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Aston Martin DBR9

Bull Speed

Foto: 15 Bilder

600 PS im Zeichen des roten Bullen: Der Aston Martin DBR9 wurde von der britischen High-Tech-Schmiede Prodrive für den Kundensport in der FIA GT-Serie entwickelt, wo er zu den Siegertypen zählt.

07.02.2007 Gregor Messer

Vor dem Losfahren mahnt Wendlinger zu bedächtiger Gangart. Für die automobile Preziose muss ein Käufer 850.000 Euro an Prodrive-Chef David Richards überweisen, "Ersatzteile sind in dem Preis noch nicht mit drin", betont Fahrer Karl Wendlinger.

Doch bevor es überhaupt losgehen kann, tritt Andrew Jacks mit seinem Laptop in Aktion. Ohne den grau melierten Engländer in Prodrive-Diensten dreht sich am Aston kein Zahnrad. Nur er kennt jene Motoren-Mappings und Zugangs-Codes, die den Zwölfzylinder überhaupt zum Zünden bringen.

Vordergründig zählt Jacks’ Aktivität zum Kundenservice von Prodrive. Hintergründig stellt das Unternehmen somit sicher, dass der DBR9 gnadenlos stehen bleibt, sollten säumige Teams die letzten Raten schuldig geblieben sein.

Zum Starten muss in zwei Stufen ein Kipphebelchen auf der mit Knöpfen, Schaltern und Sicherungen voll bepackten Konsole vor dem Schaltstock betätigt werden. Nach nur wenigen Umdrehungen des Anlassers lebt das Sechsliter-Aggregat auf. "Ja nicht beim Startvorgang Gas geben", mahnt Techniker Jacks, "ohne Gas ist der Motor in spätestens 0,7 Sekunden da."

Ganz ohne Ruckler

Der Schleifpunkt der Kohlefaserkupplung kommt nicht überraschend, und somit erfolgt das Wegfahren völlig unspektakulär - ganz ohne ausgeklügeltes Getanze auf Kupplungs- und Gaspedal. Dank hoch dosiertem Standgas lässt sich der knapp fünf Meter lange Brite mit rund 1.500 Umdrehungen ganz gediegen ohne Ruckler anfahren.

Aber dann: Sind alle Systeme, Reifen und Bremsen erst einmal auf Betriebstemperatur, bekommt man schnell die schiere Gewalt des V12-Triebwerks zu spüren. Besonders akustisch. Ohrenstöpsel vergessen? Selbst schuld. Aber da muss man durch, denn eine zweite Chance, im DBR9 Platz zu nehmen, wird es nicht geben.

Was sofort auffällt: die extreme Elastizität des Motors und seine Drehmomentstärke. Auch untertouriges Dahingerolle im fünften Gang, so mit Tempo 50, steckt der Aston demütig und ohne Murren weg. Dreht man die Gänge jedoch aus, mahnen fünf nacheinander aufleuchtende Dioden auf dem minimalistischen Display zum Gangwechsel.

Gehöriger Schub

Spätestens bei 6.500 Umdrehungen leuchtet dann das letzte, rote Lämpchen auf. Ab 7.200/min setzt der Begrenzer ein. Auch oben heraus überzeugt das Aggregat mit seinen 600 PS noch mit gehörig Schub.

Die Vorderachse wirkt allerdings hart abgestimmt. "Muss sie auch sein", sagt Wendlinger, "wegen der Gewichtsverteilung mit dem Motor hinter der Vorderachse." Das harte Set-up vorn reduziert Nickbewegungen um die Längsachse, die sonst dem Auto die Stabilität beim Bremsen und in schnellen Kurven nehmen. Doch so bleibt alles geschmeidig, wozu auch die zweistufig verstellbare Servolenkung beiträgt. In schnellen Kurven sind Lenkkräfte somit kein Problem. Auch nicht für einen untrainierten Testfahrer.

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