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24h-Rennen Le Mans 2017

Slow Zones als Lotterie-Element?

Ford GT - 24h-Rennen Le Mans 2017 Foto: xpb 20 Bilder

Die Slow Zones wurden für 2017 deutlich verlängert. Damit steigt der potenzielle Zeitverlust besonders in jenen Fällen, wenn ein paar Fahrzeuge einer Rennklasse davon betroffen sind – und ein paar andere nicht. Wir erklären die Auswirkungen.

17.06.2017 Marcus Schurig Powered by

Die Strategen der Rennteams waren nicht eben glücklich, als sie die Details der neuen Slow-Zone-Regeln präsentiert bekamen. „Einige Slow Zones sind jetzt so lang, dass man sehr viel Zeit verlieren kann“, knurrte Rick Mayer, Technikdirektor des Risi-Ferrari-Teams aus der GTE-Pro Klasse. „Und weil die Rundenzeiten auf dieser extrem langen Rennstrecke in Le Mans bei fast vier Minuten liegen, kann es passieren, dass einige Teams Zeit verlieren, andere aber nicht, je nachdem, wo man sich gerade auf der Strecke befindet.“

Zeitverlust oder Zeitgewinn von bis zu 72 Sekunden

Ein konkretes Beispiel: Die Slow Zone für die erste Schikane auf der Hunaudières-Geraden startet jetzt bereits bei Tertre Rouge, also vor Beginn der langen Geraden. Errechnet man den Schnitt für diesen Slow-Zone-Sektor im echten Renntempo und vergleicht ihn mit der vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeit im Falle einer lokalen Gelbphase – also 80 km/h –, so ergibt sich ein Delta von 72 Sekunden. Weil die Runde in Le Mans sehr lang ist, könnte es aber passieren, dass nicht alle Fahrzeuge einer Klasse davon gleich betroffen sind.

Wird zum Beispiel nur eine kurze Slow Zone aufgerufen, weil ein kleines Trümmerteil in der ersten Schikane liegt, das geborgen werden muss, dann könnte die Slow Zone weniger als drei Minuten dauern. Hat man die Stelle gerade unter Grün passiert, während die dahinter liegenden Klassenkonkurrenten sie unter Gelb durchfahren, hat das erste Fahrzeug 72 Sekunden geschenkt bekommen – oder die Gegner 72 Sekunden verloren.

Risiko von Unfällen geringer

Insofern könnten die neuen Slow-Zones-Regeln das Geschehen in allen Rennklassen massiv beeinflussen. „Und es ist pures Glück oder Pech, man kann es nicht beeinflussen“, wie Rick Mayer betont. Im letzten Jahr gab es mehr Slow Zones, und sie waren deutlich kürzer, folglich konnte man auch nur weniger Zeit verlieren. „Die neuen Regeln machen das Rennen komplett zur Lotterie“, sagt ein LMP1-Teamchef. „Da wäre es vielleicht doch besser, man würde in solchen Fällen das Safety Car einsetzen.“

Wegen der Streckenlänge von 13,629 Kilometer gibt es davon in Le Mans aber gleich drei, sprich wer wegen des Abstands auf seinen Vordermann in der Klasse das zweite Safety Car aufpickt statt das erste wie der Vordermann, hat netto ebenfalls knapp über eine Minute verloren. „Ein Safety Car zerstört die Strategie der Teams aber deutlich stärker als eine lokale Gelbzone“, erklärt FIA-Renndirektor Eduardo Freitas. „Denn alles ist darauf maximiert, am Ende des Rennens einen Stopp zu sparen. Eine Safety-Car-Phase kann all diese Bemühungen samt der Vorarbeit mit einem Schlag eliminieren, während die Slow Zones den Impact abmildern.“

Die Slow Zones wurde laut Freitas für 2017 verlängert, weil man verhindern wollte, dass die Fahrzeuge aus hohen Geschwindigkeiten auf die Zielgeschwindigkeit von 80 km/h abbremsen müssen. „Wir haben unterschiedliche Fahrzeugklassen mit unterschiedlichen physikalischen Voraussetzungen und entsprechend unterschiedlichem Bremsvermögen“, sagt Freitas. „Dazu haben wir Profifahrer und Amateure im Feld, die unterschiedlich mit so einer Situation umgehen. Bei den alten, kürzeren Slow Zones, gab es oft einen abrupten Wechsel von Highspeed zu Lowspeed beim Beginn einer Slow Zone, jetzt beginnen alle Slow Zones bei Lowspeed, damit ist das Risiko von Unfällen bei Einfahrt in eine Slow Zone deutlich geringer.“

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