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24h-Rennen RC-Cars in Andernach

Team auto motor und sport fährt auf Platz drei

24h Modellauto-Rennen 2009 Foto: SB-Medien 40 Bilder

Beim 24 Stunden-Rennen der RC-Cars in Andernach schickte auto motor und sport erneut ein eigenes Team ins Rennen. Der kleine Manthey-Porsche im Maßstab 1:10 kam trotz vieler Defekte auf Platz drei ins Ziel. Dauerregen und Sekundenduelle sorgten für große Spannung.

08.06.2009

Aufgeregt wuseln Mechaniker und Fahrer umher. Die Uhr zeigt 13:10 Uhr am Samstag-Nachmittag (6. Juni). Noch fünf Minuten bis zum Start. Während draußen in der Republik Millionen Männer ihr automobiles Kleinod dem wöchentlichen Waschritual unterziehen, warten in Andernach 25 Teams aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Luxemburg auf den Startschuss, um ihre kleinen Renner im Maßstab 1:10 in die Hatz rund um die Uhr zu schicken.

Dauerregen sorgt für zahlreiche Defekte

Das Rennen auf dem rund 250 Meter langen Rennkurs für ferngesteuerte Modellfahrzeuge fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Mit am Start: das Team von auto-motor-und-sport.de, das sich beim Jubiläumsrennen anschickte, den siebten Rang aus dem Vorjahr zu toppen. Der ferngesteuerte Bolide trägt eine detailgetreu beklebte Lexan-Karosserie, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Pate stand der Manthey-Porsche 997 GT3 RSR, der zwei Wochen zuvor beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring den vierten Gesamtsieg in Folge eingefahren hat. Auch das Frikadelli-Team, beim 24 Stunden-Klassiker auf der Nordschleife ebenfalls mit einem Porsche am Start, schickt bei den internationalen 24 Stunden von Andernach eine Mannschaft ins Rennen. Alle Teams starten mit einheitlichem Material: Tamiya-Chassis, Einheits-Elektromotor und Einheitsgetriebe. Sogar die Reifen sind genormt, um absolute Chancengleichheit zu gewährleisten.
 
Die Boliden stehen in der Startaufstellung. Das Team von auto-motor-und-sport.de wird das Langstreckenrennen vom 22. Rang aus in Angriff nehmen. Da die Startplätze nicht in einem Qualifying ausgefahren, sondern verlost werden, verhinderte das Lospech eine bessere Platzierung. Das siebenköpfige Team setzt sich zusammen aus zwei Mechanikern und fünf Fahrern. Unter anderem steuert Ex-Europameister Stefan Baldauf den kleinen Manthey-Porsche. Der jüngste Fahrer im Team ist gerade einmal 13 Jahre alt.
 
Regen prasselt auf das Andernacher Autodrom nieder. Unaufhörlich rückt er der sensiblen Elektronik der Rennwagen zu Leibe. Die Eifel wird ihrem Ruf gerecht. Mal wieder. 13:15 Uhr. Die Startampel springt auf Grün. Mit einem Le Mans-Start beginnt der Kampf gegen die Zeit. Wer vor der ersten Kurve clever taktiert und sich aus den zahlreichen Scharmützeln raushält, kann hier gleich wichtigen Boden gut machen.

Platz drei für das Team von auto motor und sport

Und tatsächlich: Der gelb-grün lackierte Porsche kämpft sich bereits innerhalb der ersten Rennminuten von Rang 22 vor in die Top-Ten nach vorn. Doch noch liegen lange Stunden vor den fünf Piloten und ihren beiden Mechanikern, die nach jeweils rund 15 Minuten Fahrzeit die Akkus wechseln sowie kleinere und größere Defekte beheben. Nach zwei gefahrenen Akkus heißt es: Fahrerwechsel an der Fernsteuerung. Auf der längsten Geraden bringen es die RC-Cars (Radio Controlled, ferngesteuert) auf Spitzengeschwindigkeiten von rund 40 km/h. Doch der Regen macht allen zu schaffen und fordert seinen Tribut. Die sensible Elektronik kapituliert irgendwann vor den eindringenden Wassermassen, zahlreiche Defekte zwingen nahezu alle Teams zu außerplanmäßigen Boxenstopps. Auch das ams-Team bleibt nicht verschont. Nach einer bravourösen Aufholjagd auf Rang drei bremst ein Motorschaden den Manthey-Porsche ein. Der fällige Motorwechsel kostet Zeit und der 997 geht auf Position fünf zurück ins Rennen. Wiederum kämpfen sich Stefan Baldauf und seine Mitstreiter auf den dritten Platz nach vorne, als der Carson-Motor aufgrund des Dauerregens erneut seinen Dienst quittiert und die Mechaniker mit einem neuen Triebwerk zu Hilfe eilen müssen.
 
Die Stunden verstreichen und es wird Nacht über Andernach. Jetzt müssen alle Boliden ihre Lichtanlagen einschalten. Auch in der Nacht lässt der Regen kaum nach und sorgt für weitere Elektronik-Defekte im Feld. Das ams-Team liegt auf Podiumskurs, als ein Getriebeproblem den Mini-Porsche zum Anhalten zwingt. Der fällige Wechsel des Hauptzahnrads kostet viele Plätze und das Team reiht sich auf Platz sieben wieder ins wilde Renngeschehen ein. Erst in den frühen Morgenstunden hat Petrus ein Einsehen und gebietet dem Dauerregen Einhalt. Als die Sonne aufgeht über Andernach, liegt das Team von auto-motor-und-sport.de aussichtsreich auf Podiumskurs. Um Gewicht zu sparen, reißen die Mechaniker kurzerhand die Lichteinheit aus dem Fahrzeug. Die so eingesparten 250 Gramm wirken sich positiv auf die Akkulaufzeit sowie auf die Kurvengeschwindigkeiten aus.

Zwei Stunden vor Rennende überholt der Porsche sogar den vor ihm liegenden Renner des niederländischen White Lighting-Teams. Doch dann schlägt der Defektteufel ein letztes Mal zu. Wieder ist es der Motor, der in den letzten Rennminuten drastisch an Leistung verliert.

Stefan Baldauf, der den Schlussturn übernimmt, treibt den waidwunden Flitzer so gut es geht um die Strecke. Doch nur drei Minuten vor der rettenden Zielflagge muss er den von hinten herannahenden Niederländer ziehen lassen. Das Team von ams läuft auf einem hervorragenden dritten Rang ins Ziel, bevor auch der dritte Motor endgültig in Rauch aufgeht.

755 Kilometer in 24 Stunden

Wie eng es am Ende zuging, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste: Die gefeierten Sieger, das Team "Wilde 13", legten in den 24 Stunden 3.020 Runden zurück. Das entspricht einer Gesamtdistanz von 755 Kilometern. Die Holländer auf Platz zwei überquerten die Ziellinie 3.007 mal, der Manthey-Porsche des ams-Teams hatte am Ende nur knapp eine Runde weniger auf dem Konto. In Zahlen ausgedrückt: 17 Sekunden fehlen nach 24 Stunden zu Platz zwei. Die ersten drei Teams liegen am Ende innerhalb von nur fünf Minuten. Am Ende trotzen alle Mannschaften den widrigen Bedingungen und bringen ihre Boliden ins Ziel. Auch das Juniorteam, bei dem Fahrer zwischen 13 und 14 Jahren über 24 Stunden an der Fernsteuerung standen, sieht die Zielflagge.
 
Fahrer, Mechaniker, Fans: Nach 24 Stunden macht sich Müdigkeit breit. Gähnende Münder statt aufgeregtem Gewusel am Andernacher Autodrom. Und am Ende blinzelt als Lohn für die rasanten Steuermänner sogar der ein oder andere Sonnenstrahl über der Eifel.

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