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Audi

Mit Diesel-Power nach Le Mans

Foto: Audi 12 Bilder

In Ingolstadt soll der Slogan "Vorsprung durch Technik" wieder stärker untermauert werden. Mit dem neuen R10-Prototypen will Audi 2006 erstmals mit einem Diesel-Rennwagen das wichtigste Langstreckenrennen der Welt in Le Mans (17. bis 18.6.) gewinnen.

13.12.2005

Er heißt zwar R10, trägt aber einen Zwölfzylinder-Turbodiesel. Mit einem V-Motor, 5,5 Liter Hubraum und zwei Turboladern will Audi die Konkurrenz das Fürchten lehren. 650 PS verspricht Motorenchef Nikolaus Baretzky und satte 1.100 Newtonmeter Drehmoment. Vom Veranstalter vorgeschriebene Luftmassenbegrenzer verhindern noch größere Zahlen. Weil die Kraftentfaltung des Dieselungeheuers so groß ist, wird die Leistung in den unteren Gängen elektronisch begrenzt. Bei der Kraftübertragung kommt man mit fünf Gängen aus.

"Das R10-Projekt ist die größte Herausforderung, die je an Audi Sport gestellt wurde", sagt Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Die TDI-Technologie wurde im Rennsport bisher noch nicht an ihre Grenzen getrieben." Damit der R10 nicht durch unangenehme Rußwolken auffällt, haben ihm die Ingenieure zwei Partikelfilter eingebaut.

Das Chassis aus Kohlefaser-Verbund entstand wie beim Vorgänger R8 an den CAD-Rechnern in Ingolstadt, die Fertigung erledigte wie gewohnt die Rennwagenmaunfaktur Dallara in Italien. 900 Kilogramm muss der Prototyp regelbedingt wiegen. Um die Autos gegen unfreiwillige Höhenflüge unempfindlicher zu machen, schreibt der Veranstalter in Le Mans mehr Bodenfreiheit an den Flanken und eine Stufe im Unterboden vor. Neu ist auch die Vorschrift, dass die Autos zwei Überrollbügel tragen müssen.

Unter Volllast kaum Verbrauchsvorteile

Die Silhouette des R10 entspricht in weiten Teilen seinem erfolgreichen Vorgänger, der fünf Siege in Le Mans einheimste. Die Front ist noch stärker einem Formel-Auto mit spitzer Nase und fast frei stehenden Aufhängungsteilen nachempfunden. Aufwändig war neben der Unterbringung des längeren Motors die Platzierung der Kühler, denn der Diesel hat einen größeren Kühlbedarf als ein Benziner.

Dafür verspricht man sich bei Audi einen Reichweitenvorteil. Mit dem V8 und Direkteinspritzung schafften die silbernen Renner mit 90 Liter Tankvolumen bis zu 14 Runden auf dem 13,6 Kilometer langen Kurs an der Sarthe. Nun sollen es noch mehr werden. Der Verbrauchsvorteil gegenüber den Benzinern hält sich allerdings in Grenzen. Le Mans hat einen Vollgasanteil von über 70 Prozent. Unter Vollast nähern sich die Verbräuche von Dieseln und Benzinern stark an. "Wir hoffen auf ein Regenrennen", heißt es aus dem Audi-Lager.

Ein Jahr Vorsprung vor Peugeot

Anfang Dezember rückte Frank Biela erstmals mit dem R10 aus. Sein Renndebüt soll der neue Prototyp im März beim Zwölfstundenrennen in Sebring (Florida) geben. Sebring dient gleichzeitig als Generalprobe für Le Mans. Zusätzlich soll der R10 aber auch in der American Le Mans-Serie antreten. Sollte der Erfolg beim wichtigsten Langstreckenrennen der Welt nicht im ersten Versuch gelingen, folgt 2007 der nächste Anlauf. Doch dann ist Audi an der Dieselfront nicht mehr allein. 2007 kommt auch Peugeot mit einem Selbstzünder nach Le Mans.

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