Opel hin, Volkswagen her. Was im Fußball die Lokalderbys Schalke gegen Dortmund oder 1860 gegen Bayern München ist beim Eifelrennen die alljährliche Fehde zwischen den Publikumsmarken Opel und VW. Der eine, mächtig ins wirtschaftliche Schlingern geraten, ist beim 24-Stunden-Rennen schon wegen seiner Historie nach wie vor eine große Nummer. Die Fanhügel am Brünnchen oder am Pflanzgarten sind fest in Opelaner-Hand. Doch die VW-Armada hat in den letzten Jahren nicht nur bei den Fans mächtig aufgeholt. Das gleiche gilt auf der knapp 21 Kilometer langen Rennstrecke, wo sich die Riege schneller VW Sciroccos ebenso in Szene setzen kann wie in den Campingbereichen Breidscheid oder Schwalbenschwanz.

Hier haben sich auch Beppo, Klaus und Stefan eingefunden. Die eingefleischten VW-Fans Anfang / Mitte 30 fiebern in erster Linie jedoch der Fußballübertragung am Nachmittag entgegen. „Der VfL Wolfsburg wird Deutscher Meister. Das ist doch klar“, lässt Klaus das Geschehen auf der ebenso hügeligen wie kurvenreichen Eifel-Rennstrecke zur Nebensache verkommen, „und die beste Meisterparty steigt doch sowieso hier.“ Die drei von der Tankstelle hatten vor Wochen überlegt, ob man nicht doch lieber zum GTI-Treffen an den Wörthersee fahren wollte. „War uns aber zu weit“, tönt Beppo, „und hier ist es sowieso viel besser. Wir sind heß auf die Sciroccos.“ Bei der diesjährigen Auflage des 24-Stunden-Rennens stimmt endlich auch einmal das Wetter. Bereits seit Donnerstag sind die meisten hier. Die Veranstalter schätzen weit mehr als 50.000 Camper.

Premiere des VW Scirocco R mit 265 PS

Die rotbraun gebrannten VW-Fans aus der Nähe von Emden verstehen sich abseits aller Konkurrenz ganz prächtig mit den Grillfreunden aus Gronau, die neben der Zeltstadt ein Ortseingangsschild aufgestellt haben. Kein Zweifel: Hier ist man in Feindes-Land unterwegs. Im Umkreis befinden sich im Bereich Breidscheid bevorzugt die enthusiastischen Opel-Fans. Die Fahne mit dem Blitz weht von vielen der alljährlich aufgebauten Hochsitze herunter. Wenn die wenigen Opel-Boliden wie Astra oder Manta vorbeirauschen, gibt es allenfalls kurze Unterstützungsrufe. Da ist der VW-Anhang schon applausträchtiger unterwegs. Nachdem die blauen VW Scirocco GT24 bereits dem 24-Stunden Rennen 2008 für Klassensiege und Aufsehen gesorgt haben, feiert der Wolfsburger Autohersteller in diesem Jahr am Ring die Publikumspremiere des Scirocco R, 265 PS stark und 250 km/h schnell. Nicht nur die Campingfreunde aus Emden sind begeistert.

Ein paar Meter wird kühl geduscht – in einer eigens gebauten Komfortdusche. Bei den ungewöhnlich warmen Temperaturen in der Eifel die zweitliebste Beschäftigung. Einen Sonnenbrand hat hier sowieso jeder. Hobby Nummer eins bleibt für viele der Konsum alkoholischer Getränke. Meterhohe Dosenberge oder Flaschenhaufen türmen sich neben Grillwaren minderer Güte nicht nur im Bereich des Karussells auf. Gerade bollert lautstark einer der Alpina BMW B6 GT3 mit der Startnummer 25 vorbei – im Schlepptau ein kaum weniger eindringlich tönender Porsche 911 GT3. Doch das bekommen viele Fans bereits kurz nach dem Start des Rennens gar nicht mehr mit. Schließlich glüht man schon seit Vatertag neben dem Hauszelt.

Das Wetter ist grandios, die Stimmung prächtig. Trotzdem sind die  Campinghügel weniger gefüllt als in den Jahren zuvor. Viele diskutieren über Überraschungs-Pole-Mann Dirk Adorf in einem neu aufgebauten Ford GT. Im Langstreckenpokal war dem Raeder-Team ihr Lamborghini Gallardo abgebrannt. Viele Fans staunten nicht schlecht, als über den Eifelkurs bei den Trainingssitzungen ein orange-weißer Ford GT donnerte und die Konkurrenz düpierte. Beppo und Klaus ist das jedoch erst einmal egal. „Gewinnen wird der sowieso nicht“, so Klaus, „und selbst wenn. Ford hat doch auch ganz andere Probleme. Jetzt erst einmal abwarten, bis Wolfsburg Meister wird.“ Sagt’s und wirft sich in den Campingstuhl. Stefan ist übrigens gerade unterwegs, neues Bier holen. So ein Rennwochenende ist eben lang. Und mit den Temperaturen hatten von den drei Nordlichtern in der Eifel keiner gerechnet. Da steigt der Durst. Zum Glück ist' s zu den Supermärkten in Adenau nur ein Katzensprung.

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