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24h-Rennen Nürburgring 2016 live

Mercedes feiert Vierfachsieg

24h-Rennen Nürburgring 2016 - Nordschleife - Sonntag 29.5.2016 Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink 222 Bilder

Zum 44. Mal wird 2016 das 24h-Rennen Nürburgring ausgetragen. Bei uns verpassen Sie nichts! In unserem Live-Ticker halten wir Sie stets auf dem neuesten Stand. Und geben Ihnen die wichtigsten Hintergründe an die Hand.

29.05.2016 Andreas Haupt, Bianca Leppert Powered by

15:40 Uhr

Mercedes feiert Vierfach-Sieg

Mercedes heißt der Sieger des 24h-Rennens. Mit vier Autos belegte man die ersten Positionen. Black Falcon siegte in einer Zitterpartie vor HTP Motorsport.

13:30 Uhr

Es sieht nach einem Mercedes-Sieg aus

Sollte es keine größeren Zwischenfälle mehr geben, sieht alles nach einem Triumph für Mercedes aus. Die Frage ist eher: Mit wie vielen Mercedes landet man vorne und welcher AMG GT macht das Rennen um die Krone. Derzeit haben HTP (#29), das Black Falcon-Auto mit der Nummer 4, der Haribo-Renner und das Black Falcon-Auto mit der Nummer 9 noch Chancen. Haribo hat die Strafe für den Verstoß bei gelber Flagge bereits abgegolten und liegt damit 1:56 Minuten hinter dem Führenden zurück. Auch für die #9 wird es eher schwierig, die 2:47 Minuten Rückstand aufzuholen. Entscheidend wird sein, wer die beste Strategie in den knapp verbleibenden zwei Stunden hat. Zur Erinnerung: 1,5 Stunden vor Ablauf der 24 Stunden werden die Mindestboxenstopp-Zeiten aufgehoben.

Von AMG soll es keine Stallorder geben. Einzig erhobener Zeigefinger: Man will keine Berührungen zwischen den Sternenkriegern sehen. Das kommt uns aus der Formel 1 bekannt vor. Zumal man Kundenteams auch nicht wirklich Vorschriften machen kann. BMW ist momentan der beste Hersteller neben Mercedes auf Platz fünf mit dem M6 GT3 von Rowe (#23), dahinter liegt Bentley auf Rang sechs vor dem Zakspeed-Mercedes auf Pirelli und dem besten Audi auf Rang acht vor dem Falken-Porsche.

In der finalen Phase des Rennens mussten zwei weitere Autos Rückschläge hinnehmen. Der Glickenhaus (#701) verunfallte heftig im Bereich Metzgesfeld. Der Dunlop bereifte Phoenix-Audi mit der Nummer 5 hatte einen Unfall im Bereich Hohe Acht. Offenbar sind die beiden Renner aneinander geraten. Auch der Lamborghini von Konrad Motorsport musste die Segel streichen. Nach einem Unfall im Bereich Hatzenbach war der Exot im Feld nicht mehr zu reparieren.

11:50 Uhr

Kurzer Regenguss wässert die Strecke

Der Wetter-Gott meint es nicht gut mit den Nordschleifen-Helden. Vor einer guten Stunde öffnete er die Schleusen. Aber immerhin nicht ansatzweise so heftig wie noch zu Rennbeginn, als es in manchen Streckenabschnitten hagelte, und das Rennen abgebrochen werden musste.

Trotzdem wässerte der Regen den Asphalt. Unter diesen Bedingungen trudelte das ein oder andere Auto in die Streckenbegrenzungen. Aber weitere Ausfälle sind nicht zu bedauern. Derzeit kreisen noch etwa 120 der 157 gestarteten Teilnehmerfahrzeuge um die Piste. Einer fliegt - und zwar der Haribo-Mercedes AMG GT3 mit der Startnummer 88. Im Regen preschte das Quartett um Uwe Alzen/ Lance David Arnold/Maximilian Götz/Jan Seyffarth von der vierten Position an den Sonnenplatz nach vorne. Allerdings muss die Truppe noch eine Zeitstrafe absitzen. Die Rennleitung bestrafte ein Vergehen in einer Gelbphase mit 1:32 Minuten. Der Übeltäter hieß Uwe Alzen. Dem Routinier muss zur Ehrenrettung zugute gehalten werden, dass die Situation nicht ganz übersichtlich war. Die Zeitstrafe ist noch nicht abgesessen.

Auf den weiteren Positionen folgen drei Mercedes. In der Reihenfolge: Startnummer 9 vor 4 und 29. Das Spitzen-Quartett trennen 1:24 Minuten. Also dürfte die 88 sich dahinter einordnen, sobald die Zeitstrafe abgebüßt ist. Schon abgeschlagen ist der beste BMW. Der Rowe Racing M6 GT3 büßte in 107 Umläufen knapp sieben Minuten ein. Dahinter folgt der erste Audi mit der Startnummer 5 (Frank Stippler/Anders Fjordbach/Edoardo Mortara/Nicki Meyr-Melnhof).

Porsche musste hingegen einen schweren Schlag verdauen. Nachdem man bereits in der Anfangsphase die Nummer 911 durch einen Crash verloren hatte, ereilte die 912 der Technik-Teufel. Michael Christensen blieb mit einem Defekt im Antriebsstrang liegen. Erste Vermutung: Motorschaden. "Ich hatte plötzlich keinen Vortrieb mehr. Der Motor sprang auch nicht wieder an. Ich konnte das Auto nur noch abstellen. Es ist sehr enttäuschend. Mit dem Regen hätten wir vielleicht noch etwas aufholen können", berichtete ein niedergeschlagener Pilot. Der Porsche-Ausfall ebnete abermals den Weg für Mercedes zu einem Mehrfach-Erfolg.

10:00 Uhr

BMW mit heftigem Unfall, Mercedes-Vierfachführung

Ein 24h-Rennen ist erst nach 24 Stunden vorbei. Diese einfache Lektion musste BMW am Morgen schmerzlich lernen. Der am aussichtsreichsten liegende Schubert M6 GT3 mit der Startnummer 100 auf Platz fünf wurde von einem BMW 135i (#93) auf dem Grand-Prix-Kurs abgeräumt. Das kleinere Fahrzeug hatte gerade einen Konkurrenten überholt, scherte wieder nach rechts ein und erwischte dabei den BMW von Lucas Luhr. Beide Autos waren stark beschädigt. Luhr stieg aus dem Auto aus und setzte sich erstmal auf die Wiese an den Streckenrand. Der Schock saß tief, zumal man sich noch Chancen auf das Podest ausrechnete, weil Regen angekündigt wurde.

"Wir waren extrem gut unterwegs. Auf die Leistung bis dahin können wir stolz sein. Ich war zum Boxenstopp drin. Dann habe ich ein Auto außen überholt, du gehst als schnelleres Auto immer den weiten Weg. Ein anderer hat das wohl nicht gesehen und ist 90 Grad in mich rein. Aber es gibt so viele kritische Situationen. Da sollte der ein oder andere sich überlegen, ob er nicht noch ein oder zwei Jahre üben sollte. Die Vorfälle häufen sich hier zu oft - gerade weil die GT3-Autos immer schneller werden. Viele unterschätzen das." BMW Motorsportchef Jens Marquardt war ebenfalls geknickt. "Das Auto ist gelaufen wie ein Uhrwerk. So aus dem Rennen zu gehen, ist natürlich enttäuschend."

An der Spitze hat weiterhin Mercedes das Geschehen in der Hand. Derzeit führt das verbliebene HTP-Auto (#29) vor beiden Black Falcon-Rennern (#9 und #4). Platz vier hat Haribo inne. Das Stern-Quartett trennen gerade mal 51 Sekunden. Porsche hat mit Platz 5 noch ein paar Kohlen im Feuer, liegt aber schon über vier Minuten zurück. Dahinter liegt der Rowe-BMW und der WRT-Audi.

Neben dem Unfall von BMW ereignete sich auch ein Überschlag des Porsche 997 GT3 mit der Startnummer 69. Zur selben Zeit sah man auch den Black Falcon mit der Nummer 14 in Schwierigkeiten.

07:50 Uhr

Vier Mercedes weiter an der Spitze

Da sind wir wieder nach einer kleinen Mütze Schlaf. Es ist wieder hell am Nürburgring. Die Nacht wurde geprägt durch einige Code-60-Phasen, welche die Fahrer in langsamerem Tempo passieren mussten. Am Gesamtbild hat sich nur wenig verändert. Zumindest, was den dominanten Hersteller angeht. Die Mercedes-AMG GT3 peitschen nach wie vor in einem ungeheuren Tempo über die 25,378 Kilometer.

An der Spitze geht es nach 16:20 Rennstunden unglaublich eng zu. Der Haribo-Mercedes mit der Startnummer 88 ist auf die dritte Position zurückgefallen. Rückstand: 36,1 Sekunden. Stattdessen geben es sich der AMG GT3 von Pole-Setter Black Falcon (Startnummer 9) und HTP Motorsport. Der Abstand zwischen den beiden GT3-Wuchtbrummen: lächerliche 0,7 Sekunden. Doch just in dem Moment biegt das Quartett um Hubert Haupt/Yelmer Buurman/Maro Engel/Dirk Müller zum 11. Boxenstopp ab. Das Duell wird also kurzfristig unterbrochen.

Die vierte Position nimmt der zweite werksunterstützte Black Falcon ein. Am Steuer sitzen dort Bernd Schneider/Maro Engel (fährt in 2 Autos)/Adam Christodoulou/Manuel Metzer. Ihnen fehlen etwa 1:20 Minuten ganz nach vorn.

Der BMW M6 GT3 (Startnummer 100) und der Porsche 911 GT3 R (912) rangieren nach wie vor hinter den Mercedes. Immerhin konnten sie über die Nacht und in den Morgenstunden die Pace der Sternenritter besser mitgehen. Bedeutet unterm Strich, dass der Rückstand immer so zwischen zwei und drei Minuten pendelt.

Die Rundenzeiten sind nach 80 gefahrenen Umläufen im Bereich von 8:20/8:21 Minuten, wenn der Verkehr günstig liegt. Also ein sehr flottes Tempo. Zum Vergleich: Die Pole-Zeit lag rund sieben Sekunden darunter - allerdings bei freier Fahrt.

Und wie geht es den Fahrern so? Lance David Arnold (#88) gibt Einblicke in seine Gemütslage: "Der zweite Stint war deutlich besser. Der erste Stint war gegen vier, fünf Uhr und das ist immer schrecklich. Alle sind müde und das macht sich bemerkbar. Der Verkehr war nicht einfach."

Audi hat weiterhin keine Chance, aus eigener Kraft den Vorjahressieg zu wiederholen. Es scheint der Marke mit den vier Ringen nur ein Wunder zu helfen. Oder ein weiteres Unwetter wie zu Beginn des Marathons, das die Konkurrenz von der Bahn spült. Frank Stippler, der den Audi R8 LMS mit der Startnummer 5 lenkt, sagt :"Es hat Spaß gemacht, in die Morgensonne zu fahren. Aber wir sind gegen die siegverdächtige Konkurrenz zu langsam. Meiner Meinung nach hatte sich das bei den VLN-Läufen schon abgezeichnet. Wenn bei Audi alles glatt gelaufen wäre, hätten wir vielleicht um das Podium mitfahren können. Aber generell sind wir dieses Jahr zu langsam. Das zeigen auch die Unfälle. Die Fahrer sind alles Profis, aber man muss das Quäntchen mehr Risiko gehen, um irgendwie mitzufahren."

Zu allem Überfluss schossen sich zwei R8 LMS in den frühen Morgenstunden gegenseitig ab. Markus Winkelhock krachte in einer Code-60-Phase ins Heck von Connor de Phillippi. "Ich habe das Auto vor mir nicht gesehen und musste für die Gelphase bremsen. 30 Zentimeter weniger, und ich hätte es geschafft. Es tut mir unendlich leid", erklärte Winkelhock. Für die Audi mit der Startnummern 6 und 28 hieß es nach dem Crash: Game over. Außerdem verunfallte der Vorjahressieger mit der 1 auf der Nordschleife. Im Auto saß zu diesem Zeitpunkt Nico Müller. Audi GT-Kundensportchef Chris Reinke: "Die drei bestplatzierten Audi innerhalb von drei Runden zu verlieren, ist sehr bitter."

Bestes Auto, das nicht in der GT3-Klasse eingeschrieben ist, ist der Porsche 911 GT3 Cup aus der SP7-Klasse vom "Black Falcon Team TMD Friction" (Startnummer 64). Es belegt den 19. Rang derzeit. Zwei Positionen dahinter folgt das erste Fahrzeug aus der Klasse SP3T - ein Subaru WRX STI mit Carlo van Dam/Marcel Lasse/Tim Schrick/Hideki Yamauchi als die Piloten. Eine erfreuliche Nachricht können wir von der bisherigen Arbeit von sport auto-Supertester Christian Gebhardt vermelden. Er liegt zusammen mit seinen Teamkollegen Christoph Breuer und Lars Kern auf einem guten 25. Platz. Was gleichzeitig die Führung in der Wertung der Specials-Fahrzeuge SP-X bedeutet (Porsche Cayman GT4, Startnummer 170).

01:30 Uhr

Mercedes dominiert auch in die Nacht hinein

Die Mercedes-Festspiele gehen munter weiter. Auch in der Nacht hält sich der Haribo-Mercedes (#88) noch weiter an der Spitze. Einzige Schrecksekunde: Es gab eine Berührung mit dem Twin Busch-Audi, woraufhin beim folgenden Boxenstopp der Kühler und der Frontsplitter überprüft wurde. Druck bekommt das Gummibären-Auto wenn überhaupt nur aus dem eigenen Lager. Das Black Falcon-Auto, das auf Pole stand, hinkt auf Platz zwei 1:17,596 Minuten hinterher. Etwas mehr als zwei Minuten zurück ist aktuell der HTP-Mercedes (#29) vor dem Schwesterauto (#30), das mit nur sieben Zehnteln Rückstand teamintern ordentlich für Spannung sorgt.

Auf Rang fünf folgt der beste BMW vom Team Schubert vor Porsche mit dem einzig verbliebenen Werks-Elfer auf Position sechs. Audi sieht weiterhin kaum Licht am Ende des Tunnels. Aus eigener Kraft wird es für die Ingolstädter schwierig, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aktuell ist das beste Auto mit den vier Ringen auf Platz acht mit über sechs Minuten Abstand auf den Führenden. Beachtlich: Der Lamborghini mit Exotenstatus hält das Tempo auf Platz zehn mit. Endgültig aus dem Rennen ist der Aston Martin (#7). Das Chassis wurde bei einem Kontakt mit der Leitplanke beschädigt.

Wir verabschieden uns damit in die Nacht und melden uns mit einer Zusammenfassung am frühen Morgen wieder.

00:35 Uhr

Nummerische Überzahl zahlt sich für Mercedes aus

Die Dominanz von Mercedes ist erdrückend. Die Marke mit dem Stern schickte sechs werksunterstützte Rennwagen in den 24h-Hit, fünf davon sind auch nach über neun Stunden noch unterwegs. Der schlechteste derzeit auf dem siebten Platz (Startnummer 4). Die ersten vier Ränge sind mit AMG GT3-Rennwagen bezogen. Die Reihenfolge nach Startnummern: 88, 9, 29 und 30.

Gegen die nummerische Übermacht und den Speed - sowohl bei nassen als auch unter den jetzt trockenen Bedingungen - kommt die Konkurrenz nicht an. Porsche kann immerhin etwas dagegen halten. Der 911 GT3 R mit der 912 auf der Karosserie belegt den fünften Rang. Der Rückstand liegt bei etwas unter zwei Minuten. Also im Prinzip noch machbar. Weitere 13 Sekunden dahinter hängt der erste BMW M6 GT3 von Schubert Motorsport.

Seit die Nummer 18 mit einem Schaden im Antriebsstrang rausflog und die 22 ein Reifenschaden zurückwarf, wirkt BMW auf verlorenem Posten. Aber was will man da erst zu Audi sagen? Der Titelverteidiger kann die Zeiten an der Spitze nicht mitgehen. Am Auto mit der Nummer 1 verzockte man sich wohl mit den Reifendrücken, die im Fahrbetrieb über das optimale Maß hinaus schossen. Dann beginnen die Autos damit, nur noch über den Asphalt zu rutschen.

Bester Hersteller, der nicht aus Deutschland kommt, ist Lamborghini mit dem Huracán GT3 auf der 11. Position. Nissans Speerspitze (Startnummer 35) hängt auf Rang 17, Bentley mit der Startnummer 38 einen Platz dahinter. Das Schwesterauto stürzt von einer Panne in die nächste. Und von einem Ausrutscher in den nächsten. Bei Aston Martin fuhr sich die 007 die Heckschürze halb ab. Sie muss bei einem Boxenstopp getauscht werden.

Noch eine Fahrerstimme. Richard Westbrook über die Streckenverhältnisse: "Momentan ist es ziemlich chaotisch da draußen, es gibt einen Unfall nach dem anderen. Man hat die Aufgabe, heil durchzukommen und sich gleichzeitig nach vorn zu kämpfen. Die Strecke ist überwiegend trocken, aber in manchen Kurven trocknet sie einfach nicht ab. Das ist die Nordschleife! Aber ich beschwere mich nicht - ich habe riesigen Spaß. Ich liebe es!"

23:20 Uhr

Nordschleife hat aufgetrocknet

Die Ideallinie ist mittlerweile komplett trocken. Die Bedingungen ähneln denen am Ende des Top30-Qualifyings. Der Mercedes-AMG GT3 von Haribo (#88) führt das Rennen nach wie vor an. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug nach 26 gefahrenen Runden fast 50 Sekunden.

Das Schwester-Auto mit der Startnummer 8 hat es erwischt. Jan Seyffarth rapportierte, nachdem er mit angeschlagenem Rennwagn an die Box kam: "Ich hatte im Bereich Pflanzgarten/großer Sprung eine Berührung mit einem zu Überrundenden. Da war es zu einem Missverständnis gekommen. Ich habe mich dann gedreht, bin vorwärts angeschlagen und habe mir dabei den Frontsplitter kaputtgemacht. So kann man mit dem Auto nicht weiterfahren." Gerhard Ungar bestätigte den Ausfall: "Es macht keinen Sinn mehr, das Auto zu reparieren. Wir hätten es in der Nacht sowieso zurückgezogen." Hintergrund: Die beiden Haribo-Mercedes werden vom gleichen Fahrer-Quartett gelenkt.

Porsche machte sich in der letzten Stunde auf den Weg nach vorne. Das Quartett Richard Lietz/Jörg Bergmeister/Michael Christensen/Fred Makowiecki hat einen Rückstand von 1:17 Minuten auf die Spitzenreiter. Eigentlich hätte Mercedes eine Dreifachführung inne. Doch der AMG GT3 mit der Nummer 30 bog gerade zu seinem vierten Stopp ab.

Bei Lokalmatador Frikadelli kämpfte man mit der Technik: "Mein Stint war etwas länger, da wir Probleme mit der Drosselklappe hatten. Sie ist immer nur halb aufgegangen. Deswegen musste ich an die Box", sagte Norbert Siedler.

Bestes Nicht-GT3-Auto ist derzeit der Glickenhaus SCG 003C mit der Startnummer 702. Was noch festzuhalten ist: Bislang musste die Rennleitung noch keine Strafe für ein Vergehen unter Gelb aussprechen. Die Fahrer verhalten sich auf der Strecke, wie es das Reglement von ihnen verlangt.

22:00 Uhr

Führender BMW mit Motorschaden

Spektakuläre Bilder von BMW: Kurz nachdem man die Führung nach der ersten Boxenstopp-Phase übernommen hatte, ging der M6 GT3 von Schubert in Rauch auf. Die Startnummer 18 parkte kurz vor der Boxeneinfahrt nachdem starker Rauch aus den seitlichen Auspuffrohren gestiegen war. Jörg Müller meldete Rauch im Auto, stieg aus und löschte die Flammen.

Auf den ersten Blick scheint es, man habe einen Motorschaden zu beklagen. Schon vor dem Rennen war darüber spekuliert worden, wie es mit der Haltbarkeit der BMW aussieht, weil man am wenigsten Nordschleifen-Kilometer im Vergleich zur Konkurrenz abspulte. Das Auto wurde sofort in das Teamzelt geschoben und abgeschirmt. "Zuerst habe ich Vibrationen im Auto gespürt. Erst dachte ich, es wäre ein Reifenschaden", erzählte Müller. "Dann hatte ich jedoch keine Leistung mehr, und es hat zu qualmen begonnen. Irgendetwas am Antriebsstrang ist kaputtgegangen. Das ist sehr schade, denn wir waren richtig gut unterwegs."

In Folge des Ausfalls erbte der Haribo-Mercedes mit der 88 die Führung vor vier weiteren Mercedes AMG GT3. Das Schwesterauto fiel indes auf Platz vier zurück, obwohl man kurz zuvor noch direkt im Windschatten der 88 fuhr. Dazwischen rangieren der HTP-Mercedes (#30) und der Black Falcon-Mercees (#9). Den fünften Rang hat das HTP-Schwesterauto mit der Startnummer 29 inne. Hier zeigte Christian Hohenadel kurz nach dem Restart mit einem Dreher ohne Blechschaden im Bereich Hatzenbach wie sehr er auf der nassen Strecke am Limit ist. Der einzig verbliebene Werks-Porsche liegt auf Rang 6, der beste Audi auf Rang 9.

Mittlerweile ist die Strecke teilweise abgetrocknet. Nissan wechselte als Erstes auf Slicks. Die Phase nach dem Restart beschrieben allerdings einige Piloten als äußerst brenzlig. "Du hattest nur Aquaplaning, nur Spray, hast keine Flaggen gesehen", sagte Audi-Pilot Christopher Haase. "Eigentlich waren die ersten drei Runden fast zu gefährlich, um zu fahren. Jetzt läuft es aber ganz gut."

Neben BMW sind bereits weitere Opfer zu beklagen. Der Bentley von Abt (#37) strauchelte unterwegs mit einem technischen Defekt, konnte aber wohl weiterfahren. Bei Rowe war am BMW mit der Nummer 22 ein Reifenschaden hinten rechts zu beklagen. Auch der Kult-Manta mit Volker Strycek musste bereits aufgeben.

Eine Übersicht über alle Teilnehmer bekommen Sie hier in unserem Foto-Katalog.

20:10 Uhr

Das Rennen läuft wieder

Endlich geht es weiter. Nach drei Einführungsrunden lässt die Rennleitung die verbliebenen rund 150 Renner wieder auf die Nürburgring-Nordschleife los. In den drei Umläufen hatten die Fahrer Zeit, sich die nasse Strecke anzuschauen und zu checken, wo das Wasser am höchsten steht und Aquaplaning-Gefahr besteht. Beim Blick auf die Monitore gefühlt überall.

Vorsichtig lassen es die Fahrer beim Restart aber nicht angehen. Obwohl vor allem die hinteren Fahrzeuge kaum etwas sehen können. Die vorausfahrenden Autos wirbeln das Wasser auf und schleudern es auf die Windschutzscheiben. Jörg Müller prügelte seinen BMW M6 GT3 bei der Anfahrt aufs Yokohama S direkt an Maro Engel vorbei. Der Münchner fiel auf dem Grand Prix-Kurs immer weiter zurück.

Müller ging sofort eine schnelle Pace. Und beinahe hätte sich das gerächt. Bei der Einfahrt zur Nordschleife stellte sein M6 quer. Mit den beiden rechten Rädern rodelte der BMW durch den Kies, kam aber wieder zurück auf den Asphalt. Markus Palttala im M6 mit der Startnummer 22 von Rowe Racing machte die Doppelführung für BMW perfekt. In der zweiten Runde nach dem Restart drehte sich die markeninterne Reihenfolge und Palttala übernahm die Spitze. Audi war auf dem Vormarsch.

Die Bedingungen sind extrem schwierig. Schon im Trockenen verzeiht die Nordschleife keine Fehler.

18:10 Uhr

Die Motoren schweigen weiter

Die Rennleitung hat ihren ursprünglichen Plan verworfen. Zunächst peilte sie einen Restart für 18 Uhr an. Daraus ist nichts geworden. Über der Nordschleife hängen immer noch eine dichte Wolken. Es drohen weitere Unwetter. Nach aktuellstem Stand soll das Rennen um 19:20 Uhr wieder aufgenommen werden. Sollte es so kommen, wäre das Rennen für drei Stunden unterbrochen gewesen. 20 Minuten bevor die Rennleitung den Marathon wieder freigeben will, sollen die Piloten in drei Gruppen eine Einführungsrunde bestreiten.

In der Zwischenzeit haben die Streckenposten geschuftet. Mit Kehrbesen versuchten sie, das Wasser vom Asphalt zu wischen. Die Rennwagen, die nicht den Berg von der Fuchsröhre Richtung Adenauer Forst gekommen waren, robbten nach und nach zurück an die Box. Um 17:19 Uhr wurde vermeldet, dass 149 der 157 Fahrzeuge den Weg zurück geschafft hätten. Ein Funkspruch von Martin Tomczyk (BMW M6 GT3, Startnummer 100) fasste die Lage der Piloten im Unwetter-Chaos gut zusammen. "Ich habe durchdrehende Räder. Ich komme den Berg nicht mehr hoch." So ging es vieler seiner Kollegen ebenfalls.

In den Garagen wird gearbeitet. Den Mechanikern ist es erlaubt, Schäden zu reparieren. Rennleiter Walter Hornung erklärt das Regelwerk: "Im Reglement ist festgelegt, dass es bei roter Flagge kein Parc Fermé gibt. Die Teams dürfen also an den Autos arbeiten. Der Restart erfolgt nach der Reihenfolge in der Runde vor der roten Flagge." Bedeutet: Stand vom Ende des vierten Umlaufes.

Der Mercedes-AMG GT3 von Maro Engel/Hubert Haupt/Yelmer Buurman/Dirk Müller wird das Feld beim Restart wieder anführen. Engel hatte während des Unwetters eine brenzlige Situation zu überstehen: "Das war das absolute Chaos. Es herrschte tierisches Aquaplaning. Ich konnte nicht schneller als 40 bis 60 km/h fahren. Ich habe die Leiplanke leicht touchiert, aber es gab anscheinend keinen größeren Schaden. Wir haben wirklich Glück gehabt."

Noch eine gute Nachricht aus der Rennleitung: Nach einer ersten Bilanz hat sich während der Chaosminuten niemand verletzt.

16:15 Uhr

Abbruch wegen Regen und Hagel

Die erste Stunde des 24h-Rennen Nürburgring ist absolviert. Und schon wurde das Rennen wieder gestoppt. Der Neustart erfolgt frühestens um 18 Uhr. Gegen 16 Uhr setzte der erste Regen im Bereich Aremberg und Adenauer Forst ein und machte die Fahrt zur Rutschpartie auf Slicks. In der Aremberg-Kurve ereigneten sich gleich mehrere Massenkarambolagen. Wie die Lemminge landete einer nach dem anderen in der Leitplanke. Selbst die Startnummer 30 von HTP Motorsport, die als einziges Auto aus der Spitzengruppe auf Regenreifen wechselte. Für kuriose Bilder sorgten stehende Fahrzeuge auf der Strecke, weil sie wegen Hagels nicht durch die Fuchsröhre kamen. Für die gesamten 24 Stunden sind immer wieder Unwetter vorhergesagt.

Zuvor wurden die ersten Minuten bereits zum Sprint. Maro Engel im Black Falcon-Mercedes, der von der Pole gestartet war, musste sich bereits gegen den Schubert-BMW von Jörg Müller wehren. Nach der ersten Runde trennten die beiden GT3-Renner gerade mal eine halbe Sekunde. Dahinter folgen drei weitere Mercedes: Das HTP-Auto mit der Nummer 29 und die beiden Haribo-Autos.

Während es an der Spitze nach Plan lief und zum ersten Mal die Top-Autos mit voller Geschwindigkeit zu sehen waren, hatten die ersten bereits Probleme. Vom Pech verfolgt war unter anderem die Startnummer 911 von Manthey Racing. Der Porsche verunglückte bereits im Top 30-Qualifying. Die Extra-Schicht der Mechaniker, um das Auto zum Warm up wieder flott zu bekommen, zahlte sich jedoch nicht aus. Schon in der zweiten Runde wurde ein Einschlag von Nick Tandy vermeldet. Damit ist das Rennen bereits gelaufen. Auch am Falken-Porsche wurde ein unplanmäßiger Stopp eingelegt, weil man Reifendruck verloren hatte.

15:00 Uhr

Liebe Motorsport-Fans,

herzlich Willkommen vom Nürburgring. In einer halben Stunde geht es hier los mit der 44. Auflage des größten Langstreckenrennens der Welt. 576 Fahrer werden in 157 Autos die 25,378 Kilometer lange Streckenvariante rocken. Um 13:45 Uhr öffnete die Boxengasse und die Rennwagen machten sich auf in die Startaufstellung. Um 15:10 Uhr geht es in mehreren Startgruppen in die Einführungsrunde.

Eines ist garantiert: Nicht alle Rennwagen werden die 24 Stunden überstehen. Dafür ist die Distanz zu lang und die Nordschleife zu fordernd. Schließlich ist sie für viele nicht nur die heißeste, sondern gleichzeitig auch gefährlichste Strecke der Welt.

Den Sieg werden die 38 GT3-Autos unter sich ausmachen. Von der Pole nimmt der Mercedes-AMG GT mit der Startnummer 9 den Klassiker auf. Die großen Favoriten sind die Renner von Mercedes, Audi, BMW und Porsche. Wir sind gestern durchs Fahrerlager gestreift und haben uns die Aerodynamik der Wuchtbrummen näher angeschaut (Technik-Story). Der Technikausschuss des ADAC Nordrhein passte übrigens nach dem Top 30-Qualifying nochmals die Balance of Performance an. Alle Details lesen Sie hier.

Die Fans stehen jedoch nicht nur auf die GT3-Klasse. Sondern auch auf die restlichen 24 Kategorien, in die die Fahrzeuge eingeteilt sind. In keinem Rennen der Welt fahren sonst seriennahe Autos und prototyp-ähnliche Rennwagen zusammen auf einer Strecke.

Die Tribünen sind gut gefüllt. Die Campingplätze sowieso. Seit rund einer Woche bevölkern die Camper die etwa 1,5 Millionen Quadratmeter Fläche in den Eifelwäldern. In unserer Fan-Reportage haben wir bei den Hardcore-Fans der Nordschleife vorbeigeschaut.

Im 24h-Rennen wollen die Teilnehmer immer auf der schnellsten Linie bleiben - solange es der Verkehr zulässt. Die Quersteher der Falken Drift Show haben eine andere Auffassung von der idealen Linie. Überzeugen Sie sich selbst: Wir haben die heißesten Bilder der Lenkrad-Artisten zusammengestellt (Fotos).

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