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24h-Rennen Nürburgring 2015 (Analyse)

Der knappste Zieleinlauf der Geschichte

Impressionen - 24h-Rennen Nürburgring 2015 - Nordschleife - Sonntag - 17.5.2015 Foto: Stefan Baldauf / Robert Kah 179 Bilder

Was machte den Unterschied zwischen Audi und BMW? Was war mit Bentley los? Wie bewährten sich die Tempolimits? Und wieso brannten einige Autos in der Box? In unserer Rennanalyse beantworten wir die offenen Fragen zum 24h-Rennen Nürburgring.

17.05.2015 Andreas Haupt, Bianca Leppert Powered by

Was machte am Ende den Unterschied zwischen Audi und BMW?

Audi und BMW lieferten sich bis zum bitteren Ende einen Kampf mit dem Messer zwischen den Zähnen. Nachdem man die Nacht überstanden hatte, kristallisierte sich die bayerische Fraktion als Favoriten heraus. Mit nur 40 Sekunden Rückstand vom Sieger-Audi von WRT auf den BMW Z4 von Marc VDS sahen die Fans den knappsten Zieleinlauf in der Geschichte des Rennens. Die Taktik war mit insgesamt 19 Stopps bei Audi und BMW ähnlich. WRT zog lediglich einen Splash-and-Dash-Stopp vor, bevor man wieder auf den 9-Runden-Rhythmus wechselte.

Während Richard Westbrook von Marc VDS die Vermutung hatte, dass der außerplanmäßige Stopp in der Anfangsphase, in der man irrtümlicherweise auf Regenreifen wechselte, den Sieg gekostet haben könnte, widersprach ihm sein Teamkollege Lucas Luhr. Der zweimalige 24h-Gewinner machte eher die allgemein bessere Performance des Audi für den kleinen Unterschied am Ende verantwortlich. Dafür sprach auch, dass man am Morgen die Lücke zum Audi weitestgehend schließen konnte. "Unser Z4 ist kurz vor der Rente. Deshalb war das nicht so einfach", erinnerte Luhr.

Was war mit Neueinsteiger Bentley los?

Bentley trat mit zwei Werksautos und einem privat eingesetzten Continental GT3 von HTP Motorsport zum ersten Mal in der Eifel an. Nachdem man sich schon den Herausforderungen 24h Spa und Bathurst gestellt hatte, wollte man auch die Nordschleife mit dem GT3-Rennen bezwingen. Dabei hatte man allerdings wenig Glück. Der englisch besetzte (Andy Meyrick/Guy Smith/Steven Kane)  in "British Racing green" lackierte Renner mit beleuchtetem Kühlergrill, fiel einem Auffahrunfall in den Abendstunden zum Opfer. Die M-Sport Mannschaft hat aus Rallye-Tagen genug Erfahrung damit, ein Auto wieder instand zu setzen. Doch schon alleine der Transport von der Strecke ins Fahrerlager dauerte sehr lange. Einige Stunden später lief das Auto wieder, um noch wertvolle Kilometer Erfahrung zu sammeln.

Das Schwesterauto von Christian Menzel, Lance-David Arnold und Jeroen Bleekemolen, das von HTP Motorsport betreut wurde, strandete gegen Mitternacht. Bleekemolen verlor das Auto auf der Strecke. Der Schaden war so groß, dass eine Rückkehr ins Rennen keinen Sinn machte. Schließlich holte ausgerechnet das privat eingesetzte HTP-Auto von Harold Primat, Marco Seefried, Christopher Brück und Clemens Schmid mit Platz acht die Kohlen aus dem Feuer und trat immerhin den Beweis an, dass die Technik ohne Probleme 24 Stunden lang durchhält.

Wie bewährten sich die Tempolimits?

Vor dem Rennen befürchteten einige im Fahrerlager, die neu eingeführten Slowzones am Flugplatz, Schwedenkreuz und auf der Döttinger Höhe könnten eine Strafenflut nach sich ziehen. Manche witzelten, man bekäme das Rennergebnis sicher erst eine Woche nach dem Rennen per Post zugeschickt. Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich allerdings nicht. Im Schichtbetrieb arbeiteten die Helfer der Rennleitung die Verstöße, die per GPS-System gemeldet wurden, ab.

Letztlich gab es nur wenige Verstöße gegen die Tempolimits. Nur drei Mal wurden die Vorschriften in den Slow Zones missachtet. In der Spitzengruppe waren jedoch keine Strafen zu vermelden und damit auch nicht rennentscheidend. Die Teams hatten im Freien Training am Donnerstag die Möglichkeit, ihre Daten mit denen der Rennleitung abzugleichen und stellten ihre Speedlimiter entsprechend ein. Denn das Risiko eine Strafe zu kassieren, wollte niemand eingehen.

Warum haben so viele Autos beim Tanken gebrannt?

Gleich drei Mal brannte es in der Boxengasse lichterloh. Einmal erwischte es den BMW Z4 von Marc VDS mit der Nummer 26. Ein Déja-vu erlebte der WRT-Audi mit der Startnummer 28. Beim ersten Stopp gab es ein Problem beim Aufbocken des Autos, woraufhin Benzin übergeschwappt ist, das sich entzündete. Beim zweiten Feuerchen am Sonntagvormittag war die Tankkanne zu voll. Eine ähnliche Problematik zeigte sich bei Marc VDS in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Bei den Belgiern saß die Tankkanne nicht richtig auf dem Tankstutzen auf.

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