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Audi-Dreifach-Sieg in Le Mans

Foto: ACO

Wer angesichts der drückenden Audi-Überlegenheit eines der langweiligsten 24 Stundenrennen in Le Mans befürchtete, sah sich gründlich getäuscht. Das beste Ende hatte wie in den vergangenen vier Jahren wieder einmal der Däne Tom Kristensen.

13.06.2004

Es war in der 81-jährigen Geschichte eines der spannendsten, ereignisreichsten und knappsten Rennen an der Sarthe. Der interne Kampf dreier Audi-Importeure war das Salz in der Suppe bei der 72. Auflage des Langstreckenklassikers. Am Ende feierte Audi trotz großer Turbulenzen einen Dreifachsieg. Es war der vierte Erfolg der Marke aus Ingolstadt in fünf Jahren.

Es begann mit einem Drama. Noch vor Ende der dritten Rennstunde rutschten der zweit- und der drittplatzierte Audi in den Porsche-Kurven auf einer Ölspur aus und schlugen heftig in die Begrenzungsmauer ein. Beide Autos waren stark beschädigt, schafften aber dennoch aus eigener Kraft den Rückweg zur Box.

McNish im Krankenhaus

Audi-UK-Fahrer Allan McNish musste für vier Stunden zur Beobachtung ins Hospital einrücken, der Renner mit der Nummer acht war nach 70 Minuten schon wieder einsatzbereit. Die Deutschen Frank Biela und Pierre Kaffer fuhren ohne den Schotten weiter und belegten am Ende Rang fünf. Rund dreißig Minuten stand der Audi des Champion-Teams an der Box, dann war auch der vom amerikanischen Importeur eingesetzte R8 wieder repariert. JJ Lehto, Emanuele Pirro und der Deutsche Marco Werner eroberten Rang drei.

Der von Startplatz eins gestartete Veloxqx-Audi lieferte sich mit dem japanischen Audi des Teams Goh einen Kampf bis zur letzten Runde. Mit einer halben Minute Vorsprung sicherte sich schließlich die Paarung Seiji Ara, Rinaldo Capello und Tom Kristensen den Sieg vor der Veloqx-Crew Johnny Herbert, Jamie Davies und Guy Smith. Für Herbert war es der dritte zweite Platz in Folge, für Tom Kristensen der fünfte Sieg hintereinander und der sechste insgesamt. "Ich war Teil einer tollen Mannschaft", sagte Kristensen im Ziel. "Ich weiß, was dieser Sieg für die Japaner bedeutet." Was die Einstellung des Siegesrekordes von Jackie Ickx (ebenfalls sechs Siege) betrifft, übte sich "Major Tom" in Bescheidenheit: "Er war einer der Helden meiner Kindheit. Er stand immer ganz oben, und er wird dort bleiben."

Viel Kleinholz im Verfolgerfeld

Viele Zwischenfälle und Pannen gab es im Verfolgerfeld. In der stark dezimierten Prototypen-Kategorie erwies sich das Team des dreimaligen Le Mans-Siegers Henri Pescarolo wie erwartet als beste Nicht-Audi-Mannschaft. Die Belohnung war Rang vier. Der im Training schnellste Audi-Jäger Zytek strandete mit Motorschaden, der Dallara-Judd des Rollcentre-Teams krachte in eine Betonmauer und die Dome-Judd des Racing for Holland-Teams erlebten einen nicht endfenden Weg der Leiden.

Einen harten Kampf lieferten sich Chevrolet und Ferrari in der GTS-Kategorie. Nachdem Ron Fellows die eine Corvette gleich zwei Mal von der Strecke warf und das Schwester-Auto in der Nacht unverschuldet von einem Audi abgeschossen worden war, hatten es sich die amerikanischen Renner am Morgen schon auf den Klassenrängen zwei und drei gemütlich gemacht, als der führende Prodrive-Ferrari mit einem defekten Radlager an die Box musste und bis auf Rang drei zurückfiel. So feierten die Corvetten einen Doppelsieg. In der seriennahen GT-Klasse holte sich die Porsche 911-Besatzung Sascha Maassen, Jörg Bergmeister und Patrick Long den Sieg.

Gesamtwertung:

1. Tom Kristensen/Rinaldo Capello/Seiji Ara (Dänemark/Italien/Japan) Audi R8 379 Runden
2. Johnny Herbert/Jamie Davis/Guy Smith (alle Großbritannien) Audi R8; 9 Runden zurück
3. JJ Lehto/Marco Werner/Emanuele Pirro (Finnland/Dortmund/Italien)
Audi R8; 18 Runden zurück
4. Soheil Ayari/Eric Comas/Benoit Treluyer (alle Frankreich) Pescarolo-Judd; 29 Runden zurück
5. Frank Biela/Pierre Kaffer/Allan McNish (Neuss/Burgbrohl/Großbritannien)
Audi R8; 34 Runden zurück
6. Oliver Gavin/Olivier Beretta/Jan Magnussen (USA/Monaco/Dänemark) Corvette; 38 Runden zurück
7. Jan Lammers/Chris Dyson/Katsutomo Kaneishi (Niederlande/USA/Japan) Dome-Judd; 45 Runden zurück
8. Ron Fellows/Johnny O'Connell/Max Papis (Kanada/USA/Italien) Corvette; 50 Runden zurück
9. Colin McRae/Richard Rydell/Darren Turner (alle Großbritannien) Ferrari Prodrive; 52 Runden zurück
10. Sascha Maaßen/Jörg Bergmeister/Patrick Long (Aachen/Langenfeld/USA) Porsche GT3


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