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24h-Rennen Le Mans 2016 (Rennen)

Porsche siegt im Herzschlagfinale - Toyota weint

Siegerehrung - 24h Le Mans - Sonntag - 19.06.2016 Foto: Audi 153 Bilder

Bis drei Minuten vor Schluss schien Toyota den Sieg in Le Mans sicher in der Tasche zu haben: Der Vorsprung des Trios Kazuki Nakajima, Anthony Davidson und Sebastien Buemi auf Verfolger Porsche war zwar knapp, aber eigentlich schien alles klar. Dann blieb der Toyota plötzlich auf der Start-und-Zielgerade stehen – und der Porsche von Marc Lieb, Romain Dumas und Neel Jani siegte!

19.06.2016 Marcus Schurig

Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima sahen bis drei Minuten vor Rennende wie die sicheren Sieger bei der 84. Ausgabe des 24h-Rennens 2016 aus: Das Toyota-Trio führte mit über einer Minute Vorsprung – doch dann stockte den Zuschauern auf der Haupttribüne der Atem: Toyota-Schlussfahrer Kazuki Nakajima wurde immer langsamer, klagte am Funk über Leistungsverlust und rollte auf der Start-Zielgerade aus – 3.25 Minuten vor Rennende!

Der von hinten heranhetzende Porsche 919 Hybrid ließ sich nicht zweimal bitten, und überholte den Toyota eingangs der letzten Rennrunde. Somit holten Marc Lieb, Romain Dumas und Neel Jani den zweiten 24h-Le-Mans-Sieg für Porsche in Folge. Nakajima brachte den Toyota mittels der Hybridpower wieder in Gang und legte die letzte Rennrunde rein elektrisch und ultralangsam zurück (Rundenzeit 11.53 Minuten) – wurde aber nicht mehr gewertet. Laut Reglement darf man im letzten Umlauf nicht mehr als sechs Minuten benötigen.

Toyota hatte in den letzten Rennstunden, als sich das Rennen auf ein Duell mit Porsche zuspitzte, eigentlich leichte Vorteile auf seiner Seite, denn Porsche setzte zum Finale zwei Mal auf Quadruple-Stints, während Toyota die Schwaben mit Dreifachstints recht souverän in Schach halten konnten. Der zweite Quadruple-Stint von Porsche-Pilot Neel Jani ging am Ende sogar in die Hose, zehn Minuten vor Rennende musste er nochmal die Reifen wechseln lassen.

Toyota stark – aber nicht belohnt

Beide Fahrzeuge hatten zu gewissen Rennsituationen Rückstände oder Zeitverluste, doch in Summe glich sich das mehr oder weniger wieder aus. Der Porsche mit der Startnummer 2 hatte beispielsweise am Sonntagmorgen einen schleichenden Plattfuß und musste vorzeitig an die Box – doch das gleiche Malheur hatte der Toyota schon zu Rennbeginn, der darüber hinaus mit Leistungsverlust in der allerersten Rennrunde und noch ein zweites Mal mit Reifenvibrationen kämpfte, was einen zusätzlichen Stopp zur Folge hatte.

Wie stark Toyota eigentlich war, sieht man daran, dass das Schwesterauto von Stephane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi bis wenige Stunden vor Schluss noch Ambitionen auf Platz zwei hatte. Ein Dreher des Japaners und eine anschließende längere Reparatur vereitelten das Vorhaben, am Ende landete der zweite Toyota TS050 Hybrid auf Platz 2, weil die letzte Runde des Schwesterwagens zu lange dauerte. Zu diesem Zeitpunkt war der zweite Porsche 919 Hybrid schon lange weit abgeschlagen: Hohe Motortemperaturen hatten den Tausch der Wasserpumpe zur Folge, in Summe kosteten die Reparaturen über zwei Stunden, so dass Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard im Ziel nur auf Platz 13 kamen.

Audi erbt Podest

Noch schlimmer erwischte es nur Audi: Reparaturen an der Vorderachse, der Tausch eines Turboladers sowie Reparaturen an den beleuchteten Nummerntafeln und Pickup-Probleme mit den Reifen kosteten die Bayern alle Chancen auf eine wettbewerbsmäßige Platzierung. Am Ende wären die beiden Audi eigentlich weit abgeschlagen auf den Positionen 4 und 5 gelandet – die Nummer 8 von Lucas die Grassi, Oliver Jarvis und Loic Duval erbte aber noch den dritten Platz, 17 Runden hinter dem siegreichen Porsche.

In der GT-Werksklasse GTE Pro siegte Neueinsteiger Ford mit einer ziemlich überlegenen Vorstellung: Der Deutsche Dirk Müller gewann zusammen mit Joey Hand und Sebastien Bourdais, der Vorsprung auf den zweitplatzierten Risi-Ferrari 488 von Malucelli, Vilander und Fisichella betrug über eine Minute. Auch die Plätze drei und vier in der GTE-Pro-Klasse gingen an die ultradominanten Ford, die erstens von einer guten Einstufung profitierten, und die zweitens im Vorfeld ihre wahre Performance stark verschleiert hatten. Porsche, Corvette und Aston Martin spielten deshalb keine Rolle beim 24h-Rennen in Le Mans.

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