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24h-Rennen Daytona 2017

Cadillac holt Doppelsieg, Ford in GT-Klasse vorn

24h-Rennen Daytona 2017 - Cadillac Foto: IMSA

Cadillac feierte beim IMSA-Saisonstart in Daytona einen überlegenen Doppelsieg. Die Entscheidung fiel erst kurz vor Schluss mit einem strittigen Manöver. In der GT-LM-Klasse siegte Ford knapp vor Porsche.

30.01.2017 Marcus Schurig

Ein Überholvorgang sieben Minuten vor Rennende sorgte für reichlich Zündstoff unter den Cadillac-Fahrern. „Ich würde mich sehr schämen, wenn ich so etwas tun würde“, ächzte Felipe Albuquerque in Richtung Markenkollege Ricky Taylor. Der hatte sich in der Schlussphase des 24h-Rennens in Daytona an Albuquerques Cadillac-DPI eingangs der ersten Kurve zum Sieg vorbeigerempelt und so dem Team seines Vaters Wayne Taylor zum Gesamtsieg in Daytona verholfen. „Ich wollte diesen Sieg unbedingt für meinen Teamkollegen Max Angelelli holen, der hier sein allerletztes Rennen bestreitet“, erklärte Ricky Taylor.

Bemerkenswerter Doppelsieg der Cadillac-DPI

Für die IMSA-Serie war dieser Sieg ein echter Segen, schließlich war auch Ex-Nascar-Meister Jeff Gordon als Pilot mit an Bord, was der Serie und ihrer neuen Topklasse einen gehörigen Aufmerksamkeitsschub geben wird. Der Streit der Markenkollegen über das harte Manöver überstrahlte den bemerkenswerten Doppelsieg der Cadillac-DPI. „Für mich war das kein sauberes Manöver“, hielt Albuquerque fest, der sich mit Christian Fittipaldi und João Barbosa abwechselte. „Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Renndirektor Beau Barfield untersuchte den Vorgang zwar, sah aber von einer Strafe ab. Der Übeltäter Ricky Taylor erklärte, dass der Rennleiter im Fahrer-Briefing darauf verwiesen habe, dass der Überholte und der Überholende gleichermaßen Verantwortung für das Gelingen des Manövers tragen. „Albuquerque hat reingezogen, obwohl ich fast neben ihm war, deshalb sind wir kollidiert.“ Sein Vater und Teamchef Wayne Taylor gab zu, dass die Rennleitung auch anders hätte entscheiden können: „Es war eine 50:50-Situation – da hatten wir sicher auch Glück.“

LMP2-Autos mit Problemen

Die Cadillac-Gegner waren meist mit sich selbst beschäftigt: Das mit Neel Jani, Nick Heidfeld, Stéphane Sarrazin und Sébastien Buemi topbesetzte Rebellion-Team, das einen Oreca-LMP2 mit Gibson-Einheitsmotor einsetzte, konnte anfangs noch mithalten, musste dann aber den Aktuator für das Fly-by-wire-Gaspedal ersetzen. Damit waren sie nicht alleine, nahezu alle LMP2-Autos, die ebenfalls in Daytona ihre Premiere feierten, kämpften mit dem gleichen Problem. Die Schuld wurde zwischen Motorenpartner Gibson und dem Elektronikzulieferer Cosworth hin- und hergeschoben. Die Probleme trugen wesentlich dazu bei, dass die fünf LMP2-Autos im Prototypenfeld in der Defensive waren.

Einzig der Multimatic-Riley des Visit-Florida-Teams mit Marc Goosens, Renger van der Zande und René Rast lag in der Schlussphase halbwegs in Reichweite der beiden Cadillac-DPI. Das Auto war im Regen stark und wettbewerbsfähig – doch der Regen verflüchtigte sich fünf Stunden vor Rennende. „Im Trockenen hatten wir gegen Cadillac keine Chance“, so van der Zande, „die waren auf den Geraden bis zu 10 km/h schneller als wir.“ Letztlich holte das Trio mit einer Runde Rückstand Platz drei.

Scott Sharp, Ryan Dalziel und Luis Felipe Derani schafften mit dem neuen Nissan-DPI im Tequila-Patron-ESM-Team Platz vier. Der mit dem GT3-Motor aus dem Nissan GT-R versehene Prototyp kämpfte über das gesamte Rennen hinweg mit Leistungsmangel, wofür neben dem prinzipiellen Testrückstand außerdem noch Turboprobleme an den beiden Einsatzfahrzeugen verantwortlich waren.

Ford knapp vor Porsche

In der GT-LM-Klasse hatte Ford die Nase vorn. Die positive Überraschung war Porsche: Die Schwaben zeigten beim Debüt des neuen 911 RSR eine starke Performance. Für Sportler zählt aber nur der Sieg. „Wer weiß in vier Jahren noch, wer 2017 in der Daytona Platz zwei belegte“, fragte Marco Ujhasi, Leiter GT Werkssport bei Porsche, nach dem 24h-Rennen in Daytona. Dort hatten Patrick Pilet, Dirk Werner und Frédéric Makowiecki mit drei Sekunden Rückstand Platz zwei in der GT LM hinter Ford geholt.

Porsche hatte sogar Chancen, das Rennen zu gewinnen: In den letzten 30 Rennminuten lag Pilet in direkter Schlagdistanz zum führenden Ford-Piloten Dirk Müller und es schien, als könnte der Franzose Druck ausüben. Nur Müller und Pilet konnten zu diesem Zeitpunkt 1.44er Zeiten fahren – Ferrari und Corvette schafften nur 1.45er-Zeiten.

Erst fünf Runden vor Schluss konnte sich Müller etwas befreien, Porsche kam am Ende sogar noch unter Druck vor Ferrari. „Natürlich ist das Ergebnis letztlich ein Erfolg: Wir haben beide Autos ins Ziel gebracht, waren schnell und schafften die Plätze zwei und sechs – kein schlechter Einstand für ein ganz neues GT-Rennauto“, bilanzierte Ujhasi.

Vor allem, wenn man die Umstände bedenkt: Der zweitplatzierte Porsche 911 RSR hatte in den ersten Rennstunden gleich fünf Reifenschäden zu beklagen, immer vorne rechts. Letztlich konnte man das Problem mit einem kleinen technischen Eingriff und einer Anpassung der Reifendrücke eliminieren. Dazu hatte der Porsche mit der Startnummer 911 auch noch zwei Drive-Through-Strafen abzusitzen – letztlich konnte sich Porsche also über Platz zwei nicht wirklich beschweren.

Dass Dirk Müller zusammen mit Joey Hand und Sébastien Bourdais für Ford den Sieg holte, war nicht wirklich überraschend: Der radikale Ford GT gilt als Überflieger in der GT-LM-Klasse, dazu hatten die Amis beim Heimspiel neben den beiden Chip-Ganassi-Autos auch noch die beiden Fahrzeuge aus der Sportwagen-WM genannt, so dass neben der starken Rundenzeiten-Performance noch eine numerische Überlegenheit dazukam. Die beiden Crews aus der Sportwagen-WM hatten jedoch sichtbar Mühe mitzuhalten: Sie bekamen gleich mehrfach Strafen verpasst, weil sich das sportliche Reglement stark von den Regeln in der WM unterscheidet – Neuland also für das WM-Team.

Ferrari nur Dritter in der GT LM

Die Drittplatzierten waren weder happy noch total unglücklich: Ferrari-Pilot James Calado hatte das Rennen 40 Minuten vor Schluss sogar noch angeführt, wurde dann aber von Ford und Porsche passiert und musste sich gegen Corvette zur Wehr setzen. „Der Ford ist unantastbar und niemand weiß, wie viel die noch in petto haben“, so Risi-Technikdirektor Rick Mayer. „Platz zwei hätte ich deshalb als vollen Erfolg gewertet. James Calado hat sich die Reifen zum Schluss gut eingeteilt, konnte die Attacken von Corvette abwehren und am Ende noch Pilet im Porsche unter Druck setzen – aber leider hat es nicht mehr gereicht, um den Porsche zu überholen.“

Der bestplatzierte BMW M6 von Bill Auberlen, Alex Sims, Augusto Farfus und Bruno Spengler sah das Ziel auf Platz acht in der Klasse, das Schwesterauto schied mit Getriebeschaden aus.

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