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24h-Rennen Nürburgring 2016 (2. Qualifying)

Dreifach-Führung für Mercedes

24h-Rennen Nürburgring 2016 - Nordschleife - 2. Qualifying Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink 83 Bilder

Im abschließenden zweiten Qualifying zum 24h-Rennen dominierte Mercedes deutlich und belegte die ersten drei Plätze im kombinierten Ergebnis. Audi auf Rang vier, heftiger Unfall vom Glickenhaus-Renner.

27.05.2016 Andreas Haupt, Bianca Leppert Powered by

Wieder einmal neckte die Eifel die 24h-Teilnehmer mit ihren Wetter-Kapriolen. Am Morgen war der Himmel zwar blau, nach Regen in der Nacht die Strecke aber noch an einigen Stellen feucht. Deshalb ging es in der ersten Stunde noch recht ruhig zu auf der Strecke, viele orientierten sich mit Intermediate-Reifen, wie die Bedingungen sind. Zumal bereits 17 Autos das Ticket für das Top-30-Quali im Vorfeld gelöst hatten.

Zweiter Haribo-Renner für Top 30 qualifiziert

Erst in der zweiten Stunde zogen die meisten Teams Slicks auf. Die erste schnelle Runde auf frischen Slicks lieferte der Manthey-Porsche mit der Startnummer 912 mit Fred Mackowieki am Steuer ab. Er unterbot mit 8:21,339 Minuten die Bestzeit aus dem ersten Qualifying am Donnerstagabend vom Vorjahressieger-WRT-Audi um rund sechs Zehntel. Kurz darauf zog Patrick Huisman im Frikadelli-Porsche mit einer um zwei Sekunden schnelleren Zeit nach und sicherte so den Einzug in das Top-30-Qualifying.

"Am Ende endlich mal eine freie Runde erwischt! Wir haben in den vergangenen Tagen hart am Auto gearbeitet und anscheinend eine gute Richtung gefunden", sagte Huisman. "Der Porsche GT3 R lässt sich sehr angenehm fahren."

Die letzten fünf Minuten wurden schließlich zum Showdown der GT3-Renner im Kampf um die Bestzeit und die übrigen 13 Plätze für das Top-30-Qualifying. Am Ende ging die Krone an den Haribo-Mercedes AMG GT mit der Startnummer 88. Während das Zwillingsauto mit exakt der gleichen Besetzung (#8) bereits das Ticket für das Einzelzeitfahren gelöst hatte, ist die 88 damit nun auch qualifiziert. Drei Minuten vor Ablauf des zweistündigen Qualifyings fuhr man mit einer Zeit von 8:16,311 Minuten über die Ziellinie.

"Ich hatte eine relativ freie Runde und fast keinen Verkehr. Es gab auch keine Gelbphasen, von daher war auch etwas Glück dabei. Mal sehen, was jetzt im Top-30-Quali passiert", sagte Maxi Götz.

Heftiger Unfall des Glickenhaus-Autos

Der Pilot erwischte ein günstiges Zeitfenster. Denn kurz zuvor verunglückte der Glickenhaus-Renner mit der Startnummer 703. Manuel Lauck schlug im Bereich Flugplatz heftig in die Leitplanke ein und das Auto zersplitterte in Einzelteile. Der Fahrer gab kurz darauf ein Zeichen, dass er okay sei. Zeitenverbesserungen waren durch diesen Zwischenfall jedoch fast ausgeschlossen.

Auch Rang zwei und drei gehen an Mercedes. Kurz vor der Haribo-Bestzeit brannte Christian Hohenadel im HTP-Auto mit der #29 eine 8:16,490 Minuten in den Asphalt und wurde damit um nur 0,179 Sekunden geschlagen. Mit knapp zwei Sekunden Abstand folgt der privat eingesetzte Mercedes AMG GT von Black Falcon (#14).

Der beste Hersteller hinter Mercedes ist Audi auf Rang vier. Der Werks-Renner von Phoenix beendete das Zeitfahren mit 2,4 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit vor dem Frikadelli-Porsche auf Rang fünf. Es folgen drei weitere Mercedes AMG GT von Zakspeed (#75), Black Falcon (#9) und HTP (#30). Der Busch-Audi R8 und der zweite Werks-Porsche von Manthey Racing schnappten sich die übrigen Top Ten-Plätze. Damit waren erneut wieder nur Audi, Mercedes und Porsche vorne vertreten.

Zuschauer bei Brand verletzt

Neben der Zeitenhatz beherrschte noch ein anderes Thema die Gespräche im Fahrerlager. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden bei einem Brand eines Partyzelts neun Menschen verletzt. Sechs wurden in Krankenhäuser gebracht, zwei davon durften es bereits wieder verlassen. Es bestand aber für keinen Lebensgefahr. Die Polizei ermittelte wegen unsachgemäßem Umgang mit Treibstoff und einem Stromerzeuger.

Das Top-30-Qualifying, bei dem im Einzelzeitfahren die ersten 30 Startplätze für das Rennen am Samstag vergeben werden, findet um 19:50 Uhr statt.

Diese Teams bestreiten das Top 30-Qualifying:

TeamAutoStartnummer
Montaplast by Land-MotorsportAudi R8 LMS28
Bentley AbtBentley Continental GT337
Rowe RacingBMW M6 GT323
Haribo RacingMercedes-AMG GT38
Audi Sport Team WRTAudi R8 LMS1
AMG-Team Black FalconMercedes-AMG GT34
Walkenhorst MotorsportBMW M6 GT3999
HTP MotorsportMercedes-AMG GT329
HTP MotorsportMercedes-AMG GT330
Manthey RacingPorsche 911 GT3 R912
Nissan GT Academy Team RJNNissan GT-R Nismo GT335
Manthey RacingPorsche 911 GT3 R911
Phoenix RacingAudi R8 LMS5
Scuderia Cameron GlickenhausSCG 003C702
Team WRTAudi R8 LMS2
Schubert MotorsportBMW M6 GT318
Schubert MotorsportBMW M6 GT3100
Haribo Racing Team-AMGMercedes-AMG GT388
Black FalconMercedes-AMG GT314
Audi Sport Team PhoenixAudi R8 LMS6
Frikadelli Racing TeamPorsche 911 GT3 R3
Mann-Filter Team ZakspeedMercedes-AMG GT375
AMG-Team Black FalconMercedes-AMG GT39
Twin Busch MotorsportAudi R8 LMS16
Rowe RacingBMW M6 GT322
Bentley Team AbtBentley Continental GT338
Konrad Motorsport GmbHLamborghini Huracán GT325
Aston Martin RacingAston Martin Vantage GT327
Wochenspiegel Team MantheyPorsche 911 GT3 R21
Aston Martin RacingAston Martin Vantage GT37
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Bericht 1. Qualifying

Während das Freie Training noch im Trockenen ablief, regnete es im ersten Qualifying größtenteils. Audi sicherte sich mit dem Vorjahressieger-Auto von WRT die Spitze. Dahinter folgte der R8 der Busch-Zwillinge. Rang drei ging an den Zakspeed-AMG GT3 mit der Startnummer 75.

Die Nordschleife fordert erste Opfer. Weil Hugo Valente und Rob Huff im Freien Training der WTCC, die im Rahmenprogramm des 24h-Rennens antritt, ihre beide Rennwagen versenkten, durften die PS-Helden des 24h-Rennens erst mit siebenminütiger Verspätung in das Zeittraining starten.

Audi mit der Startnummer 1 auf Spitzenplatz

Jedoch nicht bevor die Nordschleife noch eine weitere ihrer Spezialitäten anbot: Der Himmel öffnete seine Schleusen. Zunächst nieselte es auf der Grand Prix-Strecke und den Nordschleifen-Teilen Flugplatz sowie Schwedenkreuz, was dazu führte, dass die Rundenzeiten um rund 40 Sekunden gegenüber dem ersten Training kletterten. Die Piloten tasteten sich vorsichtig heran. Motto: nur keinen Schrott produzieren, der die Mechaniker die Nacht über in die Garagen fesselt.

Nach rund einer Stunde öffnete sich für die Fahrer ein kleines trockenes Fenster für schnelle Umläufe auf der 25,378 Kilometer langen Streckenvariante. Den besten Job verrichtete der Audi R8 LMS mit der Startnummer 1. Die Besetzung Laurens Vanthoor/Christopher Mies/Nico Müller und Pierre Kaffer, der Edward Sandström ersetzt, flitzte in 8:21.951 Minuten über die Bahn. Damit blieb das Quartett um fast zwei Sekunden über der Mercedes-Bestmarke des Freien Trainings.

Der WRT-Audi ist einer von zwei werksunterstützten R8. Die Truppe mit den vier Ringen gilt als großer Favorit für das 24h-Rennen und will sich am Sonntag zum vierten Mal den Gesamtsieg sichern. Überraschend platzierte sich die Mannschaft von "Twin Busch Motorsport" auf dem zweiten Platz. Marc und Dennis Busch sowie Rene Rast und Christian Mamerow verloren auf die Spitze etwas mehr als 1,2 Sekunden.

Nach eineinhalb Stunden regnet es sich ein

Die dritte Position schnappte sich der erste Mercedes. Jedoch keines der Werksautos, die von AMG unterstützt werden, sondern der Zakspeed-AMG GT3 mit Kenneth Heyer/Sebastian Asch/Luca Ludwig/Daniel Keilwitz. Ihr Abstand auf den führenden Audi: 1,349 Sekunden. Im Gegensatz zu den anderen Mercedes AMG GT ist man mit Pirelli-Reifen unterwegs.

Nur 18 Tausendstel langsamer war der Phoenix-R8. Die Nordschleifen-erfahrenen Piloten Christopher Haase/Rene Rast/Markus Winkelhock/Frank Stippler sind das zweite heiße Eisen, das Audi für den 24h-Marathon schmiedete. Dahinter ging es weiter eng zu. In die Top 5 schob sich der BMW M6 GT3 von Schubert Motorsport mit der Startnummer 18 (Augusto Farfus/Jesse Krohn/Jörg Müller/Marco Wittmann, +1.370 Sek.). Mercedes und der Black-Falcon-AMG GT3 mit der Nummer 9, die im Training noch dominierten, musste sich mit dem sechsten Platz abfinden. Allerdings büßte man nur 1,602 Sekunden auf den über 25 Kilometern ein. Ohnehin ging es unter den besten zehn äußerst eng zu. Es lagen zwischen den Positionen eins und zehn nur 3,5 Sekunden.

"Auf Slicks war es zu Beginn bei Nieselregen nicht leicht. In der ersten Runde war die Priorität, den Mercedes-AMG GT3 auf der Strecke zu halten. Bei der zweiten Runde trocknete es wieder ab und unsere Zeit reichte für die zwischenzeitliche Führung", erzählte Maro Engel, der neben dem Black Falcon-Mercedes mit der Nummer 9 auch das Auto mit der Startnummer 4 fahren darf.

Nach etwa eineinhalb Stunden Qualifying-Zeit regnete es sich auf der Nordschleife mehr und mehr ein. Die Dunkelheit erschwerte es den Piloten, die Pfützen auf dem Asphalt zu orten. Die Zeiten schossen über die 10-Minuten-Marke. "Die Bedingungen sind so schwierig, wie man es von der Nordschleife kennt. Stellenweise ist es sehr nass, und teilweise gibt es leichten Nebel direkt über dem Asphalt, weil es recht warm ist und der Regen verdampft", berichtete Jörg Müller. "Es herrschen sehr herausfordernde Bedingungen. Ab dem Bereich Kesselchen ziehen Nebelschwaden über die Strecke", sagte Lena Strycek, die sich zusammen mit Bruder Robin und Vater Volker einen Opel Astra OPC teilt.

Regen auch für das 24h-Rennen angekündigt

Die reflektierenden Folien auf den Rennwagen lieferten in der Dunkelheit für die Fotografen schöne Motive. Die Fans warteten dagegen vergeblich auf weitere Verbesserungen an der Spitze. Viele Teams konzentrierten sich darauf, die Pflichtrunden abzustrampeln. Jeder Fahrer muss im Qualifying mindestens zwei gezeitete Runden bestreiten, um das 24h-Rennen aufnehmen zu dürfen.

Weil für Samstag und Sonntag ebenfalls Schauer angekündigt sind, stimmten die Teams auch ihre Fahrzeuge auf die nassen Verhältnisse ab. Damit es im Kampf zweimal um die Uhr keine bösen Überraschungen hagelt.

Die ersten 14 Positionen besetzten am Ende der dreieinhalb Stunden allesamt Rennwagen der SP9-Klasse. Als bester Nicht-GT3 stach der Glickenhaus SCG003C heraus (Klasse SPX).

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